Ökumenische Partner des LWB bekräftigen gemeinsamen Glauben und gemeinsames Zeugnis für Einheit
Verschiedene ökumenische Partner des LWB bekräftigen ihr Bekenntnis, den gemeinsamen Glauben und das gemeinsame Zeugnis für Gerechtigkeit, Frieden, Versöhnung und Einheit in Christus festigen und ausbauen zu wollen.
LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt (Mitte) und der Assistierende Generalsekretär für ökumenische Beziehungen, Prof. Dr. Dirk Lange, (rechts) mit ökumenischen Gästen: Pfr. Dr. Hanns Lessing (2. v. re.), Dr. Jean-Daniel Plüss (2. v. li.) und Priester Prof. Dr. Vasile-Octavian Mihoc (links). Foto: LWB/Abin Hillert
Führungspersonen von globalen kirchlichen Gremien überbringe Grußworte an Rat
(LWI) – Die Grußbotschaften von den Führungspersonen verschiedener weltweiter christlicher Gemeinschaften und ökumenischer Organisationen an den Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) in den letzten Tagen haben eine Überzeugung widergespiegelt, die sie alle verbindet: Die Kirchen sind aufgerufen, einander durch Zusammengehörigkeitsgefühl und den gemeinsamen Glauben zu stärken und gemeinsam auf die Herausforderungen zu reagieren, mit der die Welt heute konfrontiert ist.
Sie hoben hervor, wie wichtig es sei, das ökumenische Engagement in den Vorbereitungen auf das 500-jährige Jubiläum der Confessio Augustana 2030, das der LWB im Rahmen seiner Vierzehnten Vollversammlung feiern will, zu vertiefen.
In einer Grußbotschaft des Generalsekretärs der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK), Pfr. Philip Vinod Peacock, die Dr. Hanns Lessing überbrachte, ging es um das besondere „Miteinander“, das die lutherisch-reformierten Beziehungen und die lutherisch-reformierte Mission immer geprägt hat. Er unterstrich das ähnlich stark ausgeprägte Selbstverständnis, ein Zusammenschluss von Mitgliedskirchen zu sein, und die Betonung einer relationalen Ekklesiologie. Zudem betonte er die strategische Umgestaltung und Neuausrichtung der WGRK von einem „Kirchenbund“ in eine „Kirchengemeinschaft“ sowie den laufenden Studienprozess des LWB zu lutherischen Identitäten und die Entwicklung eines Rahmenkonzepts für die gegenseitige Verantwortlichkeit der Mitgliedskirchen als Grundlage für das gemeinsame Erkunden der eigenen konfessionellen Identität und die Entwicklung eines besseren Verständnisses für die konfessionelle Identität der anderen.
Ökumenischer Geist in Vorbereitungen auf Jubiläum der Confessio Augustana
Unter Verweis auf Johannes Calvin und andere Reformatorinnen und Reformatoren aus dem 16. Jahrhundert, deren Theologien immer wieder Bezug nehmen auf das Augsburger Bekenntnis, begrüßte Peacock, dass der LWB dieses Jubiläum in der Hoffnung „in einem ökumenischen Geist“ feiern wolle, dass die Glaubenstraditionen der Reformation die Kirchen würde animieren können, „ermutigt zu sein durch den Glauben, der sie verbindet“.
Der Generalsekretär der Anglikanischen Kirchengemeinschaft, Bischof Anthony Poggo, sagte, das Thema der Ratstagung finde bei anglikanischen Gläubigen „uneingeschränkte Zustimmung“. In einer Zeit, in der der Frieden in vielen Teilen der Welt bedroht ist, „ist das Zeugnis von christlichen Gläubigen für die Hoffnung, die wir in Christus, dem Friedefürst, finden, dringend erforderlich“, sagte er. Er verwies auf die Arbeit der Internationalen Anglikanisch-Lutherischen Kommission für Einheit und Mission (ALICUM) und betonte die Bemühungen, die Übereinkommen über Kirchengemeinschaft auszuweiten. Den Gipfel 2025 in Jordanien führte er dabei als Beispiel für das wachsende Vertrauen und die zunehmende Zusammenarbeit unter bzw. von anglikanischen und lutherischen Kirchen an.
