LWB-Stipendien eröffnen neue Möglichkeiten für Dienst in der Kirche

12 Mär 2026

Die LWB-Stipendien animieren Studierende, Bewusstsein für Inklusion und Gerechtigkeit in ihren Gemeinden und Gemeinwesen zu stärken.

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Der LWF-Stipendiat Ishaku Sunday möchte mit seinem Studium einen Beitrag zu den Bildungsprogrammen der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria leisten, etwa an der Deaf Center Academy in Yola im Bundesstaat Adamawa. Foto: LKCN

Der LWF-Stipendiat Ishaku Sunday möchte mit seinem Studium einen Beitrag zu den Bildungsprogrammen der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria leisten, etwa an der Deaf Center Academy in Yola im Bundesstaat Adamawa. Foto: LKCN

Stipendiatinnen und Stipendiaten erzählen, wie Lebenskontext in Kirche und Gemeinwesen ihr Studium prägen 

(LWI) – Für Ishaku Sunday ist der Beginn der zweiten Phase seines Bachelorstudiums an der Universität von Jos, Nigeria, ein wichtiger Moment auf seinem Weg, modernes Wissen und neue Konzepte zu nutzen, um Bildungsarbeit zu fördern, die die Herausforderungen für Menschen mit Behinderungen berücksichtigt.

„So kann ich mich verstärkt für inklusive Bildung einsetzen, besonders für Menschen mit Beeinträchtigungen, und einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung kirchlicher Bildungsprogramme leisten, die Gleichberechtigung, Würde und den Dienst an der Gemeinschaft fördern“, erklärte Sunday. Er ist Mitglied der Lutherischen Kirchi Christi in Nigeria (LKCN) und einer von knapp 100 Studierenden, die 2026 vom Lutherischen Weltbund (LWB) ein Stipendium erhalten. Die Stipendien richten sich unter anderem auch an Menschen mit Behinderungen. 

Vor seinem Bachelor-Studium im Fach Verwaltung und Planung im Bildungswesen hatte Sunday das Sonderpädagogische Zentrum in Jada im Bundesstaat Adamawa besucht. Seine schulische Laufbahn begann zunächst in einer Regelschule, bis er 2005 aufgrund einer Erkrankung sein Gehör verlor. „Das neue Wissen, das ich mir hier aneigen, wird meine beruflichen Kompetenzen bei der Konzeption und Umsetzung wirkungsvoller Bildungsinitiativen stärken“, sagte er.  

Bei der ersten vom LWB veranstalteten Online-Zusammenkunft für die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten am 24. Februar stellten Sunday und andere Studierende ihre jeweilige Lernsituation vor. Die Mitarbeitenden im LWB-Büro der Kirchengemeinschaft übernahmen die Moderation der Veranstaltung und stellten die Geschichte, Vision und Mission sowie die strategischen Arbeitsschwerpunkte der lutherischen Kirchengemeinschaft vor. „Die Stärke unserer Gemeinschaft liegt in ihrer Vielfalt – die einzigartigen Gaben jeder einzelnen Person sind für die Erfüllung unseres gemeinsamen Auftrags unverzichtbar“, unterstrich Pfarrerin Katariina Kiilunen, LWB-Programmreferentin für transformative Führung beim LWB. 

Dank des Stipendiums kann ich mich verstärkt für inklusive Bildung einsetzen, besonders für Menschen mit Beeinträchtigungen, und [für] Bildungsprogramme, die Gleichberechtigung, Würde und den Dienst an der Gemeinschaft fördern.

Ishaku Sunday, Lutherische Kirche Christi in Nigeria 

Etwas zurückgeben  

Pfarrerin Muliathy Briany von der Christlich-Protestantischen Pakpak Dairi-Kirche in Indonesien erzählte, sie bereite sich auf ihre Promotion in Theologie am Jakarta Theological Seminary vor, wo sie sich mit der Rolle von Frauen in der diakonischen Arbeit während der niederländischen Mission in Indonesien (1815–1940) befassen werde, um zu untersuchen, wie diese die theologische Reflexion und Praxis geprägt habe. Sie hoffe, dieser Beitrag werde nicht nur ihrer eigenen Kirche zugutekommen, sondern auch anderen Kirchen in Indonesien wertvolle Einblicke in die Geschichte verschaffen. 

