Asien: Mit lokalen Stimmen für mehr globale Klimagerechtigkeit

21 Sep 2026

Aktivistinnen und Aktivisten für Klimagerechtigkeit aus Süd- und Südostasien, haben sich in Kathmandu getroffen. Ihr Anliegen: die regionale Zusammenarbeit stärken und die lokale Bevölkerung stärker in Klimapolitik und Advocacy-Prozesse einbinden.

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Vertreterinnen und Vertreter von LWB-Mitgliedskirchen, LWB-Länderprogrammen sowie Partnerorganisationen aus Süd- und Südostasien beim regionalen Workshop zur Stärkung der Kapazitäten für mehr Klimagerechtigkeit in der gesamten Region. Foto: LWF Nepal / D. Lamsal

Vertreterinnen und Vertreter von LWB-Mitgliedskirchen, LWB-Länderprogrammen sowie Partnerorganisationen aus Süd- und Südostasien beim regionalen Workshop zur Stärkung der Kapazitäten für mehr Klimagerechtigkeit in der gesamten Region. Foto: LWF Nepal / D. Lamsal

Regionaler Workshop zur Stärkung der Klimapolitik in der gesamten Region 

(LWI) – Mehr Möglichkeiten zur Teilhabe an klimapolitischen Prozessen schaffen, Klimagerechtigkeit fördern und betroffene Bevölkerungsgruppen in die Entscheidungsfindung miteinbeziehen – das war das zentrale Ziel einer Schulung, die der Lutherische Weltbund (LWB) kürzlich gemeinsam mit seinem Länderprogramm in Nepal im Rahmen des „Asia Zone Emergency and Environment Cooperation Network“ (AZEECON) veranstaltet hat. Mit dabei waren u.a. Personen aus LWB-Mitgliedskirchen, aus Länderprogrammen des Weltdienstes sowie Partnerorganisationen aus Süd- und Südostasien.

In der gesamten Region leiden die Menschen unter immer häufiger auftretenden schweren Überschwemmungen, Wirbelstürmen, Dürren, Hitzewellen, Erdrutschen, einem steigenden Meeresspiegel, dem Abschmelzen ihrer Gletscher und unter Umweltzerstörung. Lebensgrundlagen, die Nahrungsmittel- und Wasserversorgungssicherheit, die Gesundheit und die Ökosysteme sind bedroht. Vertreibung, Migration und humanitäre Not nehmen zu.

38 Personen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung in Bangladesch, Kambodscha, Indien, Indonesien, Myanmar, Nepal und Thailand stellten bei der Schulung vom 17. bis 22. August einen Zusammenhang zwischen den genannten Problemfeldern und den politischen Prozessen der Klimapolitik her. Im Fokus standen dabei Themen wie die nationalen Klimabeiträge (NDCs), nationale Anpassungspläne (NAPs), Aktionspläne zur Geschlechtergleichstellung (GAPs), Klimafinanzierung, Verluste und Schäden, Anpassung und Eindämmung sowie Gendergerechtigkeit und Menschenrechte.

Klimagerechtigkeit, Menschenrechte und Solidarität

„Der Klimawandel ist eine Frage der Gerechtigkeit, der Menschenrechte und der Solidarität mit den Menschen und Bevölkerungsgruppen, die am stärksten unter den Folgen leiden“, sagte Elena Cedillo, LWB-Programmreferentin für Klimagerechtigkeit, die mehrere Sitzungen des Workshops moderierte.

Laut Cedillo war die Schulung eine Gelegenheit, den Climate Advocacy Guide des LWB in die Praxis umzusetzen und Bereiche aufzuzeigen, in denen die Zusammenarbeit gestärkt und mehr Synergien für die gesamte Region geschaffen werden können. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen aus ihren Ländern aus und sprachen darüber, wie diese in klare Advocacy-Botschaften oder Empfehlungen für staatliche Politik und mögliches Engagement umgesetzt werden können.

Enamul Haque, Leiter des Bereichs Landwirtschaft und Klimawandel bei der nichtstaatlichen Entwicklungsorganisation „Rangpur Dinajpur Rural Service“ (RDRS) in Bangladesch, sagte, sein Land habe zwischen 2000 und 2023 134 klimabedingte Ereignisse und Katastrophen erlebt, von denen rund 130 Millionen Menschen betroffen waren.

