Glaube und Feminismus – gemeinsam für mehr Menschenrechte

26 Jun 2026

Eine Veranstaltung am Rande der Sitzung des Menschenrechtsrates in Genf will Gendergerechtigkeit stärken und das Miteinander zwischen säkularen und religiösen Stimmen fördern.

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Pfarrerin Lilana Kasper, Exekutivdirektorin der LUCSA, spricht bei der Veranstaltung Faith and Feminism bei den Vereinten Nationen in Genf. Foto: LDS Charities/M. Matthews

Pfarrerin Lilana Kasper, Exekutivdirektorin der LUCSA, spricht bei der Veranstaltung Faith and Feminism bei den Vereinten Nationen in Genf. Foto: LDS Charities/M. Matthews

Nebenveranstaltung bei Menschenrechtsrat schlägt Brücken zwischen Aktivismus für Gendergerechtigkeit und Glaubensgemeinschaften

(LWI) – Gendergerechtigkeit erlebt derzeit weltweit viel Gegenwind. Um dem etwas entgegenzusetzen, sollten gläubige Frauen enger zusammenarbeiten. Das war die Botschaft einer Veranstaltung am Rande der 62. Sitzung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen (UN) vom 15. Juni bis zum 7. Juli in Genf.

Bei der Veranstaltung unter dem Titel Faith and Feminism – advancing human rights through inclusive dialogue (Glaube und Feminismus – Förderung der Menschenrechte durch inklusiven Dialog) ging es um Vorurteile in Bezug auf Religion und Frauenrechte. Außerdem wurde thematisiert, welch entscheidende Rolle Akteure im Engagement für Menschenrechte spielen, die aus dem Glauben handeln. Verschiedene Gäste wurden eingeladen, bewährte Praktiken vorzustellen, um neue Wege der Zusammenarbeit zwischen säkularen Akteuren und Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, zu erschließen, wenn sich beide aktiv gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung und Gewalt einsetzen.

Pfarrerin Lilana Kasper, die erste weibliche Exekutivdirektorin der Lutherischen Gemeinschaft im Südlichen Afrika (LUCSA), vertrat den Lutherischen Weltbund (LWB) bei der Veranstaltung, die am Eröffnungstag der Tagung des Menschenrechtsrates gemeinsam vom LWB und anderen ökumenischen, interreligiösen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ausgerichtet wurde. LUCSA gehören insgesamt 15 lutherische Kirchen aus 10 Ländern im südlichen Afrika an.

„Glaube und Gendergerechtigkeit werden oft als Gegensatz dargestellt, doch diese Veranstaltung hat deutlich gemacht, wie unsere Kirchen und Glaubensgemeinschaften gegen schädliche Praktiken vorgehen und Narrative zurückgewinnen und dabei für Würde, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit für alle eintreten“, erklärte Kasper. „Unser Glaube ist oftmals der Hauptgrund dafür, dass wir uns für Gerechtigkeit einsetzen und gegen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt eitnreten“, fügte sie hinzu.

Kasper verwies auch auf den zunehmenden Widerstand gegen Frauenrechte und dass diejenigen, die mit Überlebenden zusammenarbeiten, um Täterinnen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen oder schädliche Normen und Praktiken zu bekämpfen, oft nur wenig Unterstützung erfahren. „Auch wenn wir oft das Gefühl haben, nicht viel bewirken zu können, ist es dennoch wichtig, unsere Arbeit fortzusetzen und neue Wege der Zusammenarbeit zu finden, um die Herausforderungen zu bewältigen, vor denen wir stehen“, sagte sie.

Neben dem Ökumenischen Rat der Kirchen, den Hilfsorganisationen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und der Internationalen Bahá’í-Gemeinde gehörten noch zahlreiche weitere Organisationen, die aus dem Glauben heraus handeln, zu den Mitorganisatoren der Veranstaltung, die alle unter dem Dach des „Faith and Feminism Forum“ zusammenkamen. Die Teilnehmenden betonten, das Podiumsgespräch habe „dazu beigetragen, Brücken zu bauen“ und sei „ein dringend notwendiger Austausch über Gemeinsamkeiten und Vielfalt innerhalb der unterschiedlichen Traditionen“ gewesen – die alle das Ziel hätten, die Menschenrechte zu fördern und zu betonen „das jedes einzelne Leben zählt.“

LWB/P. Hitchen
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Schweiz
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