Vorbereitende Tagungen zur Ratstagung betonen Verbundenheit und gegenseitige Ermutigung

12 Jun 2026

Verbundenheit, Weggemeinschaft und die gemeinsame Weiterentwicklung waren wichtige Themen bei den verschiedenen vorbereitenden Tagungen zur diesjährigen LWB-Ratstagung, die unter der Überschrift „Seid ermutigt durch den Glauben, der euch verbindet“ steht.

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Bei einer gemeinsamen vorbereitenden Sitzung zur LWB-Ratstagung, die am 11. Juni begonnen hat, tauschen sich die Teilnehmenden über verschiedene Themen aus. Foto: LWB/Albin Hillert

Bei einer gemeinsamen vorbereitenden Sitzung zur LWB-Ratstagung, die am 11. Juni begonnen hat, tauschen sich die Teilnehmenden über verschiedene Themen aus. Foto: LWB/Albin Hillert

Junge Erwachsene, Frauen und Männer tagen vor LWB-Ratstagung, um regionales und globales Verbundenheitsgefühl zu stärken

(LWI) – Wie können sich lutherische Führungspersonen in den verschiedenen Teilen der Welt angesichts der vielen Herausforderungen, mit denen sie in ihren nationalen und regionalen Kontexten konfrontiert sind, besser vernetzen, gegenseitig unterstützen und Mut zusprechen? Mit dieser zentralen Frage haben sich separate vorbereitende Tagungen für junge Erwachsene, Frauen und Männer im Vorfeld der Tagung des Rats des Lutherischen Weltbundes (LWB) beschäftigt und dabei auch über die jüngsten Aktivitäten in ihren jeweiligen Kirchen berichtet.

Die Teilnehmenden an der vorbereitenden Tagung von jungen Erwachsenen berichteten über Fortschritte in Bezug auf die umfassendere Einbindung von jungen Menschen in Seminare für die Ausbildung von Führungskompetenzen, Advocacy-Workshops, die gemeinsame Nutzung von Material und andere Aktivitäten nach der Ernennung des ersten regionalen Jugendkoordinators vor wenigen Monaten. „Unser Netzwerk von jungen Erwachsenen zeichnet sich dadurch aus, dass es Teilnehmende in die Organisation einbindet und Möglichkeiten bietet, Initiativen von der Basis aus zu entwickeln“, erklärte Ratsmitglied Tim Götz aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Deutschland.

„In unseren Gesprächen ging es vor allem um Teilhabe und die Dynamiken in interkulturellen Gemeinschaften. Es wurde betont, wie wichtig es ist, Geduld zu haben und sich ernsthaft zu bemühen, die jeweils anderen zu verstehen – und auch, dass man miteinander lachen und die gemeinsame Zeit genießen können muss“, sagte er weiter. Er berichtet, dass geändert wurde, wie Mitglieder in das Netzwerk der jungen Erwachsenen aufgenommen würden. Um Transparenz, Zugang und das Vertrauen der jungen Menschen in das Programm zu verbessern, müsse man sich heute bewerben, früher wurden die Mitglieder von Kirchenleitenden nominiert.

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Pfarrerin Laura Saravia von der Salvadorianischen Lutherischen Kirche ergreift im Rahmen der vorbereitenden Tagung der jungen Erwachsenen das Wort. Foto: LWB/Albin Hillert

Pfarrerin Laura Saravia von der Salvadorianischen Lutherischen Kirche ergreift im Rahmen der vorbereitenden Tagung der jungen Erwachsenen das Wort. Foto: LWB/Albin Hillert

„Die jungen Führungspersonen zeigen auf vorbildliche Art und Weise, wie wir den LWB an der Basis verankern und Netzwerke in den verschiedenen Regionen aufbauen können“, lobte Savanna Sullivan, die LWB-Jugendreferentin. „Allein in diesem Jahr haben sie bereits 15 gut besuchte Veranstaltungen organisiert, die teilweise online und teilweise als Präsenzveranstaltung stattgefunden haben. Sie haben damit gezeigt, dass uns heutige Technologien helfen können, miteinander in Kontakt zu treten und unsere Netzwerke auszubauen. Jetzt geht es darum, wie wir die Kontakte zu den Ratsmitgliedern ausbauen und die Erfolgsgeschichten aus den Regionen auf die Arbeit des LWB allgemein übertragen können“, fügte sie hinzu.

In der vorbereitenden Tagung der Frauen feierten die Teilnehmenden zunächst die Veröffentlichung eines neuen Gebetbuch für Frauen mit dem Titel „Gemeinsam beten wir“ vor Kurzem, das Stimmen und Erfahrungen von Frauen aus allen sieben LWB-Regionen zusammenträgt. Gleichzeitig wurden weitere wichtige Erfolge wie die Ordination der ersten zwei Frauen in Nepal, die Wahl der ersten Bischöfin in Österreich, die erstmals gleiche Anzahl von Frauen und Männern auf der Führungsebene in der Taiwanischen Lutherischen Kirche und die Amtseinführung des ersten weiblichen Oberhaupts der Kenianischen Evangelisch-Lutherischen Kirche gefeiert.

