Stipendiatinnen, Stipendiaten und Alumni erörtern Dimensionen kirchlichen Führungswirkens
LWB-Stipendiatinnen und -Stipendiaten sowie Alumni des LWB-Stipendienprogramms aus Afrika, Asien, Europa sowie Lateinamerika und der Karibik beschäftigen sich in dieser Woche mit den verschiedenen Dimensionen kirchlichen Führungswirkens.
20. April 2026, Wittenberg, Deutschland: Die Teilnehmenden an dem Seminar für LWB-Stipendiatinnen und -Stipendiaten sowie Alumni des LWB-Stipendienprogramms zur Ausbildung von Führungskompetenzen vom 19. bis 24. April in der Lutherstadt Wittenberg, Deutschland, kamen aus allen LWB-Regionen. Foto: LWB/Albin Hillert
Teilnehmende aus allen Weltregionen treffen sich in Wittenberg
Das Thema eines einwöchigen Seminars zur Ausbildung von Führungskompetenzen in Wittenberg, Deutschland, an dem in dieser Woche aktuelle Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni des Stipendienprogramms des Lutherischen Weltbundes (LWB) teilgenommen haben, stand unter der Überschrift „Grow to Lead“ (Wachsen und sich entwickeln, um Führungsverantwortung zu übernehmen). Durch das LWB-Stipendienprogramm konnten seit den 1950er Jahren mehr als 3.000 Frauen und Männer in einer theologischen Ausbildung oder einer Ausbildung für die Übernahme von kirchlicher Führungsverantwortung unterstützt werden.
Bei dem Treffen vom 19. bis 24. April beschäftigen sich rund ein Dutzend Teilnehmende aus Afrika, Asien, Europa sowie Lateinamerika und der Karibik mit den verschiedenen Dimensionen und Aspekten kirchlicher Führungsverantwortung. Das Seminar fand vor dem Hintergrund des Aufrufs der Dreizehnten LWB-Vollversammlung 2023 an die weltweite Kirchengemeinschaft statt, die Mitgliedskirchen in ihrem Engagement für den Ausbau der Führungskompetenzen im Rahmen einer verantwortungsbewussten Theologie zu begleiten und zu unterstützen.
Yichun Chiang Chiang, eine Teilnehmerin aus der Lutherischen Kirche Taiwans, betonte beim Besuch der Stadtkirche St. Marien zu Wittenberg am ersten Tag, wo Martin Luther lebte und predigte und die Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts ihren Anfang nahm, wie bedeutsam es sei, dass das Treffen in der historisch so bedeutsamen Stadt Wittenberg stattfindet.
„Wir kommen aus verschiedenen Kirchen, aber weil wir alle zur evangelischen Glaubenstradition gehören, hat für uns alle hier alles begonnen. Und ich finde es wunderbar und sehr schön, dass wir hier an diesem Ort, wo alles begann, voneinander lernen können“, sagte Chiang, die finanziell vom LWB unterstützt wurde, um an der Lutheran School of Theology in Chicago, USA, ein Masterstudium zu absolvieren.
„Eine Sache, auf die ich mich diese Woche besonders freue, ist, etwas über einen Führungsstil zu lernen, der den Menschen Mut macht und sie zu mehr Selbstbestimmung zurüstet, anstatt Kontrolle auszuüben, und mich genau darüber mit den anderen Teilnehmenden auszutauschen“, führte Chiang aus.
Pfarrerin Lesego Martha Temane von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika erzählt in einer Kennenlernrunde in Wittenberg von sich. Foto: LWB/Albin Hillert
Die Stadtkirche St. Marien zu Wittenberg, wo Martin Luther lebte und predigte und die Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Foto: LWB/Albin Hillert
Besuch in der Stadtkirche St. Marien zu Wittenberg am ersten Tag des Seminars für LWB-Stipendiatinnen und -Stipendiaten sowie Alumni des LWB-Stipendienprogramms zur Ausbildung von Führungskompetenzen. Foto: LWB/Albin Hillert
Die Programmverantwortliche des LWB für Veränderung ermöglichendes Leitungswirken, Pfarrerin Katariina Kiilunen, erklärte, ein wichtigste Ziel des Seminars sei, bewährte Führungspraktiken aufzuzeigen, die Selbstwahrnehmung der Teilnehmenden zu stärken und sie dabei zu unterstützen, die eigenen Führungskompetenzen weiterzuentwickeln.
„Das umfasst auch, sich Gedanken darüber zu machen, was das Konzept einer ‚verantwortungsbewussten Theologie‘ von uns als Führungspersonen verlangt, wie es unsere Entscheidungen und unser Wirken als Führungspersonen prägt und wie wir es in unserem Führungswirken praktisch zum Ausdruck bringen“, erklärte Kiilunen.
„Gelegenheit, Jesus in meinem Gegenüber zu begegnen“
Die Teilnehmenden arbeiteten im Laufe der Woche daran, ihr eigenes Selbstverständnis und ihre Visionen als aktuelle und aufsteigende lutherische Führungspersonen aus nationaler und regionaler Perspektive zum Ausdruck zu bringen, aber auch als Mitglieder der weltweiten lutherischen LWB-Gemeinschaft.
„Es ist wirklich, wirklich wichtig, dass wir Gelegenheiten wie diese erhalten – nicht nur für unsere theologische Ausbildung an sich, sondern auch, weil es uns hilft, die Führungskompetenzen zu entwickeln, die wir nutzen werden, um unseren Kirchen und den Menschen noch besser zu dienen“, betonte Pfarrerin Delphine Fongeh Nsufor von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Kameruns.
Eine tolle Gelegenheit, Jesus in allen meinen Schwestern und Brüdern hier zu begegnen.
Pfarrerin Delphine Fongeh Nsufor, Evangelisch-Lutherische Kirche Kameruns
Fongeh Nsufor ist Doktorandin im zweiten Jahr ihrer Promotion im Fach Altes Testament an der Stellenbosch-Universität in Südafrika. Sie erhält ihr Stipendium über die Hélène Ralivao-Stiftung des LWB, die Studierende in den Fachbereichen Theologie, Führungsverantwortung und Gendergerechtigkeit unterstützt.
„Bei der Führungsverantwortung in der Kirchen geht es nicht nur um spirituelles Führungswirken: Die Kirche ist Teil der Welt, deshalb müssen wir in der Lage sein, nicht nur als einzelne christliche Gläubige Führungsverantwortung in der Kirche zu übernehmen, sondern auch als Kirche, die in einem Umfeld wirkt, dem sie ihrer Berufung nach Jesus Christus zeigen soll“, sagte sie.
„Wenn ich hier alle meine Schwestern und Brüder aus den vielen verschiedenen Weltregionen und kulturellen Kontexten anschaue, fühlen wir uns wie Fremde, dabei sind wir alle Brüder und Schwestern in Christus. Daher ist es für mich [...] eine tolle Gelegenheit, Jesus in allen meinen Schwestern und Brüdern hier zu begegnen“, betonte Fongeh Nsufor abschließend.
LWB-Stipendiatinnen und -Stipendiaten sowie Alumni des LWB-Stipendienprogramms aus Afrika, Asien, Europa sowie Lateinamerika und der Karibik sind vom 19. bis 24. April 2026 in der historisch bedeutsamen Stadt Wittenberg, Deutschland, unter der Überschrift „Grow to Lead“ zusammengekommen. Ziel des Seminars ist, sich zusammen mit den verschiedenen Dimensionen von kirchlichem Führungswirken im Rahmen einer verantwortungsbewussten Theologie zu beschäftigen.