Ratstagung geht mit positivem Votum zu Fahrplan für Vollversammlung in Augsburg zu Ende
Mit der Billigung der Pläne und der Erörterung der zentralen Grundsätze für den Weg der weltweiten Kirchengemeinschaft bis zur Vollversammlung 2030 in Augsburg hat der Countdown für die nächste LWB-Vollversammlung offiziell begonnen.
LWB-Ratsmitglieder heben am letzten Tag der Ratstagung vom 11. bis 15. Juni in der Nähe von Genf, Schweiz, in einer Abstimmung grüne Karten, um ihre Zustimmung zu einer Empfehlung zu signalisieren. Foto: LWB/Albin Hillert
LWB-Ratstagung erörtert praktische Ausrichtung und Leitlinien für Vorbereitungen der Vierzehnten Vollversammlung
(LWI) – Der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat seine alljährliche Tagung am Montag mit einem deutlich positiven Votum zu den anfänglichen Planungen für die Vierzehnte Vollversammlung beendet, die vom 20. bis 27. Juni 2030 in der historischen Reformationsstadt Augsburg, Deutschland, stattfinden soll. Der Rat billigte einen Fahrplan und einen Zeitplan, die die Grundsätze und praktischen Leitlinien der für die kommenden vier Jahre geplanten Arbeit des Büros der Kirchengemeinschaft und der Mitgliedskirchen in den LWB-Regionen weltweit festlegen.
Im Vorfeld der Abstimmung hatte ein Lenkungsausschuss, der sich eingehend mit der Bedeutung des 500-jährigen Jubiläums der Confessio Augustana beschäftigt hat, das am 25. Juni 2030 im Rahmen der Vollversammlung gefeiert werden soll, den Ratsmitgliedern einen Bericht vorgelegt. Darin wird betont, dass die Jahre bis zu diesem wichtigen Jubiläum eine gute Gelegenheit für die Kirchen darstellten, sich Gedanken über die Bedeutung und Relevanz dieses zentralen Dokuments für die ökumenischen Beziehungen und das Zeugnis der lutherischen Kirchen in der heutigen Welt zu machen.
Nach dem Abschlussgottesdienst erklärte die LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt, der Rat habe „wichtige praktische Schritte für die Planung der Vierzehnten Vollversammlung unternommen“, darunter die Billigung eines vorläufigen Budgets, die Einsetzung eines achtköpfigen Planungsausschusses für die Vollversammlung sowie die Entscheidung über die Ernennung einer Vollversammlungskoordinatorin oder eines Vollversammlungskoordinators und die Eröffnung eines Vollversammlungsbüros im Februar 2027.
LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt hält im Rahmen der Ratstagung vom 11. bis 15. Juni in Founex in der Nähe von Genf, Schweiz, eine Rede. Foto: LWB/Albin Hillert
„Vollversammlungen sind der konkreteste Ausdruck dessen, was es heißt, eine Gemeinschaft von Kirchen zu sein“, betonte Burghardt. „Tatsächlich beschreibt das Augsburger Bekenntnis die Kirche als eine Zusammenkunft, eine Versammlung von Gläubigen, in der das Evangelium gepredigt und die Sakramente gereicht werden. Es ist also sehr passend, dass unsere nächste Vollversammlung in dieser historischen Reformationsstadt stattfinden wird, dass unsere Gemeinschaft von Kirchen dort konkret sichtbar wird, wenn die Vertreterinnen und Vertreter all unserer Mitgliedskirchen zusammenkommen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, sich zu beraten und nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir unser gemeinsames Zeugnis noch besser zum Ausdruck bringen können“, unterstrich sie.
Neue Mitgliedskirchen in der weltweiten Kirchengemeinschaft
Der Rat begrüßte die Mitgliedschaftsanträge von zwei Kirchen aus Togo bzw. Burundi, die sich derzeit auf eine Vollmitgliedschaft im LWB vorbereiten. Darüber hinaus nahm auch Dekan Ovi Brim von der Evangelisch-Lutherischen Kirche auf den Faröer Inseln an der Ratstagung teil; seine Kirche erwägt den Beitritt zur weltweiten Kirchengemeinschaft. Auf dem aus 18 Inseln bestehenden Archipel im Nordatlantik zwischen Schottland und Island leben rund 54.600 Menschen, von denen mehr als 75 Prozent dieser Kirche angehören.
Auch nahmen zahlreiche ökumenische Gäste aus anderen weltweiten christlichen Gemeinschaften und von ökumenischen Organisationen an der Ratstagung teil, wirkten in Gottesdiensten mit, brachten sich in Diskussionen ein, pflegten Kontakte und überbrachte Grußworte von den Führungspersonen ihrer jeweiligen Kirchen.
LWB-Präsident Bischof Henrik Stubkjær leitet am letzten Tag der LWB-Ratstagung eine Sitzung. Foto: LWB/Albin Hillert
LWB-Präsident Bischof Henrik Stubkjær sagte, die Ratstagung sei eine wichtige Gelegenheit für Austausch und Entscheidungsfindung gewesen. „Es war große Begeisterung zu spüren, als wir unseren Weg hin zur nächsten Vollversammlung in Augsburg offiziell angetreten sind“, berichtete er. „Als Vertreterinnen und Vertreter der LWB-Mitgliedskirchen überall auf der Welt haben wir zudem konstruktive Gespräche darüber geführt, wie wir mit einer Welt umgehen wollen, in der es immer mehr Konflikte gibt und in der politische Konflikte immer mehr auch zu religiös begründeten Spaltungen führen.“
„Die Ratstagung hat uns wieder einmal in Erinnerung gerufen, dass unsere Stärke in unserer Vielfalt liegt“, betonte Stubkjær. „Und wir haben auch in diesem Jahr bekräftigt, dass wir zusammenhalten müssen, wenn wir in unseren Kirchen und in unseren Gesellschaften insgesamt für Dialog und Einheit eintreten.“
Neue Führungskräfte im LWB
Unmittelbar vor der Ratstagung hat das LWB-Exekutivkomitee zwei neue Führungskräfte für das Büro der Kirchengemeinschaft in Genf ernannt. Das Exekutivkomitee gab bekannt, dass Pfr. Árni Svanur Daníelsson aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche Islands ab dem 1. September als Stabschef der Generalsekretärin und Pfarrerin Barbara Lund aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA) ab dem 1. Januar 2027 als neue Direktorin der Abteilung für Weltdienst, dem für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zuständige Arm des LWB, tätig sein werden.
Lund, die seit der Vollversammlung in Krakau 2023 den Vorsitz im LWB-Ausschuss für Weltdienst führt, ist derzeit Leitende Direktorin für operative Angelegenheiten in der Abteilung Kirchlicher Dienst und Gerechtigkeit der ELKA. Daníelsson wirkt seit September 2025 als kommissarischer Stabschef und war zuvor Leiter der LWB-Kommunikationsabteilung.
Der LWB-Rat billigte den Jahresabschluss 2025 und die Berichte der Rechnungsprüfer sowie den Haushalt für 2027. Die nächste Ratstagung wird vom 9. bis 15. Juni 2027 in Porto Alegre im Süden Brasiliens stattfinden, Gastgeberin wird die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien sein.