Weltflüchtlingstag: „Leben in Sicherheit für alle muss Realität werden“
Vor dem Hintergrund des beispiellosen Ausmaßes an Zwangsvertreibung in der Welt fordert der LWB unermüdliches Engagement für das Recht aller Menschen, Schutz zu suchen, und unablässige Anstrengungen, ein Leben in Sicherheit Realität für alle werden zu lassen, statt es einem kleinen privilegierten Kreis vorzubehalten.
Bei einer Veranstaltung anlässlich des Weltflüchtlingstags im Flüchtlingslager Za‘atari, Jordanien, nehmen verschiedene Organisationen wie der LWB, Kinder und Betreuungspersonen an einer interaktiven Aktion zur Gestaltung eines Wandbildes teil, das Sicherheit, Würde, Frieden und Zukunftshoffnung vermitteln soll. Hier Mitglieder des LWB-Teams in Jordanien. Foto: LWB Jordan/Ahmad Al Hariri
Botschaft der LWB-Weltdienstdirektorin Maria Immonen
(LWI) – Am diesjährigen Weltflüchtlingstag mahnt der Lutherische Weltbund (LWB) zu entschlossenem kollektiven Eintreten für das Versprechen, die Würde aller vertriebenen Menschen zu wahren, und fordert unermüdliches Engagement „bis ein Leben in Sicherheit kein Privileg einiger weniger mehr ist, sondern Wirklichkeit für alle Menschen“.
Der diesjährige Weltflüchtlingstags der Vereinten Nationen (UN), der jedes Jahr am 20. Juni gefeiert wird, um an alle Menschen zu erinnern, die zur Flucht gezwungen wurden, steht unter der Überschrift „Until Everyone Is Safe“ (Bis alle in Sicherheit leben können). Die Direktorin des LWB-Weltdienstes, Maria Immonen, bezeichnet das Thema in einer heute veröffentlichten Videobotschaft zum diesjährigen Weltflüchtlingstag als Vision und Herausforderung, und betont, dass Sicherheit und Würde „universelle Menschenrechte sind“, die „für alle, überall und ohne Ausnahme gewahrt werden müssen“.
Sicherheit und Würde sind universelle Menschenrechte, die für alle, überall und ohne Ausnahme gewahrt werden müssen.
Maria Immonen, Direktorin der LWB-Abteilung für Weltdienst
2026 wird am Weltflüchtlingstag auch das 75-jährige Bestehen der Genfer Flüchtlingskonvention gefeiert, die die international anerkannte Definition festlegt, wer ein Flüchtling ist und welche Ansprüche ein Flüchtling hat. Immonen ruft die Regierungen der Welt und die internationale Staatengemeinschaft auf, ihre in der Flüchtlingskonvention eingegangenen Verpflichtungen „zu bekräftigen“ und eine gerechte Lastenverteilung der Verantwortung sicherzustellen, „sichere und regelkonforme Zugangswege zu Schutz“ zu schaffen, und „vor allem“ den Geflüchteten selbst gut zuzuhören.
Sie würdigt die Geflüchteten der Welt für ihren Mut und ihre Resilienz, „die uns Inspirationsquelle sind, aber uns auch auffordern, mehr zu tun“. Von den weltweit 2,8 Millionen Menschen, die der für die humanitäre Arbeit zuständige Arm des LWB 2025 unterstützte, waren rund die Hälfte Geflüchtete oder Binnenvertriebene. Die Weltdienstdirektorin lobt die Mitarbeitenden in den Nothilfe- und Länderprogrammen des LWB, „die sich jeden Tag in leiser, kraftvoller Solidarität engagieren“.
Eine Schutzbeauftragte des LWB nimmt bei einem Besuch des Programms vor Ort indigene Kinder an die Hand. Foto: LWB-Kolumbien
Die Zahl von Vertriebenen weltweit hat sich nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt: Ende 2024 galten rund 123 Millionen Menschen als Vertriebene, darunter 42,7 Millionen Flüchtlinge. Immonen ist überzeugt, dass das vor 75 Jahren gegebene Versprechen, dass alle Menschen, die zur Flucht gezwungen sind, Schutz, Würde und Hoffnung finden sollen, „heute genauso wichtig ist, wie damals“, da Konflikte, Klimawandel, Wirtschaftskrisen und politische Instabilität Menschen weiterhin zwingen, ihre Heimat zu verlassen.