Tag der Schöpfung: Mitgliedskirchen zum Mitfeiern eingeladen
Ein neuer Feiertag zu Ehren von Gottes Schöpfung und Stärkung der ökumenischen Zusammenarbeit zum Schutz unseres gemeinsamen Hauses.
Die Erschaffung der Welt in der „Bible Moralisée“ aus dem 13. Jahrhundert (Codex Vindobonensis 2554). Foto: Wikimedia, Österreichische Nationalbibliothek
Erstmals seit seiner Aufnahme in die Perikopenordnung wird am 1. September der Schöpfungstag gefeiert
(LWI) – Die Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) werden herzlich dazu eingeladen, am 1. September den Tag der Schöpfung zu begehen, der kürzlich in das „Revised Common Lectionary“ aufgenommen wurde, also der Perikopenordnung, die weltweit von von zahlreichen protestantischen Kirchen verwendet wird.
Für die Ökumene ist die Aufnahme eines neuen Festtags in die Perikopenordnung ein historischer Meilenstein. Sie steht am Ende eines jahrzehntelangen theologischen Prozesses, an dem zahlreiche Kirchenleitungen und viele verschiedene globale christliche Gremien beteiligt waren, wie etwa eine Reihe von ökumenischen Konferenzen, die kürzlich in Assisi (Italien) stattfanden und vom LWB mitveranstaltet wurden. Das Datum ist angelehnt an den Beginn des orthodoxen Kirchenjahres am 1. September – eine Tradition, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht. Außerdem hatte der Ökumenische Patriarch Dimitrios I den 1. September zum Welttag des Gebets für die Bewahrung der Schöpfung erklärt.
„Dass ein neuer Feiertag in die Perikopenordnung aufgenommen wird, passiert nicht so ohne weiteres und kommt selten vor“, bemerkte der Assistierende Generalsekretär des LWB für Ökumenische Beziehungen, Prof. Dr. Dirk Lange. „Der LWB unterstützt und fördert die Feier der Schöpfungszeit schon seit sehr langer Zeit. Er hat sich theologisch an ihrer Entwicklung beteiligt und ist somit zum Mitinitiator der Idee geworden“, fügte er hinzu.
Wir hoffen, dass dieser Festtag von allen christlichen Kirchen gemeinsam begangen wird, unser Verständnis für Gottes Wirken in der Welt vertieft, unser Leben im Glauben stärkt und uns in unserer gemeinsamen Verantwortung für die dringenden Herausforderungen dieser Welt bestärkt.
Prof. Dr. Dirk Lange, Assistierender Generalsekretär des LWB für Ökumenische Beziehungen
Die Schöpfungszeit dauert vom 1. September bis zum 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franz von Assisi. Sie erfreut sich zunehmender Beliebtheit, seit die orthodoxe Kirche angesichts einer wachsenden ökologischen Krise erstmals „die gesamte christliche Welt“ dazu aufgerufen hat, diesen Tag zu begehen. Seitdem setzt sich der Ökumenische Patriarch Bartholomäus I. nachdrücklich für einen ökumenischen Gebetstag ein, der das Geheimnis der Schöpfung feiert und die Dringlichkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit unserem gemeinsamen Haus unterstreicht.
Jedes Jahr erstellt der ökumenische Lenkungsausschuss für die Schöpfungszeit, dem auch der LWB angehört, einen Leitfaden, der allen Kirchen kostenlos zur Verfügung steht und an regionale und lokale Gegebenheiten angepasst werden kann. So hat z.B. die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika eigene Gottesdienstmaterialien für Gruppen und Gemeinden erstellt, die das neue „Fest der Schöpfung in Christus“, so der offizielle Name, feiern möchten.
„Ich möchte allen unseren Mitgliedskirchen sehr ans Herz legen, diesen neuen Festtag zu begehen, mit dem wir in und durch Christus Gottes Schöpfung feiern“, sagte Lange. „Am Schöpfungstag feiern wir das besondere Wirken des dreieinigen Gottes, der alles geschaffen hat und Leben schenkt, wie wir es im Nizänischen Glaubensbekenntnis bekennen. In unserer Resolution zum Klimanotstand auf der Dreizehnten Vollversammlung haben wir erklärt, dass wir Teil von Gottes Schöpfung sind, und wir uns verpflichten, uns noch wirksamer für den Schutz des Planeten und seiner Ressourcen für künftige Generationen einzusetzen“, so fügte er hinzu.
„Wir hoffen, dass dieser Festtag von allen christlichen Kirchen gemeinsam begangen wird, unser Verständnis für Gottes Wirken in der Welt vertieft, unser Leben im Glauben stärkt und uns in unserer gemeinsamen Verantwortung für die dringenden Herausforderungen dieser Welt bestärkt“, schloss Lange.