Ukraine: Räume für Heilung und neue Hoffnung schaffen

09 Jun 2026

Inmitten des sich verschärfenden Kriegs und der anhaltenden Vertreibung in der Ukraine helfen verschiedene Initiativen in den Gemeinwesen den Menschen, neue Hoffnung zu schöpfen und eine Zukunftsvision für nach dem Krieg zu entwickeln.

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LWB-Delegation zu Besuch im Beratungs- und Krisenzentrum für verantwortungsvolle Elternschaft in Charkiw. Foto: Sophiia Storchak

LWB-Delegation zu Besuch im Beratungs- und Krisenzentrum für verantwortungsvolle Elternschaft in Charkiw. Foto: Sophiia Storchak

LWB und lokale Partner setzen Unterstützung für kriegsgeplagte Gemeinwesen fort

(LWI) – Während in der Ukraine nach wie vor immer wieder Luftalarm ertönt und Angriffe weitverbreitet Zerstörung anrichten und Leid verursachen, engagieren sich der Lutherische Weltbund (LWB) und seine Partner vor Ort weiterhin für die vom Krieg betroffene Bevölkerung. Neben der Bereitstellung von Unterkünften, Nahrungsmitteln und Nothilfe gewinnen längerfristige Wiederaufbaubemühungen zum Beispiel um die psychische Gesundheit und die psychosoziale Unterstützung der Menschen immer mehr an Bedeutung, damit die Menschen neue Hoffnung schöpfen können.

In Charkiw arbeitet LWB-Ukraine mit einem niedrigschwelligen Treffpunkt des Charkiwer Stadtrats für die Menschen, dem so genannten Beratungs- und Krisenzentrum für verantwortungsvolle Elternschaft, zusammen. Fachleute aus dem Gesundheitsbereich und den sozialen Sicherungssystemen beraten dort Einzelpersonen und Familien, die vom Krieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden, unter anderem zu schwierigen Vorgängen wie der Suche nach verschollenen Angehörigen oder die Wiedervereinigung mit geliebten Menschen, von denen sie lange getrennt waren.

Svetlana Horbunova-Ruban, eine Fachfrau mit mehr als 50 Jahren Berufserfahrung auf diesem Gebiet, erklärt, das Zentrum sei eine wichtige Anlaufstelle für Menschen, die seit Jahren mit Vertreibung, Verlust und Unsicherheit zu kämpfen hätten. Tausende Menschen hätten bereits wichtige Unterstützung erhalten, sagt sie. „Allein 2025 konnten wir mehr als 2.000 Anfragen aus der Bevölkerung erfolgreich bearbeiten und 420 persönliche Beratungsgespräche durchführen“, freut sie sich.

Susan Muis, LWB-Programmkoordinatorin für die Region, war jüngst in Charkiw zu Besuch und hat lobende Worte für das Zentrum gefunden, dem es gelungen sei, seine Türen für die Hilfesuchenden offen zu halten und ihnen einen offenen und einladenden Raum zu bieten. Sie hat sich unter anderem mit Mitarbeitenden des LWB vor Ort getroffen, um besser zu verstehen, mit welchen Herausforderungen sie tagtäglich konfrontiert sind, und ihr Engagement trotz der beschränkten finanziellen Mittel und der prekären Sicherheitslage für sie selbst und ihre Familien zu würdigen. „Neben all der Zerstörung können die Menschen hier noch etwas anderes erleben: Hoffnung“, sagt Muis. Sie hob hervor, dass der Besuch mit einer Phase intensiver Kampfhandlungen zusammengefallen sei: „Tausende Drohnen und Raketen, die im ganzen Land eingesetzt wurden, setzen die Menschen und alle, die sie unterstützen, erneut stark unter Druck."

Als Zeichen der Hoffnung hätten die Mitarbeitenden des LWB in der Ukraine verschiedene Baumpflanzaktionen in Parks und Spiele im Freien organisiert, mit wiederverwendeten und recycelten Materialien an kreativen Kunstprojekten gearbeitet und Menschen generell geholfen, irgendwie die vielen Herausforderungen zu meistern, mit denen sie konfrontiert seien. „Diese Aktivitäten mögen auf den ersten Blick oberflächlich und bedeutungslos wirken, aber in einem Land, in dem seit fünf Jahren Krieg herrscht, symbolisieren sie etwas sehr Wichtiges: die Möglichkeit, mit dem Leben weiterzumachen und sich eine Zukunft ohne Krieg vorzustellen“, sagt Muis.

„Auch wenn sich der Bedarf an humanitärer Hilfe verändert und die Unsicherheit in Bezug auf die Finanzausstattung weiterhin groß ist, ist der LWB entschlossen, die dringendsten Bedürfnisse weiterhin zu erfüllen und an der Seite der betroffenen Menschen zu stehen. Die finanzielle Unterstützung und Zusammenarbeit mit Initiativen für die psychosoziale Versorgung der Menschen und die Verbesserung der Resilienz der Menschen wie in diesem Zentrum sind sowohl für die unmittelbare Nothilfe als auch die längerfristigen Wiederaufbaubemühungen wichtig“, erklärt Muis abschließend.

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LWB-Mitarbeitende pflanzen in einem Park in Charkiw Bäume. Foto: LWB-Ukraine/Alina Zhuravel

LWB-Mitarbeitende pflanzen in einem Park in Charkiw Bäume. Foto: LWB-Ukraine/Alina Zhuravel

2025 haben mehr als 4.400 Personen von LWB-Ukraine Hygieneartikel und Hilfe in Form von Nahrungsmitteln und Sachleistungen erhalten und mehr als 7.400 Menschen haben Unterstützung für ihre psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung erhalten. Darüber hinaus wurden mehr als 800 Schulkinder und Lehrkräfte mit Möbeln und Artikeln aus dem Bereich Schulbedarf versorgt. Gleichzeitig wurden fast 480 Wohnhäuser und drei Gemeinschaftsanlagen wieder aufgebaut.

Durch den Krieg in der Ukraine sind rund 3,4 Millionen Menschen im eigenen Land vertrieben und weitere 5,6 Millionen Menschen sind ins Ausland, vor allem in europäische Staaten, geflohen.

LWB/P. Mumia
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