Venezuela: Hoffnung in Trümmern des Erdbebens, LWB leistet lebenswichtige Hilfe

01 Jul 2026

Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela leitet der LWB einen groß angelegten humanitären Hilfseinsatz ein.

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Die Folgen der zwei Erdbeben in Venezuela: Mindestens 920 Menschen sind ums Leben gekommen, über 3.360 Menschen wurden verletzt und mehr als 3.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren. Hunderte Gebäude wurden vollständig zerstört. Foto: LWB/María Laura Caballero

Die Folgen der zwei Erdbeben in Venezuela: Mindestens 920 Menschen sind ums Leben gekommen, über 3.360 Menschen wurden verletzt und mehr als 3.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren. Hunderte Gebäude wurden vollständig zerstört. Foto: LWB/María Laura Caballero

Hilfe kommt bei Menschen an, aber es fehlen weiterhin Unterkünfte, sanitäre Einrichtungen und Nahrungsmittel

(LWI) – Nach den verheerenden Erdbeben im Norden Venezuelas vergangene Woche hat der Lutherische Weltbund (LWB) einen humanitären Hilfseinsatz eingeleitet. Mehrere lokale Teams sind bereits vor Ort und leisten in den traumatisierten Gemeinwesen lebenswichtige Hilfe, während der Bedarf an humanitärer Hilfe aber von Stunde zu Stunde weiter steigt.

Durch die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und der ACT Alliance konnte der LWB logistische Herausforderungen rasch bewältigen und erste Nothilfe leisten, eine schnelle Bedarfsanalyse durchführen und in einigen der am schwersten betroffenen Gebiete Hilfsmaßnahmen koordinieren.

„Wir haben gesehen, dass die Zivilgesellschaft in sehr kurzer Zeit außergewöhnliche Hilfsmaßnahmen mobilisieren konnte“, sagt Vanesa Dordelly, Programmkoordinatorin des LWB-Länderprogramms für Venezuela und Kolumbien. „Dank unserer starken lokalen Netzwerke wussten wir schnell, welche Auflagen es zu beachten gibt, konnten La Guaira und El Junquito erreichen und sofort damit beginnen, das Leid der Menschen zu lindern.“

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Viele Gebäude wurden durch die Erdbeben beschädigt oder komplett zerstört. Hier Gebäude in La Guaira, Venezuela. Foto: LWB/María Laura Caballero

Viele Gebäude wurden durch die Erdbeben beschädigt oder komplett zerstört. Hier Gebäude in La Guaira, Venezuela. Foto: LWB/María Laura Caballero

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Einer der Orte, die besucht wurden, war das Spenden- und Verteilzentrum in der Kirche von El Junquito. Dort werden Spenden für die betroffenen Menschen gesammelt, sortiert und verteilt. Foto: LWB/Freisy Gonzalezin

Einer der Orte, die besucht wurden, war das Spenden- und Verteilzentrum in der Kirche von El Junquito. Dort werden Spenden für die betroffenen Menschen gesammelt, sortiert und verteilt. Foto: LWB/Freisy Gonzalezin

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LWB-Mitarbeitende führen in El Junquito, Venezuela, eine Bedarfsanalyse durch. Foto: LWB/Freisy Gonzalezin

LWB-Mitarbeitende führen in El Junquito, Venezuela, eine Bedarfsanalyse durch. Foto: LWB/Freisy Gonzalezin

Wettlauf gegen die Zeit

Am 24. Juni hatten zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 die Region nahe der venezolanischen Hauptstadt Caracas erschüttert und großflächige Zerstörungen angerichtet. Nach Angaben des Amts der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten sind mindestens 920 Menschen ums Leben gekommen, über 3.360 Menschen wurden verletzt und mehr als 3.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren. Etwa 1.400 Gebäude wurden vollständig zerstört. In der Küstenregion La Guaira, dem Epizentrum der Katastrophe, sind Such- und Rettungstrupps in den Trümmern noch immer verzweifelt auf der Suche nach Überlebenden.

