Mosambik: Recht auf Bildung von Mädchen durch internationale Advocacyarbeit stärken
Vom LWB unterstützte zivilgesellschaftliche Organisationen in Mosambik setzen sich bei einer Sitzung der Vereinten Nationen zum Thema Menschenrechte für die Rechte von Frauen und Mädchen sowie für einen wirksamen Umgang mit den Folgen des Klimawandels ein.
Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft und Mitglieder eines Mädchenclubs vor der Guara-Guara Secondary School im Distrikt Buzi, Provinz Sofala, Mosambik. Foto: Justa Paz
LWB unterstützt zivilgesellschaftliches Engagement im UN-Überprüfungsprozess zur Menschenrechtslage
(LWI) – Die zivilgesellschaftlichen Partner des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Mosambik haben betont, wie wichtig es sei, lokale Initiativen zur Zurüstung von Frauen und Mädchen zu mehr Selbstbestimmung mit globalen Entscheidungsprozessen zu verknüpfen, um Regierungen in die Pflicht zu nehmen.
„In unseren Projekten sehen wir, wie positiv es sich auswirkt, wenn Mädchen zu mehr Selbstbestimmung zugerüstet werden, wenn sie zur Schule gehen können und vor Frühehen geschützt sind“, erklärte Filomena Motiane, Projektkoordinatorin bei Justa Paz, einer zivilgesellschaftlichen Partnerorganisation des LWB, die sich in Mosambik für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Friedensarbeit einsetzt.
Justa Paz ist Teil des mosambikanischen Monitoring-Forums für das Allgemeine Periodische Überprüfungsverfahren (Universal Periodic Review, UPR). Bei der 52. UPR-Sitzung der Vereinten Nationen vom 4. bis 15. Mai in Genf wurde die Umsetzung menschenrechtlicher Verpflichtungen in Mosambik überprüft. Der LWB unterstützte Justa Paz in diesem Prozess und begleitete auch vorbereitende Treffen mit diplomatischen Vertretungen im Februar. Der Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen war sowohl im UPR selbst als auch im zivilgesellschaftlichen Parallelbericht zum UPR Mosambiks ein zentrales Thema.
In unseren Projekten sehen wir, wie positiv es sich auswirkt, wenn Mädchen zu mehr Selbstbestimmung zugerüstet werden, wenn sie zur Schule gehen können und vor Frühehen geschützt sind.
Filomena Motiane, Projektkoordinatorin, Justa Paz, Mosambik
In den Provinzen Sofala und Inhambane betreibt Justa Paz Mädchenclubs auf kommunaler Ebene. Dort werden die Teilnehmerinnen zu mehr Selbstbestimmung zugerüstet und erwerben praktische Fertigkeiten. So erlernen sie etwa das Nähen, um ihre eigenen Schuluniformen und wiederverwendbare Binden herstellen zu können. Besonders letzteres trägt dazu bei, das Recht der Mädchen auf Bildung zu schützen, denn vielen von ihnen bleibt der Schulbesuch verwehrt, weil sie sich keine Hygieneartikel leisten können.
Im UPR-Prozess kommt der Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle zu. Sie liefert den Staaten, die überprüft werden, Hintergrundinformationen und bringt konkrete Anliegen und Vorschläge der betroffenen Bevölkerung ein. „Wir freuen uns, dass mehrere Staaten, mit denen wir vor der Überprüfung gesprochen haben, unsere Empfehlungen während der UPR-Sitzung in Genf aufgegriffen haben“, sagte Motiane.
Motiane hofft, dass die Antwort der Regierung auf den Prüfbericht auch weitere drängende Probleme aufgreifen wird. Nach Angaben der UN gehört Mosambik zu den Ländern mit den höchsten Raten von Kinderehen, und 70 Prozent der schwangeren Jugendlichen brechen die Schule ab. „Wenn wir langfristig etwas bewirken wollen, muss unsere Regierung Mädchen besser vor Frühehen schützen und weitreichendere Maßnahmen ergreifen, um ihr Recht auf Bildung zu sichern“, sagte sie.
Überschwemmtes Reisfeld einer landwirtschaftlichen Frauenvereinigung im Süden Mosambiks nach den sturzflutartigen Regenfällen im Januar 2026. Foto: Justa Pa
Die Folgen des Klimawandels wirken sich unmittelbar auf das Recht auf Nahrung, Gesundheit und Unterkunft aus. Hier ist ein überschwemmtes Reisfeld im Süden Mosambiks zu sehen. Foto: Justa Paz
Auswirkungen des Klimawandels
Auch Mosambiks Umgang mit den Folgen des Klimawandels wurde bei der Sitzung in Genf angesprochen, unter anderem die verheerenden Überschwemmungen, die zu Beginn des Jahres die Hauptstadt Maputo sowie die südlichen Provinzen Inhambane und Gaza getroffen hatten.
„Die starken Regenfälle, die die Überschwemmungen ausgelöst haben, sind ein neues Phänomen, das mit dem Klimawandel zusammenhängt“, erklärte Dr. Chele Sousa, Mitglied des mosambikanischen UPR-Monitoring-Forums und Teil der Delegation bei den vom LWB koordinierten Vorbereitungstreffen in Genf. „Wir müssen die menschenrechtlichen Folgen des Klimawandels ernst nehmen, denn sie wirken sich erheblich auf die Verwirklichung der Menschenrechte aus, etwa auf das Recht auf Gesundheit, Unterkunft und Nahrung.“
Ester Wolf, leitende LWB-Referentin für Advocacy-Arbeit und Menschenrechte, nahm an der 52. UPR-Sitzung teil. Sie sagte, Mosambik habe einen wichtigen Schritt getan, indem es die bestehenden Herausforderungen anerkannt und zugesagt habe, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen eingebrachten Anliegen aufzugreifen. „Wir sehen, wie die Anliegen der Menschen vor Ort auf internationaler Ebene eingebracht und gehört werden können. Wenn eine Regierung sich dazu verpflichtet, an der Verwirklichung spezifischer Menschenrechte zu arbeiten, ist das ein positives Signal“, sagte sie.
Wir werden unsere Partner vor Ort weiterhin dabei unterstützen, von ihrer Regierung einzufordern, dass sie ihre in Genf gemachten Zusagen auch umsetzt.
Ester Wolf, Leitende LWB-Referentin für Advocacy-Arbeit und Menschenrechte
In einer Sitzung zur Annahme des UPR-Berichts im Rahmen der Tagung des Menschenrechtsrats im September wird die mosambikanische Regierung mitteilen, welche Empfehlungen sie annehmen und umsetzen will. Mit Blick auf diese Selbstverpflichtung betonte Wolf abschließend: „Wir werden unsere Partner vor Ort weiterhin dabei unterstützen, von ihrer Regierung einzufordern, dass sie ihre in Genf gemachten Zusagen auch umsetzt.“