LWB-Finanzen: Herausforderungen und Risiken mit Zuversicht begegnen
Trotz externer Mittelkürzungen: Dank umsichtigem Finanzmanagement, proaktiven Maßnahmen und der engagierten Unterstützung durch Geldgeber konnte der LWB seine wichtige Arbeit fortsetzen.
Michael Ram von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Guyana legt dem LWB-Rat in seiner Funktion als Vorsitzender des LWB-Finanzausschusses seinen Bericht vor. Foto: LWB/Albin Hillert
Vorsitzender des Finanzausschusses Michael Ram legt LWB-Rat Finanzbericht 2025 vor
(LWI) – In dem von starken Kürzungen externer Mittel geprägten Finanzjahr 2025 habe der Lutherische Weltbund (LWB) umsichtig mit seinen Finanzen gewirtschaftet, um sicherzustellen, dass seine Arbeit weltweit das gebilligte Budget nicht sprengen würden.
Diese Zusammenfassung der Lage formulierte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Michael Ram, gestern in seinem Bericht an den LWB-Rat auf dessen Tagung im schweizerischen Founex. Die unvorhergesehenen finanziellen Herausforderungen hätten die finanzielle Resilienz des LWB auf die Probe gestellt, so Ram; doch auch die engagierte Unterstützung seitens der Geldgeber sowie die Fähigkeit des Büros der Kirchengemeinschaft, „rasch und effektiv“ auf die sich wandelnden Umstände zu reagieren, hätten sich bewährt.
Ram, der der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Guyana angehört, sprach dem LWB seine Anerkennung dafür aus, dass dieser die Finanzen für das Jahr 2025 verantwortungsbewusst und gemäß der eigenen internen und internationalen Governance-Standards verwaltet habe, „und das in einer Weise, die das Vertrauen rechtfertigt, das die Kirchengemeinschaft, der er dient, in diese Organisation setzt“.
Den Mitgliedskirchen, Partnerorganisationen, ökumenischen Partnern des LWB und anderen Institutionen, die den LWB finanziell unterstützten, dankte Ram ausdrücklich für die anhaltende Unterstützung der Arbeit der Kirchengemeinschaft. „In einem sehr turbulenten Jahr haben Sie mit Ihrer treuen Unterstützung Entscheidendes bewirkt“, sagte er.
„In einem sehr turbulenten Jahr haben Sie mit Ihrer treuen Unterstützung Entscheidendes bewirkt“
sagte Michael Ram, der Vorsitzende des LWB-Finanzausschusses.
Einnahmen und Ausgaben
Der LWB arbeitet auf Grundlage eines jährlichen Fundraising-Budgets, das auf die LWB-Strategie 2025-2031 abgestimmt ist. Ram legte eine Aufschlüsselung der Zahlen für 2025 vor und erklärte, der LWB habe das Jahr 2025 mit Gesamteinnahmen in Höhe von EUR 139 Millionen abgeschlossen – 9 Prozent weniger als die EUR 152 Millionen im Jahr 2024. Grund dafür seien vor allem geringere Hilfsgelder von der US-Regierung, aus dem System der Vereinten Nationen (UN) sowie ein insgesamt schwieriges Umfeld für die Mittelbeschaffung gewesen.
Einer der wichtigsten Faktoren für den Fortbestand der Organisation in einem sehr schwierigen Jahr war dem Bericht zufolge die anhaltende Unterstützung durch die Mitgliedskirchen, durch Partnerorganisationen und ökumenische Partner. Sie seien „die stabilste Einnahmequelle des LWB geblieben“, so Ram. Insgesamt hätten diese Partner EUR 52,4 Millionen zu den Einnahmen des LWB beigesteuert, eine Steigerung um 4 Prozent gegenüber den EUR 50,5 Millionen im Jahr 2024. „Das zeigt das ungebrochene Engagement der Kirchengemeinschaft und ihrer Partner, und dies trotz zunehmender makroökonomischer Belastungen“, betonte Ram.
Der Vorsitzende des LWB-Finanzausschusses Michael Ram erläutert Details der LWB-Finanzen. Foto: LWB/Albin Hillert
Die Mitgliedsbeiträge der LWB-Mitgliedskirchen blieben „eine wichtige Quelle für die nicht-zweckgebundenen Mittel“, berichtete Ram. Die im Jahr 2025 eingenommenen EUR 2,6 Millionen bedeuteten einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Der Vorsitzende des Finanzausschusses forderte die Mitgliedskirchen nachdrücklich auf, ihrer Beitragspflicht oberste Priorität einzuräumen. Diese Beiträge seien für die „Finanzierung zentraler Aufgaben der Kirchengemeinschaft wie etwa die theologische Arbeit, das ökumenische Engagement und die Arbeit in den Regionen, die Leitungsstrukturen des LWB, das Büro der Generalsekretärin und die Infrastruktur zur Koordination der Arbeit von entscheidender Bedeutung, die uns allen zugutekommt“.
Der Rat billigte den Jahresabschluss 2025 und die von Price Waterhouse Coopers erstellten Berichte der Rechnungsprüfer. Zudem billigte der Rat den Haushalt für 2027 in Höhe von EUR 146,6 Millionen. Dabei wurden die strategischen Ziele des LWB, die Reaktionsbereitschaft der Mitgliedskirchen und ein globaler Kontext berücksichtigt, der von einem immer kleineren Raum für humanitäres Engagement, Veränderungen in den Prioritäten von Regierungen, einem Wettbewerb um verfügbare Finanzmittel und potenziell zunehmenden Spannungen in der Welt geprägt ist.
„Der Haushalt für 2027 spiegelt die Ambitionen unserer Programmarbeit und unsere Zuversicht wider, dass unsere Mitgliedskirchen, Partnerorganisationen und institutionellen Partner uns weiterhin unterstützen werden, weil sie die strategische Ausrichtung des LWB und seine Arbeit weiterhin umgesetzt sehen wollen. Gleichzeitig haben wir das Budget mit der gebotenen Vorsicht ausgearbeitet, weil wir uns auch des finanziellen Drucks bewusst sind, mit dem unsere Mitgliedskirchen und langjährigen Partner konfrontiert sind“, sagte die LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt. „Wir sind überzeugt, dass dieses Budget einen soliden, realistischen und verantwortungsvollen finanziellen Rahmen bietet, um die LWB-Strategie 2025-2031 umzusetzen und unserem Auftrag nachzukommen, den Kirchen und Menschen in der Welt Hoffnung zu vermitteln und sie zu stärken.“