Selig sind, die Frieden stiften – eine ökumenische Initiative
Der LWB hat sich mit elf anderen Weltweiten christlichen Gemeinschaften und ökumenischen Organisationen zusammengeschlossen, um der Botschaft und dem Auftrag der Bergpredigt Nachdruck zu verleihen.
Die Koordinierungsgruppe der Initiative „Selig sind, die Frieden stiften“, der Vertreterinnen und Vertreter von zwölf christlichen Kirchen und ökumenischen Organisationen angehören. Foto: LWB/A. Hial
Kirchenleitende beschäftigen sich mit Bedeutung der Bergpredigt und nehmen an stillem Friedensmarsch durch London teil
(LWI) – Im Vorfeld des Internationalen Tags des Friedens haben sich Vertretungen von zwölf christlichen Kirchen und ökumenischen Organisationen in London, England, zu einer ersten Präsenztagung der Koordinierungsgruppe der Initiative „Selig sind, die Frieden stiften“ getroffen. Die Initiative soll die Bedeutung der Bergpredigt in unserer heutigen Zeit unterstreichen.
Der Lutherische Weltbund (LWB) ist Gründungsmitglied der Gruppe, die ins Leben gerufen wurde, um sich mit der Botschaft und dem Auftrag dieser Bibelstelle aus dem Matthäusevangelium zu beschäftigen, in der Jesus seine Jünger über die zentralen Elemente eines glaubenstreuen christlichen Lebens unterrichtet. Die Gruppe werde Feierlichkeiten zum 2.000-jährigen Jubiläum der Bergpredigt im Jahr 2030 vorbereiten und diese als „ein wichtiges ökumenisches Zeugnis für die zentrale Botschaft des Evangeliums“ gestalten, erklärte Pfarrerin Dr. Anupama Hial, LWB-Programmreferentin für Öffentliche Theologie weltweit, die an den Veranstaltungen in London teilgenommen hat.
Jesu Lehre ‚selig sind, die Frieden stiften‘ ist nicht einfach nur ein ethisch-moralisches Ideal, sondern ein Aufruf, Gottes Versöhnungsauftrag tatkräftig zu verkörpern.
Pfarrerin Dr. Anupama Hial, LWB-Programmreferentin für öffentliche Theologie weltweit
„Die Bergpredigt ist ein Aufruf an alle christlichen Gläubigen, ihren Glauben nicht nur theoretisch zu bekennen, sondern ganz praktisch in der Nachfolge Christi zu leben, die Nächsten und den Feind zu lieben, zu vergeben, Gerechtigkeit und Versöhnung zu üben, denn all das sind sichtbare Zeichen für das Reich Gottes“, erklärte sie. „Jesu Lehre ‚selig sind, die Frieden stiften‘ (Matthäus 5,9) ist nicht einfach nur ein ethisch-moralisches Ideal, sondern ein Aufruf, Gottes Versöhnungsauftrag in unserer verwundeten und gespaltenen Welt tatkräftig zu verkörpern.“
In den nächsten drei Jahren werden sich die Mitglieder der Koordinierungsgruppe mit der theologischen, gottesdienstlichen und praktischen Bedeutung dieses Textes beschäftigen, der zu den bekanntesten Texten des Neuen Testaments zählt. Sie werden erkunden, inwiefern die Worte Jesu auch heute noch all jene animieren und inspirieren, die sich weltweit für Frieden einsetzen. Sie werden Vorschläge machen, wie diese Botschaft in Gottesdienste und andere liturgische Feiern eingebunden werden kann. Und sie werden ergründen, wie die Botschaft der Seligpreisungen neue Bedeutung erlangen kann, um das praktische Engagement für eine gerechtere, friedlichere und versöhntere Welt zu unterstützen.
Pfarrerin Dr. Anupama Hial, LWB-Programmreferentin für Öffentliche Theologie weltweit, (Mitte) nimmt am Friedensmarsch und an der Mahnwache teil. Foto: LWB/A. Hial
Eine Teilnehmerin an der stillen Mahnwache, die am 19. September in der Londoner Innenstadt stattfand. Foto: LWB/A. Hial
Teilnehmende an der stillen Mahnwache und dem Friedensmarsch, die am 19. September in der Londoner Innenstadt stattfanden. Foto: LWB/A. Hial
Am Tag nach ihrem Treffen am 18. September schlossen sich viele Mitglieder der Gruppe Hunderten von Menschen für eine stille Mahnwache und einen Friedensmarsch durch die Londoner Innenstadt an, der von den Quäkern in Großbritannien organisiert worden war. Der Zug zog unter anderem entlang der Straße Whitehall im Regierungsviertel, an der viele der großen Regierungsbehörden und Ministerien ihren Sitz haben.
„Der Arbeitsschwerpunkt der Koordinierungsgruppe und der Initiative entspricht sehr genau der Berufung des LWB, eine weltweite Gemeinschaft zu sein, die sich für Frieden, Versöhnung, Gerechtigkeit und die Einheit der Kirche einsetzt“, unterstrich Hial. „Unsere lutherisch-theologische Tradition versteht den Glauben als aktives Engagement für Liebe und die Freiheit unserer Nächsten. Die Teilhabe an dieser großen Feier der Bergpredigt bietet eine Gelegenheit, die biblische Vision von Frieden mit unserer laufenden theologischen Arbeit zu verbinden, unter anderem auch mit der Arbeit der LWB-Studiengruppe zu ‚Frieden und Versöhnung in Zeiten von Konflikten und Krieg‘ sowie unserem praktischen Engagement für Versöhnung“, führte sie aus.
„Sich in dieser Initiative zu engagieren, kann uns auch helfen, die Feierlichkeiten im Jahr 2030 mit dem ökumenischen Engagement und der Friedensarbeit des LWB und seiner Mitgliedskirchen im Allgemeinen im Vorfeld der nächsten Vollversammlung und darüber hinaus zu verknüpfen“, schloss Hial.