Rechte und Würde von Zwangsvertriebenen schützen
Zusammen mit verschiedenen anderen Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, bekräftigt der LWB anlässlich des 75. Geburtstags der Flüchtlingskonvention seine Unterstützung für Geflüchtete, Asylsuchende und andere gewaltsam vertriebene Menschen.
Rabee Omer Yahya war durch den Konflikt im Sudan gezwungen, aus seiner Heimat zu fliehen und sich im Nachbarland Uganda ein neues Leben aufzubauen. Heute betreibt er im Flüchtlingslager Kiryandongo, wo der LWB und seine Partner tausende Flüchtlinge unterstützen, eine Tischlerei. Foto: LWB-Uganda
LWB und andere religiöse Organisationen bekräftigen Bekenntnis zu Flüchtlingskonvention und Schutz der Menschenrechte
(LWI) – Vor dem Hintergrund der anhaltenden Verletzungen der Menschenrechte von Flüchtlingen und anderen gewaltsam vertriebenen Menschen in der Welt haben verschiedene Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, wie der Lutherische Weltbund (LWB) die Staaten der Welt aufgerufen, ihr Bekenntnis zur Flüchtlingskonvention und zur internationalen Menschenrechtsgesetzgebung zu bekräftigen, die den Schutz und die Würde von Schutzsuchenden gewährleisten sollen.
„Unabhängig davon, ob Menschen in ein anderes Land oder innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben wurden, ob sie als Flüchtlinge anerkannt sind oder noch Schutz suchen – alle Menschen besitzen Menschenrechte allein deshalb, weil sie Menschen sind“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von acht Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, die diese zum 75-jährigen Jubiläum der Genfer Menschenrechtskonvention und dem diesjährigen Weltflüchtlingstag am 20. Juni verabschiedet haben.
Sie bekräftigten, dass die Grundprinzipien des Flüchtlingsschutzes in der Flüchtlingskonvention von 1951 nicht nur auf den internationalen Menschenrechtsnormen beruhten, sondern auch in den Glaubenstraditionen und Kulturen der Welt wie dem Christentum, dem Islam, dem Judentum, dem Buddhismus und anderen verwurzelt seien. „Flüchtlingen und Asylsuchenden ihre Rechte zu verweigern würde daher nicht nur gegen internationale Normen verstoßen, […] sondern auch unsere gemeinsamen moralischen Grundwerte und unser aller Menschlichkeit infrage stellen“, warnten sie.
Flüchtlingen und Asylsuchenden ihre Rechte zu verweigern würde daher nicht nur gegen den internationalen Rechtsrahmen verstoßen, […] sondern auch unsere gemeinsamen moralischen Grundwerte und unser aller Menschlichkeit infrage stellen.
Erklärung von Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, anlässlich des 75. Geburtstags der Genfer Flüchtlingskonvention.
Die Organisationen äußerten große Sorge über die zunehmende Militarisierung und die steigenden Militärausgaben sowie die Umverteilung von Mitteln zulasten des Schutzes von Flüchtlingen und anderen Vertriebenen sowie nachhaltigen Lösungen. Sie hoben hervor, dass die Charta der Vereinten Nationen die Menschenrechte als Grundvoraussetzung für die Schaffung friedlicher Gesellschaften anerkenne, und erinnerten die Staaten der Welt an ihre gemeinsame Verantwortung, die Rechte von Geflüchteten und anderen gewaltsam vertriebenen Menschen im Rahmen eines multilateralen Handelns, das sich an diesen Prinzipien orientiert, zu wahren.
Die Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, „erleben in ihrer täglichen Arbeit, dass die Schwächung von Schutzsystemen und die Aushöhlung der Menschenrechte unweigerlich zu größerem Leid, mehr Unsicherheit und zum Verlust von Menschenleben führen“, stellten sie fest. Sie appellierten an religiöse Organisationen, sich ebenfalls für die Einhaltung des weltweiten Bekenntnisses zur Flüchtlingskonvention einzusetzen und die Bemühungen um eine gerechtere und menschlichere Welt zu unterstützen.
Unterzeichnet wurde die Erklärung neben dem LWB auch von der ACT Alliance, Caritas Internationalis, dem Church World Service, dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst, dem Büro der Quäker bei den Vereinten Nationen, dem Ökumenischen Rat der Kirchen und World Vision International.