Gemeinsamer Einsatz für Gemeinwesen nach den Erdbeben in Venezuela und Kolumbien

07 Sep 2026

Der LWB und das Hilfswerk der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz arbeiten zusammen, um Überlebende der jüngsten Erdbeben in Venezuela und Kolumbien wirksamer zu unterstützen und zu schützen.

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Mitarbeitende des LWB und von HEKS/EPER verteilen lebenswichtige Haushaltsgegenstände an Überlebende des Erdbebens in Chocó, Kolumbien. Foto: HEKS-EPER

Mitarbeitende des LWB und von HEKS/EPER verteilen lebenswichtige Haushaltsgegenstände an Überlebende des Erdbebens in Chocó, Kolumbien. Foto: HEKS-EPER

LWB und HEKS unterstützen gemeinsam Überlebende von Erdbeben

(LWI) – Urplötzlich bebte die Erde und stellte das Leben tausender Menschen auf den Kopf. Häuser bekamen Risse. Familien liefen auf die Straße, ohne zu wissen, ob sie gefahrlos in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Kirchen, die seit Generationen bestanden, wurden zu Anlaufstellen für verängstigte und trauernde Menschen.

In Momenten wie diesen kann keine einzelne Organisation die Last allein tragen. Deshalb haben sich der Lutherische Weltbund (LWB) und das Hilfswerk der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz (HEKS/EPER) sowohl in Venezuela als auch in Kolumbien für einen gemeinsamen Weg entschieden: nicht mit zwei getrennten, parallel verlaufenden Einsätzen, sondern im Rahmen einer gemeinsamen Hilfe, die auf jahrelangem Vertrauen und dem gemeinsamen Auftrag beruht, den am stärksten gefährdeten Menschen zu dienen.

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LWB und HEKS/EPER verteilen Kleidung und weitere Hilfsgüter an Überlebende des Erdbebens in Chocó, Kolumbien. Foto: HEKS-EPER

LWB und HEKS/EPER verteilen Kleidung und weitere Hilfsgüter an Überlebende des Erdbebens in Chocó, Kolumbien. Foto: HEKS-EPER

Venezuela: Von den ersten Stunden an gemeinsam vor Ort

Als im Juni zwei schwere Erdbeben den Norden der Zentralregion Venezuelas erschütterten, warteten der LWB und HEKS/EPER nicht ab, um sich aus der Ferne abzustimmen. Sie machten sich gemeinsam auf den Weg nach La Guaira und Miranda, gingen durch dieselben Straßen, saßen mit denselben Familien zusammen und hörten dieselben Geschichten von Verlust und Angst. Diese gemeinsame Bestandsaufnahme vor Ort bildete die Grundlage für alles, was folgte.

Seitdem planen und handeln die beiden Organisationen weiterhin gemeinsam. Sie haben einen gemeinsamen Spendenaufruf gestartet und führen in zahlreichen Bereichen gemeinsame Hilfsmaßnahmen durch. So müssen die Menschen in den betroffenen Gemeinschaften nicht zwei verschiedenen Organisationen zweimal von ihrem Leid erzählen.

Kolumbien: Eine erprobte und bewährte Freundschaft

In Kolumbien ist diese Partnerschaft nicht neu. Hier arbeiten der LWB und HEKS/EPER seit Jahren auf der Grundlage eines gemeinsamen Engagements zusammen: Sie stehen Gemeinschaften bereits lange vor einer Katastrophe zur Seite und bleiben auch dann noch, wenn die Schlagzeilen längst wieder aus den Zeitungen verschwunden sind. Als im August ein Erdbeben Chocó erschütterte, konnten sie dank dieser Grundlage des Vertrauens sofort und ohne Zögern handeln.

In Quibdó arbeiteten die Teams beider Organisationen Hand in Hand. Gemeinsam mit den Familien ermittelten sie deren dringendste Bedarfe und verteilten anschließend Hygienesets und Materialien für Notunterkünfte an Menschen, die fast alles verloren hatten. Die Teams standen dabei im laufenden Austausch, damit trotz der Beteiligung zweier Organisationen keine Familie durchs Raster fiel. Und als es darum ging, die Weltöffentlichkeit um Hilfe zu bitten, veröffentlichten sie nicht zwei getrennte Appelle, sondern traten gemeinsam auf und sprachen mit einer Stimme.

Mehr als eine Partnerschaft – eine gemeinsame Berufung

Für die beiden Organisationen geht es dabei nicht nur um effiziente Logistik und eine kluge Koordination, auch wenn beides eine wichtige Rolle spielt. Es geht um eine gemeinsame Berufung und eine Überzeugung, die beide seit Generationen leitet: Wenn die Nächsten leiden, ist man für sie da – und wer gemeinsam für sie da ist, kann sie wirksamer unterstützen.

Inmitten der Trümmer in Venezuela und Kolumbien wird diese Überzeugung jeden Tag gelebt: wenn Hygienesets in zerstörte Stadtviertel gebracht werden, wenn Familien, die unter freiem Himmel schlafen, Materialien für Notunterkünfte erhalten und wenn zwei Organisationen ganz selbstverständlich ihre Kräfte bündeln.

LWB-Mitarbeitende