Uganda: Geflüchteten und Aufnahmegemeinschaften Entscheidungsfreiheit und Würde zurückgeben

31 Jul 2026

Mit einer neuen EU-Förderung setzt sich der LWB in Uganda dafür ein, dass Menschen und Familien in prekären Lebenslagen ihren täglichen Bedarf decken können, ohne vor unmögliche Entscheidungen gestellt zu werden.

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Durch die Überprüfung der Identität und Anspruchsberechtigung der für Bargeldhilfen registrierten Geflüchteten wird sichergestellt, dass die Unterstützung die vorgesehenen Empfängerinnen und Empfänger erreicht. Foto: LWB Uganda

Durch die Überprüfung der Identität und Anspruchsberechtigung der für Bargeldhilfen registrierten Geflüchteten wird sichergestellt, dass die Unterstützung die vorgesehenen Empfängerinnen und Empfänger erreicht. Foto: LWB Uganda

Neue Förderung ermöglicht lebensrettende Hilfe für besonders gefährdete Haushalte

(LWI) – Das Länderprogramm des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Uganda erhält von der Europäischen Union (EU) 4 Millionen Euro, um besonders gefährdete Geflüchtete in allen 13 Flüchtlingssiedlungen des Landes und ihre Aufnahmegemeinschaften mit Mehrzweck-Bargeldhilfen zu unterstützen.

Die finanzielle Förderung durch die Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Viele Bezirke mit einer großen Zahl stark gefährdeter Geflüchteter verstärken derzeit die Überwachung der Viruskrankheit Ebola und investieren in Präventionsmaßnahmen, insbesondere für Eingereiste aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo, wo das Virus derzeit ausgebrochen ist.

„Der humanitäre Bedarf wächst schneller als die verfügbaren Mittel. Wir verbinden zeitnahe und gezielte Bargeldhilfen mit ergänzenden Leistungen, und diese Unterstützung trägt dazu bei, die Widerstandsfähigkeit besonders gefährdeter Haushalte zu stärken, damit diese die anhaltenden wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen besser bewältigen können“, sagte Adriana Franco Chitanana, die den LWB in Uganda vertritt. 

„Jeden Tag begegnen wir Familien, die vor der unmöglichen Entscheidung stehen, ob sie ihre Mittel für Nahrung, Gesundheitsversorgung, Bildung oder andere Grundbedürfnisse einsetzen“, betonte sie.

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In der Flüchtlingssiedlung Kiryandongo zeigen Menschen die Mobiltelefone, die sie mithilfe einer einmaligen Beihilfe zur Registrierung gekauft haben, um den digitalen Zugang zu Bargeldhilfen zu ermöglichen. Foto: LWB Uganda

In der Flüchtlingssiedlung Kiryandongo zeigen Menschen die Mobiltelefone, die sie mithilfe einer einmaligen Beihilfe zur Registrierung gekauft haben, um den digitalen Zugang zu Bargeldhilfen zu ermöglichen. Foto: LWB Uganda

Der LWB will mehr als 67.000 Menschen erreichen, die von besonders großer sozioökonomischer Not betroffen sind. Die Bargeldhilfen werden über Mobiltelefone ausgezahlt und ermöglichen es Menschen in besonders prekären Situationen, ihre dringendsten Bedürfnisse zu decken, darunter Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Bildung, Unterkunft und andere lebensnotwendige Güter.

Zusammenarbeit mit Regierung und Partnerorganisationen

Uganda beherbergt derzeit mehr als 2 Millionen Geflüchtete und Asylsuchende und gehört damit zu den Ländern, die weltweit die meisten Geflüchteten aufnehmen. Die anhaltenden Zuströme aus den von Konflikten betroffenen Regionen in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan sowie der anhaltende wirtschaftliche Druck und humanitäre Bedarf haben die prekäre Lage vieler Geflüchteter und auch vieler Haushalte in den Aufnahmegemeinschaften weiter verschärft. Der LWB arbeitet mit dem Büro der Premierministerin und den Bezirksbehörden zusammen, um sichere Verhaltensweisen und Hygienemaßnahmen zu fördern und so die Übertragung von Krankheiten zu verhindern. Dazu werden die Sensibilisierungsarbeit verstärkt und der Zugang zu Handwaschmöglichkeiten sowie zu Latrinen in Gemeinschaftseinrichtungen und Haushalten verbessert.

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Neu angekommenen Geflüchteten im Aufnahmezentrum Kiryandongo wird gezeigt, wie man sich richtig die Hände wäscht. Dies soll gute Hygienepraktiken fördern und die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. Foto: LWB Uganda

Neu angekommenen Geflüchteten im Aufnahmezentrum Kiryandongo wird gezeigt, wie man sich richtig die Hände wäscht. Dies soll gute Hygienepraktiken fördern und die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. Foto: LWB Uganda

Die Förderung des LWB ist Teil der insgesamt 9,02 Millionen Euro, die ECHO dem VITAL-Konsortium zur Verfügung stellt. VITAL steht für Vulnerability-based Integrated Timely Access to Livesaving Services, einen am Grad der Gefährdung ausgerichteten integrierten und zeitnahen Zugang zu lebensrettenden Leistungen. Dem Konsortium gehören neben dem LWB-Länderprogramm in Uganda auch das International Rescue Committee, Medical Teams International, das Rote Kreuz von Uganda sowie African Women and Youth Action for Development an. Das Projekt läuft bis April 2027.

Eine enge Zusammenarbeit im Rahmen von VITAL sowie mit Regierungsbehörden, anderen humanitären Partnerorganisationen und den Gemeinwesen sei entscheidend, „damit die Hilfe diejenigen erreicht, die sie am dringendsten benötigen“, fügte Chitanana hinzu.

Sie bekräftigte das Engagement des LWB für die Unterstützung von Geflüchteten und Aufnahmegemeinschaften in Uganda durch integrierte humanitäre und entwicklungspolitische Maßnahmen, die Schutz, Eigenständigkeit und nachhaltige Lebensgrundlagen fördern.

LWB Uganda unterstützt besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen und richtet seine Hilfe sowohl an Geflüchtete als auch an Aufnahmegemeinschaften. Ziel ist es, Armut zu lindern, Menschen, die infolge bewaffneter Aufstände vertrieben wurden, wiederanzusiedeln und die Lebensbedingungen sowohl der Geflüchteten als auch der ugandischen Bevölkerung zu verbessern. 

LWB/Stella Namatovu; (Redaktion: LWB/P. Mumia)