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Teilnehmende tauschen sich im Rahmen der vorbereitenden Tagung der Frauen über die Erfolge und Herausforderungen in ihren jeweiligen Regionen aus. Foto: Foto: LWB/Albin Hillert

Teilnehmende tauschen sich im Rahmen der vorbereitenden Tagung der Frauen über die Erfolge und Herausforderungen in ihren jeweiligen Regionen aus. Foto: Foto: LWB/Albin Hillert

„In der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika sind heute rund 70 Prozent aller bischöflichen Personen Frauen“, berichtete Ratsmitglied Pfarrerin Leila Ortiz. Seit Bischöfin Elizabeth Eaton, die von 2013 bis 2025 an der Spitze der Kirche stand, als erste Frau zur Leitenden Bischöfin ernannt wurde, habe auch die Zahl von Frauen insgesamt deutlich zugenommen, die sich für das Pfarramt ausbilden lassen. „Aber sowohl in den USA als auch anderswo benötigen diese weiblichen Führungspersonen mehr Unterstützung und Begleitung vom LWB, da sie neue Wege mit vielen Herausforderungen beschreiten“, fügte sie hinzu.

Pfarrerin Katariina Kiilunen, die Programmverantwortliche des LWB für Veränderung ermöglichendes Leitungswirken, berichtete, dass das LWB-Büro der Kirchengemeinschaft weibliche Führungspersonen in Zukunft gezielter und besser unterstützen wolle, so zum Beispiel durch einen neuen Onlinekurs zu Theologie und Gendergerechtigkeit, der im Herbst starten wird, und die Erstellung einer Bestandsaufnahme theologischer Bildungseinrichtungen, um das Thema Gendergerechtigkeit stärker in den Lehrplänen der theologischen Seminare und den Ausbildungsprogrammen zu verankern.

Zugleich berichtete sie, dass Teilnehmende Sorge über den anhaltenden Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten für ordinierte Frauen in einigen Kirchen, über die vielerorts zunehmenden Rückschritte in Sachen Gendergerechtigkeit und den zunehmenden politischen Extremismus geäußert hätten, der oftmals eine Diskriminierung von Frauen und Gewalt an Frauen nach sich ziehen würde. „Wir müssen das theologische Fundament für unser Engagement für Gendergerechtigkeit festigen, um fundamentalistischer Politik und fundamentalistischen Theologien besser entgegentreten zu können“, betonte Kiilunen. „Außerdem müssen wir das Grundsatzpapier: Gendergerechtigkeit im LWB weiter kontextualisieren und in den verschiedenen Lebensrealitäten der Menschen verankern, auf die Sprache achten, damit die Menschen verstehen, worum es geht, und die Arbeit von Frauen in den verschiedenen Regionen dadurch unterstützt wird.“

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Michael Ram aus der Evangelisch-Lutherische Kirche in Guyana wird während der vorbereitenden Tagung der Männer von LWB-Programmdirektor Sivin Kit interviewt. Foto: LWB/Albin Hillert

Michael Ram aus der Evangelisch-Lutherische Kirche in Guyana wird während der vorbereitenden Tagung der Männer von LWB-Programmdirektor Sivin Kit interviewt. Foto: LWB/Albin Hillert

Die vorbereitende Tagung der Männer zog zunächst Bilanz einer Reise, die mit der ersten vorbereitenden Tagung der Männer zur LWB-Vollversammlung in Krakau 2023 begonnen hatte, und bot männlichen Ratsmitgliedern einen Raum, um sich Gedanken über ihren eigenen Weg als Personen mit Führungsverantwortung zu machen. Dabei ging es allerdings nicht in erster Linie um ihre Funktion als Vertreter bestimmter Institutionen, sondern um sie als individuelle Personen, die durch ihren Glauben, ihren Lebenskontext und ihre persönlichen Erfahrungen geformt wurden.

„Wenn wir darüber sprechen, was Veränderung ermöglichendes Leitungswirken bedeutet, sprechen wir oftmals nur über Führungsverantwortung in offiziellen Funktionen“, erklärte Bischof Steven Lawrence von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Malaysia, der Teil des Kernteams zur Planung der vorbereitenden Tagung der Männer war. „In diesem Jahr wollen wir aber versuchen, uns mehr auf unsere persönlichen Erfahrungen zu konzentrieren. Uns ist bewusst geworden, dass die gemeinsame Weiterentwicklung wichtiger ist als die alleinige Fokussierung auf die persönliche Entwicklung. Deshalb beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir uns gegenseitig am besten von unseren Erfahrungen berichten und gemeinsam weiterentwickeln können, indem wir aus den Erfahrungen der anderen lernen“, sagte er.

Dirk Stelter aus der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers, Deutschland, betonte das Thema der LWB-Ratstagung, die gestern begonnen hat: „Seid ermutigt durch den Glauben, der euch verbindet“ (Römer 1,12). „Es ist wichtig, diese Worte des Paulus über die gegenseitige Ermutigung als Ausgangspunkt zu nehmen, denn das heißt, dass es einen gemeinsamen Nenner gibt, auf dem wir aufbauen können. Es heißt auch, dass ich allein nicht vollständig bin, nicht ganz bin, aber dass es andere gibt, die mir dabei helfen können, vollständig und ganz zu werden“, sagte er.

„In der Führungsverantwortung geht es um unsere Gaben, um die Erkenntnis, dass wir alle unterschiedliche Gaben haben: Es geht darum, die Menschen dabei zu unterstützen, die eigenen Gaben zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen. Außerdem geht es um Vertrauen und Demut. Als Führungskraft müssen die Menschen mir vertrauen können, aber ich muss auch anderen vertrauen und darauf vertrauen, dass sie wissen, was sie tun. Ich muss akzeptieren, dass sie bestimmte Dinge vielleicht auf eine Art und Weise tun, die ich mir selbst nicht hätte vorstellen können“, sagte er abschließend.

LWB/P. Hitchen
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