Südsudan: Zurüstung von Familien für bessere Resilienz in Krisenzeiten

15 Apr 2026

Im Südsudan, wo fast zwei Drittel der Bevölkerung von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sind, leistet der LWB lebenswichtige Unterstützung und Hilfe für Binnenvertriebene und die Gemeinwesen, die diese bei sich aufnehmen.

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Im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei unterstützt der LWB Menschen, die von Überschwemmungen betroffen sind. Foto: LWB-Südsudan

Im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei unterstützt der LWB Menschen, die von Überschwemmungen betroffen sind. Foto: LWB-Südsudan

Angesichts sich verschärfender humanitärer Krise leistet LWB im Bundesstaat Jonglei Hilfe

(LWI) – Nachdem die Kampfhandlungen im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei wieder aufgeflammt sind, dadurch rund 280.000 Menschen in den letzten Wochen gewaltsam aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben wurden und sich die sowieso schon akute humanitäre Krise dort weiter verschärft hat, leistet der Lutherische Weltbund (LWB) überlebenswichtige Hilfe.

Das Land, das seit Jahrzehnten unter Konflikten, politischer Instabilität und Katastrophen aufgrund des Klimawandels leidet, ist mit einer der weltweit größten humanitären Krisen aufgrund von Vertreibung konfrontiert. Mehr als 800.000 südsudanesische Bürgerinnen und Bürger leben derzeit als Binnenvertriebene im eigenen Land und mehr als zwei Millionen weitere Menschen sind in Nachbarländer geflohen. Fast zwei Drittel der 14,4 Millionen Menschen zählenden Bevölkerung leiden unter schwerer Ernährungsunsicherheit.

Die Hilfe des LWB konzentriert sich auf den Ausbau von Bildungsangeboten, den Schutz der Menschen, die Sicherung von Existenzgrundlagen, Ernährungssicherheit, den Einsatz für Menschenrechte, die Bereitstellung von Unterkünften und weiteren Hilfsgütern in Form von Bargeldhilfen sowie die Wasserver- und Abwasserentsorgung und Hygieneartikel (WASH).

Tabitha Akuol Anyiany Atem (38), eine verwitwete Mutter von fünf Kindern in Panyagor, Bundesstaat Jonglei, berichtet, wie sehr ihr die einmalige Geld-für-Nahrungsmittel-Zahlung in Höhe von 513.000 Südsudanesischen Pfund (100 USD, etwa 85 EUR) geholfen habe. „Die Hilfe kam genau im richtig Moment“, sagt sie. „Ich habe zwei 25-Kilo Säcke Hirse gekauft, womit ich meinen Kinder etwas mehr als einen Monat lang etwas zu essen geben kann. Jetzt können wir wenigstens zwei Mahlzeiten am Tag essen, auch wenn sie mit leerem Magen aus der Schule kommen. Das hat mir etwas Stress genommen, unter dem ich stand, als ich nichts zu essen für uns besorgen konnte.“

2020 hatten verheerende Überschwemmungen ihr Zuhause zerstört, ihr Vieh getötet und ihre landwirtschaftlichen Flächen nutzlos gemacht, und sie damit gezwungen nach Panyagor zu gehen. Als sie gerade wieder dabei war, auf die Beine zu kommen, gab es im August 2025 erneut Überschwemmungen, die sie mit ihren Kindern wieder vertrieben. Heute leben Atem und ihre Kinder in einer provisorischen Unterkunft an einem Deich ohne sichere Existenzgrundlage.

Schon während der Überschwemmungen leistete der LWB Hilfe in Form von Bargeldhilfen und anderen Hilfsgütern wie Material für den Bau von Behelfsunterkünften, Kochgeschirr, Matten und Moskitonetzen, um die Würde und das Überleben der betroffenen Familien und insbesondere von Frauen und Kindern zu sichern.

Schnelle überlebenswichtige Hilfen 

Die Hilfe des LWB sei mehr als 80.000 Binnenvertriebenen sowie den vulnerabelsten Mitgliedern der Gemeinwesen zugutegekommen, die die Vertriebenen bei sich aufgenommen haben, erklärt Clémence Caraux-Pelletan, die geschäftsführende Leiterin des Länderprogramms im Südsudan. 70 Prozent davon sind Frauen, Kinder, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderungen in den Verwaltungsbezirken Zwic Ost, Duk und Bor im Bundesstaat Jonglei.

Wenn Überschwemmungen direkte Hilfslieferungen an die Betroffenen schwierig machen, seien Bargeldhilfen eine gute Möglichkeit für schnelle Hilfe, weil sie es den Menschen ermöglichen, ihre dringendsten Bedürfnisse schnell zu erfüllen und dabei Würde und Resilienz zu bewahren, erklärt Andrew Masaba, Koordinator für Programmentwicklung und Qualitätssicherung. Darüber hinaus binde der LWB auch die örtliche Bevölkerung in Aktivitäten mit ein, die das Katastrophenrisiko verringern und die Resilienz der Menschen durch den Wiederaufbau von Existenzgrundlagen und die Verbesserung der Ernährungssicherheit fördern. Die Maßnahmen rund um Wasserver-, Abwasserentsorgung und Hygiene (WASH) umfassen die Installation von Brunnen, Material zur Aufbereitung von Trinkwasser und die Schulung von lokalen Ausschüssen zur nachhaltigen Verwaltung der Systeme.

Zudem unterstützt der LWB Frauen und Mädchen mit sicheren Räumen, wo diese über sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt aufgeklärt werden, psychosoziale Unterstützung, Menstruationsprodukte und Bargeldhilfen erhalten und in denen sie auch landwirtschaftlich geschult werden und Saatgut sowie Gartengeräte erhalten.

LWB-Südsudan leistet in verschiedenen Bundesstaaten überlebenswichtige Nothilfe und langfristige Entwicklungshilfe und unterstützt damit Menschen, die von Konflikten, Vertreibung und Klimakrisen betroffen sind. Durch seinen Arbeitsansatz, der die Achtung der Menschenrechte in den Mittelpunkt stellt und geschlechtergerecht agieren will, fördert er die Resilienz der Menschen, indem er die Nothilfe in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinwesen und Institutionen mit einer Sicherung der Existenzgrundlagen, dem Schutz der Menschen und einem Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt verbindet.

Die Initiativen im Bundesstaat Jongolei werden von Partnern des LWB finanziert: Australian Lutheran World Service, Canadian Lutheran World Relief, ACT Schwedische Kirche, Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika, Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, Handel und Entwicklung Kanadas, Global Nutrition Cluster, International Cooperative Alliance und Kerk in Actie.

LWB/E. Williams
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