Junge lutherische Erwachsene befassen sich mit Lehren aus Geschichte der Friedensarbeit in Südafrika

24 Apr 2026

Die Lehren aus dem Kampf gegen das Apartheidregime in Südafrika stehen im Zentrum des diesjährigen Trainingsworkshop für Friedensbotschafterinnen und Friedensbotschafter.

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Eine Gruppe von 30 jungen Erwachsenen von 23 LWB-Mitgliedskirchen nimmt am diesjährigen Workshop für Friedensbotschafterinnen und -botschafter in Johannesburg, Südafrika, teil. Foto: LWB/ LUCSA - Concelia Boshielo

Eine Gruppe von 30 jungen Erwachsenen von 23 LWB-Mitgliedskirchen nimmt am diesjährigen Workshop für Friedensbotschafterinnen und -botschafter in Johannesburg, Südafrika, teil. Foto: LWB/ LUCSA - Concelia Boshielo

Trainingsworkshop für Friedensbotschafterinnen und -botschafter aus 23 LWB-Mitgliedskirchen

(LWI) – Das Vermächtnis legendärer Kämpferinnen und Kämpfer gegen die Apartheid in Südafrika sowie laufende Friedensinitiativen von Kirchen und Gemeinwesen in der Region gehören zu den wichtigsten Punkten auf dem Programm für den Trainingsworkshop des Lutherischen Weltbundes (LWB) für Friedensbotschafterinnen und Friedensbotschafter, der vom 20. bis 25. April in Johannesburg stattfindet. Die Erfahrungen sollen Glauben und praktisches Engagement der Teilnehmenden verbinden und sie ermutigen, eine führende Rolle im Kampf gegen Konflikte und Spaltung zu übernehmen.

In diesem Jahr nehmen 30 junge Menschen aus 22 Ländern und 23 LWB-Mitgliedskirchen in Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika und der Karibik sowie Nordamerika an dem Workshop teil. Die Ausbildung legt den Schwerpunkt auf eine in der lutherischen Theologie begründeten Friedensarbeit und legt besonderen Wert auf ein spirituelles Fundament und praktische Fertigkeiten. Gleichzeitig stützt sie sich auf den historischen und modernen Kontext der Länder im südlichen Afrika.

Alberte Vind von der Evangelisch-Lutherischen Volkskirche in Dänemark berichtete, sie sei besonders daran interessiert, neue Kontakte zu knüpfen und praktische Tools kennenzulernen, „damit wir für das arbeiten können, was die Welt am dringendsten braucht: Frieden.“ Für Wame Lone Ramaswe von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Botswana ist der Workshop eine Chance, die eigenen Führungskompetenzen im Sinne einer „Stimme für Verständigung zu verbessern, zu lernen, wie man in Konfliktsituationen Verbindungen zwischen Menschen herstellen und Menschen gezielt zueinander bringen kann.“

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Alberte Vind, Evangelisch-Lutherische Volkskirche in Dänemark, (li.) und Shadrack Onyango, Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche, (re.) während einer der Sitzungen. Foto: LWB/S. Sullivan

Alberte Vind, Evangelisch-Lutherische Volkskirche in Dänemark, (li.) und Shadrack Onyango, Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche, (re.) während einer der Sitzungen. Foto: LWB/S. Sullivan

Zwei Teilnehmende früherer Workshops aus dem südlichen Afrika wurden als Moderierende für den diesjährigen Workshop erneut eingeladen und berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen. Chundre Filippus von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (Kapkirche), die 2024 zur Friedensbotschafterin ausgebildet wurde, erzählte: „Mein Weg als Friedensstifterin hat mich gelehrt, einen Schritt zurückzutreten, auf Gottes Wirken zu vertrauen und nicht zu glauben, dass ich jedes Ergebnis kontrollieren muss.“

Pfarrer Kagiso Harry Morudu von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika erklärte in seiner Zusammenfassung der langfristigen Auswirkungen des Friedensbotschafter-Programms seit seiner Ausbildung im Jahre 2022, der Workshop habe ihm die Instrumente für Dialog, Konfliktlösung und anteilnehmendes Führungswirken an die Hand gegeben und verändert, wie er für sich selbst und andere Menschen einstehe. „Ich bin nochmal hier, weil Gott noch etwas mit mir vorhat, und so lange die Welt so kaputt ist, wie sie ist, habe ich keine andere Wahl, als diesem Ruf zu folgen.“

Fulop Javori von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn betrachtet Frieden als zentrales Element für jedes Projekt und die Zusammenarbeit mit anderen Menschen und zeigte sich zuversichtlich, dass die Teilnehmenden „viel voneinander über Friedensarbeit und Verantwortung lernen können“.

Da der Frieden in zahlreichen Ländern weltweit nach wie vor bedroht ist, ist ihr unerschütterliches Engagement ein sichtbares Zeichen der Hoffnung.

Savanna Sullivan, LWB-Jugendreferentin

Für Savanna Sullivan, die LWB-Jugendreferentin, ist der diesjährige Workshop ein spannender Schritt für die wachsenden Bewegung junger Führungskräfte, die sich in der ganzen Kirchengemeinschaft einer aus ihrem Glauben motivierten Friedensarbeit verpflichtet fühlen. Unter Verweis auf den Workshop in Guatemala 2025, das friedensbewegte Europäische Jugendtreffen in Frankreich und den aktuell stattfindenden Workshop sagte sie: „Die jungen Menschen aus dem LWB übernehmen in den Friedensgesprächen in unseren Kirchen und in der praktischen Arbeit für eine gerechtere und friedlichere Welt inzwischen eine führende Rolle. Da der Frieden in zahlreichen Ländern weltweit nach wie vor bedroht ist, ist ihr unerschütterliches Engagement ein sichtbares Zeichen der Hoffnung.“

Der sechstägige Workshop umfasst Gesprächsrunden über Themen wie Friedenstheologie und Gerechtigkeit, Konflikte verstehen, Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechte sowie Klimagerechtigkeit. Die Teilnehmenden tragen zudem Erfahrungsberichte aus ihrem jeweils eigenen Kontext bei, besuchen örtliche Museen, Kunst- und Kulturzentren sowie Organisationen, die sich für den Frieden einsetzen.

LWB/P. Mumia
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Südafrika
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