LWB begrüßt erste lutherische Bischöfin in Kenia: Catherine Ngina Musau
Es ist ein historischer Moment für die Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche: Bischöfin Catherine Ngina Musau wird in ihr Amt eingeführt und ist damit die erste Frau an der Spitze der Kirche.
Die neue Bischöfin der Kenianischen Evangelisch-Lutherischen Kirche Catherine Ngina Musau (Mitte) und der stellvertretende Bischof Dominic Onsongo Nyambisa (links) mit Bischof Dr. Msafiri Mbilu von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (rechts). Foto: LWB/Erick Kinyanguli
Feierliche Amtseinführung der neuen Leiterin der Kenianischen Evangelisch-Lutherischen Kirche mit tausenden Gästen
(LWI) – Es war ein historischer Tag für die Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche (KELK), als Bischöfin Catherine Ngina Musau am 24. Mai in ihr Amt eingeführt wurde und damit als erste Frau an die Spitze der Kirche trat.
An dem feierlichen Gottesdienst zur Amtseinführung am Pfingstsonntag in der Jerusalem-Kathedrale in Nairobi nahmen Tausende aus den Gemeinden der KELK im ganzen Land, Vertreterinnen und Vertreter des Lutherischen Weltbundes (LWB) und seiner Mitgliedskirchen in Afrika, Europa und Nordamerika sowie ökumenischer Organisationen teil.
„Wir freuen uns sehr, Sie als neue Führungsperson in den LWB-Mitgliedskirchen willkommen zu heißen“, schrieb die LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt in einem Glückwunschschreiben an Musau. Sie versicherte sie der Gebete der lutherischen Kirchengemeinschaft „um Gottes reichen Segen für Ihren Dienst“ und um Schutz, „damit Sie auch weiterhin ein Segen für andere sein können“.
Musau wandte sich nach ihrer Amtseinführung an die Versammelten und bekräftigte ihre Entschlossenheit, der Kirche demütig zu dienen und eine Art des Führungswirkens zu stärken, die für Integrität, Inklusion und Rechenschaft steht. Sie wolle den Menschen zuhören, sie fördern und gemeinsam eine auf Christus ausgerichtete Gemeinschaft aufbauen, die die Gesellschaft verändert. „Das Bischofsamt ist nicht nur ein Ehrentitel, sondern ein heiliges Vertrauen und eine Berufung, Gott und den Menschen zu dienen“, sagte sie.
Besonders dankte die neue Bischöfin der Leitung der KELK dafür, dass man den Beitrag von Frauen in der Seelsorge, im Dienst und in Führungspositionen anerkennt. „Euer Engagement und eure Hingabe haben wichtige Säulen der Kirche gestärkt“, sagte sie. Musau wurde gemeinsam mit dem neuen stellvertretenden Bischof, Pfarrer Dominic Onsongo Nyambisa, in ihr Amt eingeführt.
Das Bischofsamt ist nicht nur ein Ehrentitel, sondern ein heiliges Vertrauen und eine Berufung, Gott und den Menschen zu dienen.
Bischöfin Catherine Ngina Musau, Kenianische Evangelisch-Lutherische Kirche
Eine prophetische Stimme für Heilung
Mit Blick auf einige der brennenden Probleme des 21. Jahrhunderts rief Musau die Kirche Christi dazu auf, „mit einer prophetischen Stimme voller Klarheit und seelsorgerischem Mitgefühl auf die Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren“, die Einzelnen, Familien und ganzen Gemeinwesen viel Leid zufügten. Sie verwies auf moralischen Verfall und den Verlust der Menschenwürde – „wo Menschen wie Tiere getötet werden“ –, auf Korruption und Unrecht, auf das Zerbrechen von Familien, auf die Verzweiflung unter jungen Menschen sowie auf psychische Probleme, die zu Angstzuständen, Depressionen und Selbstmord führen. „Die Kirche muss ihre Stimme erheben, damit die Gesellschaft Heilung erfahren kann“, sagte sie.