„Klimagerechtigkeit bedeutet, sicherzustellen, dass die am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen – insbesondere Frauen, Menschen in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und Fischerei sowie Klimavertriebene– bei Entscheidungen über Anpassungsmaßnahmen und die Finanzierung von Verlusten und Schäden ein Mitspracherecht haben“, sagte er. RDRS, ursprünglich ein assoziiertes Programm des LWB, ist inzwischen eine LWB-Partnerorganisation in Bangladesch.

Erkenntnisse, die das regionale Handeln stärken

Für Bhoj Raj Khanal, LWB-Programmkoordinator in Myanmar und Thailand, war der Austausch zwischen den Ländern eine gute Gelegenheit, sich mit praktischen Lösungen auseinanderzusetzen und auch Schwachstellen innerhalb der jeweiligen Gemeinschaften zu thematisieren.

„Durch den Austausch über bewährte Verfahren in verschiedenen Ländern habe ich bei der Schulung viel über klimafreundliche Landwirtschaft und angepasste Technologien gelernt. Außerdem habe ich gesehen, wie eine umfassende Analyse – bei der Jugend, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und Behinderung berücksichtigt werden – dazu beitragen kann, dass Klimaresilienz-Initiativen die am stärksten gefährdeten Menschen besser erreichen“, sagte er.

Laut Khanal war das Treffen auch eine Gelegenheit, mehr zu lernen über den Zugang zu Finanzmitteln für Verluste und Schäden, Vertreibung und den Verlust von Lebensgrundlagen in Sektoren wie Landwirtschaft und Fischerei, auch im Zusammenhang mit Migration.

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Bei der Schulung erörterten Aktivistinnen und Aktivisten für Klimagerechtigkeit den Zusammenhang zwischen extremen Klimaereignissen in ihren Ländern und den politischen Entscheidungsprozessen für den Klimaschutz. Foto: LWF Nepal /D. Lamsal

Bei der Schulung erörterten Aktivistinnen und Aktivisten für Klimagerechtigkeit den Zusammenhang zwischen extremen Klimaereignissen in ihren Ländern und den politischen Entscheidungsprozessen für den Klimaschutz. Foto: LWF Nepal /D. Lamsal

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Bei der Schulung erörterten Aktivistinnen und Aktivisten für Klimagerechtigkeit den Zusammenhang zwischen extremen Klimaereignissen in ihren Ländern und den politischen Entscheidungsprozessen für den Klimaschutz. Foto: LWF Nepal /D. Lamsal

Bei der Schulung erörterten Aktivistinnen und Aktivisten für Klimagerechtigkeit den Zusammenhang zwischen extremen Klimaereignissen in ihren Ländern und den politischen Entscheidungsprozessen für den Klimaschutz. Foto: LWF Nepal /D. Lamsal

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Erfahrungsaustausch in Kleingruppen über Klimaschutzmaßnahmen und Politik in den Bereichen Klimafinanzierung, Verluste und Schäden, Anpassung und Eindämmung, Gendergerechtigkeit und Menschenrechte. Foto: LWF Nepal /D. Lamsal

Erfahrungsaustausch in Kleingruppen über Klimaschutzmaßnahmen und Politik in den Bereichen Klimafinanzierung, Verluste und Schäden, Anpassung und Eindämmung, Gendergerechtigkeit und Menschenrechte. Foto: LWF Nepal /D. Lamsal

Eine wichtige Erkenntnis waren die Aspekte Gerechtigkeit und Menschenrechte für Khat Sreynich, Projektkoordinatorin bei der „Lutheran Hope Cambodia Organization“ (LHCO). „Der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch eine Frage von Gerechtigkeit, Menschenrechten und Gleichberechtigung. Ich habe gelernt, dass besonders verletzbare Gruppen, also die, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, oft am stärksten unter dessen Folgen leiden“, sagte sie.

Sreynich werde diese Erkenntnisse mit nach Kambodscha nehmen, sagte sie, um sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen und jungen Menschen zu teilen und Klimagerechtigkeit mit der Gemeinde- und Jugendarbeit zu verknüpfen, mit dem Ziel, andere zu sinnvollem Handeln anzuregen.

LWB/E. Albrecht
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Nepal
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