Die emotionale Belastung ist groß. „Der Verlust so vieler Menschenleben und die Qual der Familien, die noch immer nach geliebten Menschen suchen, erfüllen mich mit großem Schmerz“, fügt Dordelly hinzu. „An die Ersthelferinnen und Ersthelfer: Wir möchten ihnen Mut zusprechen und Hoffnung senden. Wir wissen, wie belastend diese Stunden sind.“

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Viele Gebäude wurden durch die Erdbeben beschädigt oder komplett zerstört. Hier Gebäude in La Guaira, Venezuela. Foto: LWB/María Laura Caballero

Viele Gebäude wurden durch die Erdbeben beschädigt oder komplett zerstört. Hier Gebäude in La Guaira, Venezuela. Foto: LWB/María Laura Caballero

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LWB-Mitarbeitenden ermitteln in El Junquito, Venezuela, den Bedarf an Hilfsgütern. Foto: LWB/Freisy Gonzalezin

LWB-Mitarbeitenden ermitteln in El Junquito, Venezuela, den Bedarf an Hilfsgütern. Foto: LWB/Freisy Gonzalezin

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Ein Mitarbeiter des LWB verteilt ein Paket mit Nothilfeartikeln in El Junquito, Venezuela. Foto: LWB/Freisy Gonzalezin

Ein Mitarbeiter des LWB verteilt ein Paket mit Nothilfeartikeln in El Junquito, Venezuela. Foto: LWB/Freisy Gonzalezin

Dringend benötigt: Unterkünfte, sauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel

Nach dem ersten Schock zeigt sich nun zunehmend das Ausmaß und die Komplexität der Krise. Der LWB konzentriert sich vor Ort vor allem auf Hilfsleistungen, die für das Überleben der Menschen wichtig sind: Unterkünfte und die Bewältigung von Schutzrisiken, die Abwendung einer Wasserkrise und eines sanitären Notstands sowie die Verhinderung akuter Ernährungsunsicherheit. Tausende Familien schlafen auf den Straßen und sind den Elementen schutzlos ausgesetzt und vulnerabel. Die zerstörte Infrastruktur hat zu akuter Wasserknappheit geführt, was das Risiko für Ausbrüche von Krankheiten, die über Wasser übertragen werden, deutlich erhöht. Durch die Katastrophe sind die Märkte gestört und viele Familien haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren.

„Lieferengpässe und stark steigende Preise belasten unsere Hilfsmaßnahmen enorm“, erklärt Golda Ibarra, Vertreterin des LWB für Kolumbien und Venezuela. „Aber wir machen weiter. Wir arbeiten rund um die Uhr mit Gruppen zum Schutz der humanitären Hilfe zusammen, um herauszufinden, wie wir die Hilfe am sichersten und schnellsten zu den Menschen bringen können“, fügt sie hinzu.

Präsenz vor Ort und Zugang zu betroffenen Gebieten

Während der Zugang zu den Gebieten, die am stärksten betroffen sind, weiterhin strengen staatlichen Auflagen unterliegt, konnten Nothilfeteams des LWB dank des großen Vertrauens, das er durch sein langjähriges Engagement bei den Menschen vor Ort genießt, schnell nach Caracas, Miranda, La Guaira und Carabobo entsandt werden.

Zusammen mit lokalen Partnern und kirchlichen Netzwerken verteilt der LWB Nahrungsmittel-Notrationen und Überlebenspakete mit Decken, Taschenlampen, Hygieneartikeln und unentbehrlichen Haushaltsgegenständen. Freiwillige werden direkt vor Ort geschult, um zu eruieren, wie sich die Bedürfnisse der Überlebenden entwickeln.

Wie Sie helfen können

Das Ausmaß dieser Katastrophe erfordert eine internationale Reaktion. Der Koordinator für die humanitäre Hilfe des LWB weltweit, Allan Calma, und die Koordinatorin des Regionalprogramms Carmen Garcia sind sehr dankbar für die bereits zugesagten Hilfsmittel von Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen, betonen aber auch, dass der Wiederaufbau ein langer Prozess sein wird.

„Der Bedarf ist enorm und unsere vorhandenen Mittel stoßen an ihre Grenzen“, erklärten sie. „Wir benötigen dringend zusätzliche Unterstützung, um unsere Hilfe ausweiten und die lebensrettenden Versorgungsstrukturen aufrechterhalten zu können. Jede Sekunde zählt.“

LWB/P. Mumia
Thematiken:
Land:
Venezuela