Christliche Gläubige sollen „Brücken statt Mauern bauen, die Einheit in der Vielfalt bewahren und einander in Liebe dienen“, forderte sie. Beim Wachstum der KELK gehe es nicht nur um zahlenmäßigen Zuwachs, fügte sie hinzu, „sondern auch um geistliche Reife, um Tiefe und den Beitrag zur Veränderung der Gesellschaft und zur Begleitung künftiger Generationen.“
Bischöfin Catherine Ngina Musau bei ihrer Amtseinführung zur neuen Leiterin der Kenianischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Foto: LWB/Erick Kinyanguli
Bischof Dr. Fredrick Onael Shoo von der ELKT und der scheidende Bischof der KELK, Johnes Kutuk Ole Meliyio, bei der Amtseinführung von Bischöfin Catherine Ngina Musau. Foto: LWB/I. Toroitich
Regionale und globale Feiern
Der Gottesdienst wurde von führenden Vertretern der Lutherischen Gemeinschaft in Zentral- und Ostafrika (LUCCEA) geleitet: Bischof Dr. Alex G. Malasusa, Leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELKT), Johnes Kutuk Ole Meliyio, scheidender Bischof der KELK, Dr. Fredrick Onael Shoo, Bischof der Norddiözese der ELKT und LUCCEA-Präsident, sowie Bischof Dr. Msafiri Mbilu, Bischof der Nordöstlichen Diözese der ELKT.
LWB-Ratsmitglied Shoo betonte, alle Frauen und Männer seien zum Dienst in der Kirche berufen. Zugleich äußerte er sich enttäuscht über die lutherischen Kirchen, die gegen Frauenordination seien. Er bekräftigte: „Kirchen, die die Frauenordination eingeführt haben, haben dies nach intensivem Gebet und einer sehr sorgfältigen Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift, der Lehre, der Theologie und anderen relevanten Quellen getan.“ Die Ordination von Bischöfin Musau sei sowohl ein spiritueller Meilenstein als auch ein prophetisches Zeichen der Hoffnung für die Kirche und die Gesellschaft, so Shoo.
Als Vertreter des LWB-Büros der Kirchengemeinschaft waren Pfr. Dr. Samuel Dawai, der LWB-Regionalreferent für Afrika, und der Leiter der Globalen Advocacyarbeit des LWB, Isaiah Toroitich, bei der Amtseinführung der neuen Bischöfin der KELK. Beide hatten am 23. Mai auch an einer feierlichen Baumpflanzungsaktion und der Segnung der Bischofsgewänder teilgenommen. Dawai überreichte Musau eine Nachbildung des Lund-Kreuzes und sagte: „Dieses Kreuz steht für den ökumenischen Geist des LWB und dafür, dass lutherische Gläubige überall auf der Welt für Sie beten.“
Gemeindemitglieder bei der Amtseinführung von Bischöfin Catherine Ngina Musau von der KELK. Foto: LWB/Erick Kinyanguli
Vor der Amtseinführung fand eine feierliche Baumpflanzung statt. Hier: Die designierte Bischöfin Catherine Ngina Musau und die Vertreter des LWB-Büros der Kirchengemeinschaft, Pfr. Dr. Samuel Dawai und Isaiah Toroitich, mit Bischöfin Naledzani Josephine Sikhwari aus Südafrika. Foto: Khader El-Yateem
Unter den LWB-Mitgliedskirchen mit weiblichen Bischöfinnen in Afrika sind die Evangelisch-Lutherische Kirche im Südlichen Afrika (ELKSA), die Brüder-Unität in Südafrika und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Namibia (ELKIN). Bischöfin Hilja Hamukwaya (Ostdiözese der ELKIN) und Bischöfin Naledzani Sikhwari (Norddiözese der ELKSA) gehörten zu den mehreren Dutzend ordinierten Frauen, die bei der Amtseinführung von Bischöfin Musau dabei waren. LUCCEA-Generalsekretärin Loe Rose Mbise leitete eine Delegation aus Pastorinnen und Leiterinnen kirchlicher Einrichtungen der Kirchen dieser Subregion.
Bischöfin Catherine Ngina Musau ist die Nachfolgerin von Bischof Johnes Meliyio, der der Kirche seit 2020 voranstand. Die KELK, die aus der Missionsarbeit der ELKT heraus entstanden war, trat dem LWB 1992 bei und hat rund 15.000 Mitglieder.