Gabriela Giese, die in der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, wird sich an der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio Grande do Sul mit Medienpraktiken im Krisenmanagement religiöser Organisationen befassen. Ihr Forschungsschwerpunkt gilt der Frage, wie Kirchen, insbesondere die IECLB, Medien nutzen, um auf institutionelle, gesellschaftliche und ökologische Krisen zu reagieren, sowie der Rolle von Kommunikation in der Verkündigung, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen.  

„Eine transparente, ethische Kommunikation und aktives Zuhören sind nicht nur Managementstrategien. Sie helfen auch bei der Verkündigung des Evangeliums. So kann eine Krise sogar eine Chance sein, sich wieder auf die Mission zu besinnen, sich für das Leben einzusetzen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen“, so Giese. 

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Für ihre Doktorarbeit am Jakarta Theological Seminary in Indonesien widmet sich Pfarrerin Muliathy Briany von der Christlich-Protestantischen Pakpak Dairi-Kirche dem Beitrag von Frauen zur theologischen Praxis. Foto: PGI/Yakoma

Für ihre Doktorarbeit am Jakarta Theological Seminary in Indonesien widmet sich Pfarrerin Muliathy Briany von der Christlich-Protestantischen Pakpak Dairi-Kirche dem Beitrag von Frauen zur theologischen Praxis. Foto: PGI/Yakoma

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Ishaku Sunday studiert Verwaltung und Planung im Bildungswesen an der Universität Jos in Nigeria. Foto: LKCN

Ishaku Sunday studiert Verwaltung und Planung im Bildungswesen an der Universität Jos in Nigeria. Foto: LKCN

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Gabriela Giese, Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien, forscht zu Medienpraktiken im Krisenmanagement an der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio Grande do Sul. Foto: Martina Wrasse Scherer/IECLB

Gabriela Giese, Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien, forscht zu Medienpraktiken im Krisenmanagement an der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio Grande do Sul. Foto: Martina Wrasse Scherer/IECLB

Der gemeinsame Auftrag zum Dienst am Menschen 

Kiilunen sagte, die Online-Treffen seien eine wichtige Gelegenheit für Studierende geworden, sich zu vernetzen und sich mit LWB-Mitarbeitenden über thematische Aspekte ihrer Studienprogramme auszutauschen. Sie finden einmal im Quartal statt und teilnehmen können alle Stipendiatinnen und Stipendiaten aus den beiden Förderbereichen Theologie und Diakonie. „Wenn wir zusammenkommen, können wir unsere Gemeinsamkeiten feiern und lernen, zu akzeptieren, dass es auch unter lutherischen Gläubigen Unterschiede gibt. So bekräftigen wir unser aller Berufung, das Evangelium zu verkünden, Menschen in Not zu helfen, gegen Unrecht zu kämpfen und für den Frieden in der Welt einzutreten“, fügte sie hinzu.  

Die Stärke unserer Gemeinschaft liegt in ihrer Vielfalt – die einzigartigen Gaben jeder einzelnen Person sind für die Erfüllung unseres gemeinsamen Auftrags unverzichtbar

Katariina Kiilunen, LWB-Programmreferentin für transformative Führung beim LWB 

Weitere Treffen werden sich mit Themen wie der Ausbildung von Führungskompetenzen, Religionsfreiheit, dem Schutz von Kindern und Jugendlichen und sozialen Medien befassen. 

Seit den 1950er Jahren hat der LWB die akademische Ausbildung von mehr als 4.000 Menschen unterstützt. Mit seinem Stipendienprogramm sollen die Mitgliedskirchen gestärkt werden, indem Führungskräfte ausgebildet werden, die sich für den Dienst am Menschen, für Gerechtigkeit und für das öffentliche Zeugnis engagieren. 

Die Studierenden, zumeist Frauen und junge Erwachsene aus lutherischen Kirchen in Afrika, Asien, Europa, Lateinamerika und der Karibik sind 2026 in Theologie oder in diakoniewissenschaftlichen Fächer eingeschrieben. Ihr Anliegen ist es, sich für ihre Kirchen und Gemeinwesen stark zu machen.