Afrika: Aus dem Glauben heraus für Klimagerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung einstehen
Mit dem Start eines dreijährigen Aktionsplans für Klimagerechtigkeit bekräftigen junge Menschen in zentralafrikanischen und westafrikanischen Kirchen, dass die Bewahrung der Schöpfung eine moralische, soziale und christliche Verantwortung ist.
Junge Leitungspersonen aus Kirchen der Lutherischen Gemeinschaft in Zentral- und Westafrika gemeinsam mit kirchlichen Verantwortlichen aus der LWB-Subregion beim kürzlich durchgeführten Workshop, auf dem ein dreijähriger Plan für Initiativen zur Bewahrung der Schöpfung auf den Weg gebracht wurde. Foto: EELC/Grâce Paho
Junge Menschen in der LUCCWA-Subregion verpflichten sich zur Umsetzung eines Dreijahresplans für Kirchen und Gemeinwesen
(LWI) – Junge Leitungspersonen aus den Kirchen innerhalb der Lutherischen Gemeinschaft in Zentral- und Westafrika (LUCCWA) haben einen neuen dreijährigen Klimaaktionsplan verabschiedet. Sie werden in den Mitgliedskirchen der Subregion Maßnahmen in den Bereichen ökologische Bildung und Umweltschutz, Advocacy-Arbeit für Klimagerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung koordinieren.
Die Initiative für den Zeitraum 2026 bis 2028 wird durch Ausschüsse unter der Leitung von jungen Menschen, vierteljährliche Treffen zur Fortschrittskontrolle und die Mobilisierung von Ressourcen zur Unterstützung lokaler Initiativen umgesetzt. Der Lutherische Weltbund (LWB) ist in Afrika in drei Subregionen gegliedert. Eine davon ist die LUCCWA, in der zehn Kirchen zusammengeschlossen sind. Die meisten von ihnen sind LWB-Mitgliedskirchen, einige weitere befinden sich im Aufnahmeprozess zur weltweiten Gemeinschaft.
Der Aktionsplan wurde bei einem kürzlich abgehaltenen Seminar in Yaoundé vorgestellt, das von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Kameruns (EELC) ausgerichtet wurde. Dort befassten sich junge Leitungspersonen und andere kirchliche Verantwortliche mit den Auswirkungen des Klimawandels in Zentral- und Westafrika. Als große Herausforderungen wurden Überschwemmungen, Dürren, Wüstenbildung, der Verlust der Artenvielfalt sowie Nahrungsmittel- und Wasserknappheit genannt.
Beispiele aus dem Norden Kameruns zeigten, wie der Rückgang der Feuchtgebiete im Tschadseebecken und im Kongobecken die Ressourcen der Gemeinden zunehmend unter Druck setzt und zu Spannungen zwischen Bauern und Viehzüchtern beiträgt. Madara Clémence von der Kirche der lutherischen Brüder in Kamerun berichtete über Beispiele für vom LWB unterstützte Maßnahmen in der semiariden Region Kousséri. Verschiedene Initiativen trügen dazu bei, klimabedingte Konflikte und Vertreibung zu mindern, sagte sie, darunter Initiativen zur Förderung klimaresilienter Lebensgrundlagen, von Schutzmaßnahmen und sozialem Zusammenhalt, zur Verbesserung des Zugangs zu Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sowie zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt.
Von links nach rechts: Asu Roland Obim (Nigeria), Gamfouo Godje Belinda Christy (Kamerun), LWB-Ratsmitglied Moses Sanganwo Momoh (Sierra Leone), Athanase Baissini (Kamerun) und Ballo Fiounande (Kamerun). Foto: EELC/ Grâce Paho
Diloubenzi Marie Joelle von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo. Foto: EELC/Grâce Paho
Athanase Baissini, Jugendkoordinator der LUCCWA. Foto: EELC/Grâce Paho
Pfarrer Shede Habila von der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria hob den Zusammenhang zwischen Menschenrechten und Klimagerechtigkeit hervor. Er erläuterte, wie Kirchen und die Zivilgesellschaft sich beharrlich für ein entschlosseneres staatliches Vorgehen gegen Überschwemmungen, Ölverschmutzung und Wüstenbildung im Nigerdelta und anderen von Überschwemmungen betroffenen Bundesstaaten einsetzen. Dort seien Gesundheit, Nahrungsmittel- und Wasserversorgung, Lebensgrundlagen, Kultur und Selbstbestimmung bedroht.
Pfr. François Diouf berichtete über Ansätze der Lutherischen Kirche Senegals, bei denen junge Menschen die Leitung übernehmen. Initiativen wie Baumpflanzaktionen, die Wiederherstellung von Ökosystemen, die Förderung von Recycling und Abfallmanagement sowie interreligiöses Engagement stärkten die Widerstandsfähigkeit der Gemeinwesen, sagte er.
Mut und Engagement
Dr. Jean Baïguélé, Nationalbischof der EELC und amtierender Präsident der LUCCWA, forderte die Teilnehmenden auf, sich für eine transformative christliche Führung einzusetzen, und ermutigte junge Menschen, „mit Glauben, Mut und dem Engagement für positiven Wandel voranzugehen“.
Die Teilnehmenden erklärten, das Seminar habe ihr Bewusstsein für Klimagerechtigkeit geschärft und ihre Entschlossenheit erneuert, die Schöpfung zu bewahren – nicht nur im ökologischen Sinne, sondern auch als moralisches und gesellschaftliches Gebot. Diloubenzi Marie Joëlle von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo sagte, sie habe ein tieferes Verständnis für ihre „geistliche und christliche Verantwortung“ und für ihre Rolle als junge Leitungsperson gewonnen.
Wir sind berufen, Wandel zu bewirken, Hoffnung zu stiften und für Klimagerechtigkeit einzutreten
Athanase Baissini, LUCCWA-Jugendkoordinator... – Vorname NACHNAME, Organisation
„Wir sind berufen, Wandel zu bewirken, Hoffnung zu stiften und für Klimagerechtigkeit einzutreten. Unser christlicher Glaube erinnert uns daran, dass Gott uns die Verantwortung übertragen hat, die Schöpfung zu bewahren und die Menschenwürde zu schützen“, sagte Athanase Baissini, Jugendkoordinator der LUCCWA.
„Umweltschutz ist nicht nur Aufgabe von Wissenschaft und Regierungen, sondern auch eine von Gott gegebene Berufung für gläubige Menschen, denen die Sorge für die Schöpfung anvertraut ist“, betonte Pfarrer Dr. Samuel Dawai, LWB-Regionalsekretär für Afrika, abschließend.