LWB-Zentrum Wittenberg heißt weiterhin Menschen aus aller Welt willkommen

17 Sep 2026
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LWB-Vizepräsidentin Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Mittelwesteuropa) und LWB-Vizepräsident Bischof Tamás Fabiny (Mittelosteuropa). Foto: LWB/Albin Hillert

LWB-Vizepräsidentin Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Mittelwesteuropa) und LWB-Vizepräsident Bischof Tamás Fabiny (Mittelosteuropa). Foto: LWB/Albin Hillert

Ko-Vorsitzende des Beirates des LWB-Zentrums Wittenberg reagieren auf Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt

(LWI) – Die Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Deutschland haben nach dem Sieg der rechtsextremen nationalistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei den Landtagswahlen ihr Bekenntnis zu Menschenwürde, Dialog, Inklusion und  Aufnahme von Menschen aus allen Ländern und Kulturen bekräftigt.

In einem Beitrag in den sozialen Medien betonte Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, dass „die Reformation keine nationalen Grenzen kennt“ und dass „Luthers Vermächtnis Menschen weltweit verbindet“. Sie verwies auf das LWB-Zentrum Wittenberg in Sachsen-Anhalt, wo die AfD am Sonntag fast 44 Prozent der Stimmen errang, und erklärte, es stehe „für Dialog, Gastfreundschaft und gemeinsames Lernen“.

Die Stadt Wittenberg, auch bekannt unter ihrem Ehrentitel „Lutherstadt“, gilt weithin als Geburtsort der protestantischen Reformation. In ihrer historischen Altstadt befinden sich zahlreiche Stätten und Denkmäler, die der Geschichte und dem Vermächtnis von Martin Luther und seinem reformatorischen Mitstreiter Philipp Melanchthon gewidmet sind. Das 2009 gegründete LWB-Zentrum Wittenberg empfängt Besucherinnen und Besucher aus aller Welt zu Fortbildungen, Konferenzen, Seminaren und Gesprächen über Identität und Zugehörigkeit innerhalb der weltweiten lutherischen Gemeinschaft.

Als Reaktion auf Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Akzeptanz der AfD bei deutschen Wählerinnen und Wählern erklärten Kühnbaum-Schmidt, derzeitige Vizepräsidentin des LWB für Mittel- und Westeuropa, und der ungarische Bischof Tamás Fabiny, Vizepräsident des LWB für Mittel- und Osteuropa, dass die Stadt „nach wie vor ein Ort der internationalen Begegnung“ sei und das Zentrum weiterhin Menschen aus aller Welt zum Dialog und zum gegenseitigen Lernen willkommen heiße. „Wir begegnen einander mit Nächstenliebe“, betonten sie, und „daran hat sich nichts geändert.“

Sachsen-Anhalt ist eines der kleinsten der 16 Bundesländer Deutschlands, doch die Wahlergebnisse haben in ganz Europa und darüber hinaus für Aufsehen gesorgt, da andere nationalistische Politiker der AfD zu ihrem Sieg gratulierten, obwohl sie die absolute Mehrheit knapp verfehlte. Die deutschen Behörden haben die Partei als rechtsextrem und verfassungsfeindlich eingestuft, während ihre gegen Einwanderung gerichtete Politik bei der migrantischen Bevölkerung Deutschland weit verbreitete Besorgnis ausgelöst hat. Rund 30 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund [A1], und über 20 Prozent sind Einwanderer der ersten Generation.

Der LWB-Regionalsekretär für Europa, Pfarrer Dr. Ireneusz Lukas, wies darauf hin, dass der LWB 1947 „aus der Asche eines vom Krieg zerrissenen Europas als weltweite Gemeinschaft entstanden ist, die entschlossen ist, Menschen über Kulturen, Sprachen und Nationen hinweg zusammenzubringen, um die Würde jedes Menschen zu verteidigen und sicherzustellen, dass sich die gerade erlebten Schrecken niemals wiederholen.“

„Es ist meine aufrichtige Hoffnung und mein Gebet“, so Lukas, „dass Wittenberg – mit seiner reichen Reformationsgeschichte und dem Luthergarten, in dem Kirchenleitende aus allen Kontinenten gemeinsam Bäume gepflanzt haben – weiterhin ein Ort des Dialogs und der Gastfreundschaft bleibt. Möge es die Menschen weiterhin inspirieren, nicht nur die Geschichte der Reformation zu entdecken, sondern vor allem heute, jenseits all unserer Unterschiede, Zeugen des Evangeliums zu sein.“

Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und der ehemalige leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, Tamás Fabiny, sind gemeinsame Vorsitzende des international zusammengesetzten Beirats des LWB-Zentrums Wittenberg.

LWB/P. Hitchen
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Deutschland