„Weisheit vom Kreuz“: Erste weltweite Konferenz zu verantwortungsbewusster Theologie
Eine globale Tagung zum Thema „Weisheit vom Kreuz“ bildet den Auftakt zu jährlichen LWB-Konferenzen mit dem Ziel, das Verständnis und die Praxis verantwortungsbewusster Theologie in den Mitgliedskirchen und theologischen Einrichtungen zu vertiefen.
Was bedeutet es, eine Theologin oder ein Theologe des Kreuzes zu sein? Wie inspiriert das Kreuz zum Handeln und nicht nur zum Nachdenken? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer globalen LWB-Tagung, die diese Woche in Wittenberg, Deutschland, stattfindet. Foto: LWB/Albin Hillert
Vertreterinnen und Vertreter von LWB-Kirchen, theologischen Einrichtungen und ökumenischen Partnern treffen sich in Wittenberg, Deutschland
(LWI) – Was bedeutet verantwortungsbewusste Theologie? Warum ist sie heute wichtig? Was heißt es, eine Theologin oder ein Theologe des Kreuzes zu sein? Wie inspiriert das Kreuz zum Handeln und nicht nur zum Nachdenken?
Der Lutherische Weltbund (LWB) stellt diese Fragen in den Mittelpunkt einer globalen Tagung, die diese Woche in Wittenberg unter dem Thema „Weisheit vom Kreuz“ beginnt. Die Veranstaltung vom 27. bis 31. Oktober bildet den Auftakt zu einer Reihe jährlicher Konferenzen im Zusammenhang mit den strategischen Prioritäten für den Zeitraum 2025–2031. Ziel ist es, das biblische, dogmatische und basisorientierte Verständnis sowie die Praxis einer verantwortungsbewussten Theologie in den LWB-Mitgliedskirchen und theologischen Einrichtungen zu vertiefen.
Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit anderen Arbeitsfeldern des LWB, wie beispielsweise dem Studienprozess zu „Kreuzestheologien für das 21. Jahrhundert“, der von der Dreizehnten Vollversammlung im Jahr 2023 in Auftrag gegeben wurde, um die Kirchen in ihrer Reaktion auf irreführende Theologien zu unterstützen und gleichzeitig das gemeinsame Engagement zur Stärkung der Gemeinschaft zu bekräftigen. Die jährlichen Konferenzen sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zum 500. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses im Jahr 2030 und zur 14. Vollversammlung des LWB im selben Jahr.
Zur Tagung in Wittenberg werden rund 40 Teilnehmende erwartet, aus der Theologie und theologischen Ausbildung, Kirchenleitung der LWB-Mitgliedskirchen aller sieben Regionen sowie aus ökumenischen und mit dem LWB verbundenen Organisationen. Die Zusammenkunft in der Stadt Martin Luthers ist von besonderer Bedeutung, da es den Teilnehmenden ermöglicht, historische Stätten der Reformation zu besuchen und sich mit der Arbeit des LWB-Zentrums in Wittenberg vertraut zu machen.
Die Tagung greift auf den lutherischen Fokus auf das Kreuzes zurück und fragt, was verantwortungsbewusste Theologie bedeutet und inwiefern sie für die Mitgliedskirchen heute relevant ist.
Lea Schlenker, Programmverantwortliche für globale lutherische Theologie beim LWB.
Lea Schlenker, Programmverantwortliche für globale lutherische Theologie beim LWB, hob den Beitrag der Veranstaltung zur Verankerung des Konzepts einer verantwortungsbewussten Theologie an der Basis hervor. „Die Tagung greift auf den lutherischen Fokus auf das Kreuzes zurück und fragt, was verantwortungsbewusste Theologie bedeutet und inwiefern sie für die Mitgliedskirchen heute relevant ist“, erklärte Schlenker. Sie betonte zudem die einzigartige Gelegenheit, theologische Arbeit in den Bereichen theologische Ausbildung, Führungskräfteentwicklung und Engagement der Mitgliedskirchen miteinander zu verknüpfen.
Auf dem Programm stehen Plenarvorträge zu verschiedenen Aspekten des Themas, Workshops in Gruppenarbeit sowie Exkursionen, darunter ein Besuch der Forschungsbibliothek für Reformationsgeschichte. Gottesdienste und Andachten sind ein fester Bestandteil der Tagung, mit Morgengebeten und einer Tauferinnerung in der Stadtkirche. Am 31. Oktober nehmen die Teilnehmer an einem internationalen Reformationsgottesdienst in der Stadtkirche teil, der gemeinsam mit Gemeinden in Wittenberg organisiert wird.