Pfr. Dr. Hanns Lessing, Dr. Jean-Daniel Plüss und Priester Prof. Dr. Vasile-Octavian Mihoc überbringen Grußworte an die Mitglieder des LWB-Ausschusses für ökumenische Beziehungen. Foto: LWB/Albin Hillert
In einer Botschaft vom Generalsekretär des Globalen Christlichen Forums (GCF), Pfr. Dr. Casely Essamuah, die Dr. Jean-Daniel Plüss überbrachte, dankte das Forum dem LWB für seine aktive Unterstützung der Vision der Organisation und der regelmäßigen internationalen Tagungen. Das Forum baue seine Arbeit weiter aus und wolle Begegnungen unter Kirchen in regionalen und lokalen christlichen Foren möglich machen. Bei diesen Bestrebungen, neue Möglichkeiten für gemeinsames Zeugnis und Zusammenarbeit zu schaffen, „spielen die LWB-Mitgliedskirchen eine wichtige Rolle“, sagte Plüss. Der LWB, sagte er weiter, habe gezeigt, dass er es wirklich ernst meine mit seiner Grundüberzeugung, dass „lutherisch sein bedeutet, ökumenisch zu sein“.
Ermutigt durch den Glauben, der sie verbindet
In einer Botschaft vom vatikanischen Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen (DPCU), unterstrich Pater Augustinus Sander die kontinuierlichen theologischen Fortschritte im römisch-katholisch/lutherischen Dialog und den Wunsch der Dialogpartner, „ermutigt zu sein durch den Glauben, der sie verbindet“. Die Entscheidung des LWB, seine nächste Vollversammlung in jener Stadt abzuhalten, in der das Augsburger Bekenntnis 1530 offiziell verlesen und übergeben wurde, bezeichnet er als „wunderbares Zeichen einer tiefen spirituellen Verbundenheit“. Auch in der römisch-katholisch/lutherischen ökumenischen Zusammenarbeit habe Augsburg eine besondere Bedeutung und sei Augsburg „ein besonderer Ort der Erinnerung“, sagte er und meinte damit die Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999 in der Stadt, in der auch das nächste Arbeitstreffen der gemeinsamen Kommission stattfinden wird. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die aktuell laufende sechste Phase des internationalen römisch-katholisch/lutherischen Dialogs im Vorfeld des Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses ein „Wort des gemeinsamen Glaubens [werde hervorbringen können], der uns verbindet“.
Generalsekretär César García von der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) nannte das Motto der LWB-Ratstagung in seinem Grußwort „eine starke Botschaft“ für eine Welt, die mit Polarisierung, Krieg und Ungerechtigkeit konfrontiert sei. Er dankte dem LWB für die „Unterstützung und Ermutigung“, die dieser der MWK seit vielen Jahren zukommen lasse. Die „Bemühungen des LWB um ökumenische Zusammenarbeit und sein Führungswirken haben uns immer wieder inspiriert und haben unseren Glauben gefestigt.“
Priester Vasile-Octavian Mihoc überbrachte Grußworte vom Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Pfr. Prof. Dr. Jerry Pillay, der die Sorgen über die große Instabilität weltweit aufgriff und sagte, der aktuelle Kontext sei von „enormer Unsicherheit, eskalierenden Konflikten, wirtschaftlicher Ungerechtigkeit, einer ökologischen Krise und zunehmender Polarisierung geprägt“. Den Aufruf zu gegenseitiger Ermutigung nannte Pillay „eine ökumenische Berufung“ und lobte das Bekenntnis des LWB zu theologischer Reflexion, die in seinem diakonischen Engagement, seiner Advocacyarbeit für Geflüchtete und Vertriebene sowie Klimagerechtigkeit und seinem Streben nach der sichtbaren Einheit aller christlichen Gläubigen zum Ausdruck komme.
„Auf dem gemeinsamen Weg der Kirchen werden wir immer wieder daran erinnert, dass das christliche Zeugnis durch Gemeinschaft, Solidarität und die gemeinsame Hoffnung, die wir in Christus finden, gestärkt wird“, erklärte Pillay.