„Es ist höchste Zeit“ – Initiativen heben Schönheit der Schöpfung hervor

26 Jun 2026

Die Initiative „Es ist höchste Zeit“ will Kirchen und Gemeinwesen durch audiovisuelle Produktionen mobilisieren und zu Klimaschutz animieren.

Image
Einige der Personen, die an der Produktion des Videos in den Mangrovenwäldern in El Salvador beteiligt waren, sind in kleinen Booten unterwegs. Foto: Fernando Roa

Einige der Personen, die an der Produktion des Videos in den Mangrovenwäldern in El Salvador beteiligt waren, sind in kleinen Booten unterwegs. Foto: Fernando Roa

LWB-Foren für Klimagerechtigkeit in Lateinamerika und der Karibik sowie Afrika geben Startschuss für Kampagnen zur COP31

(LWI) – Die Foren für Klimagerechtigkeit des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Lateinamerika und der Karibik (LAK) sowie Afrika haben den Startschuss für die Kampagne „Es ist höchste Zeit“ gegeben, um im Vorfeld der nächsten UN-Klimakonferenz 2026, der COP31, Bewusstsein für die Klimakrise zu schaffen, die Schönheit der Schöpfung hervorzuheben und zu ehrgeizigen Maßnahmen zu animieren. Mit der Kampagne, die dazu aufruft, Videos zu teilen, sollen sowohl die Fülle an Lebensformen in den örtlichen Ökosystemen als auch die Gefahren aufgezeigt werden, denen diese aufgrund des Klimawandels und der Umweltzerstörung ausgesetzt sind.

An der Online-Veranstaltung zum offiziellen Beginn der Kampagne, die am Weltumwelttag stattfand, nahmen Vertreterinnen und Vertreter von LWB-Mitgliedskirchen aus beiden Regionen teil. Die Teilnehmenden aus Argentinien, Brasilien, Guatemala, Kenia, Peru und Tansania berichteten von den Erfahrungen aus ihren jeweiligen Gemeinwesen, erörterten die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels und beschäftigten sich mit der Rolle der Kirchen im Engagement für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.

Chiara Albrecht aus der Evangelischen Kirche am La Plata (IERP) in Argentinien betonte die Verankerung der Kampagne im Leben und im Zeugnis der örtlichen Gemeinwesen. „Diese Kampagne entspringt unseren Kirchen, unseren Gemeinwesen und unserem Einsatz für die Schöpfung“, sagte sie. Sie betonte, dass die Bewahrung der Schöpfung „nicht nur eine Frage unserer ökologischen Verantwortung ist, sondern auch eine moralische, spirituelle und im Gerechtigkeitsgedanken verwurzelte Aufgabe.“

Image
Vertreterinnen und Vertreter der gemeindeübergreifenden Vereinigung im Mikroeinzugsgebiet El Aguacate (ACMA) berichten bei einem Treffen im Vorfeld des Besuchs vor Ort über ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Schutz und der Bewahrung der Mangrovenwälder in Ahuachapán. Foto: ILS

Vertreterinnen und Vertreter der gemeindeübergreifenden Vereinigung im Mikroeinzugsgebiet El Aguacate (ACMA) berichten bei einem Treffen im Vorfeld des Besuchs vor Ort über ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Schutz und der Bewahrung der Mangrovenwälder in Ahuachapán. Foto: ILS

Image
Kampagne zur Wiederaufforstung mit heimischen Arten in Kooperation mit dem Ländlichen Zentrum für praxisorientierte Ausbildung im Dorf Shawi im Departamento Loreto in der peruanische Amazonasregion. Foto: Diaconía Perú

Kampagne zur Wiederaufforstung mit heimischen Arten in Kooperation mit dem Ländlichen Zentrum für praxisorientierte Ausbildung im Dorf Shawi im Departamento Loreto in der peruanische Amazonasregion. Foto: Diaconía Perú

Image
Das Pflanzen einheimischer Arten für Wälder wie Shaina, Parinari, Copoazú, Zedern, Pashaca Colorado und Tornillos schützt die Artenvielfalt. Angehörigen der Shawi – der indigenen Gemeinschaft in Puerto Porvenir im Departamento Loreto, Peru. Foto: Diaconía Perú

Das Pflanzen einheimischer Arten für Wälder wie Shaina, Parinari, Copoazú, Zedern, Pashaca Colorado und Tornillos schützt die Artenvielfalt. Angehörigen der Shawi – der indigenen Gemeinschaft in Puerto Porvenir im Departamento Loreto, Peru. Foto: Diaconía Perú

Bupe Kibiki aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania machte die Dringlichkeit der Initiative deutlich. „Die Klimakrise hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Regionen und die Menschen, die dort leben“, sagte sie und unterstrich unter anderem den raschen Verlust lebenswichtiger Ökosysteme wie Feuchtgebiete, Mangrovenwälder, Wälder und Korallenriffe. „Die Schönheit der Schöpfung zu zeigt, heißt auch zu zeigen, was auf dem Spiel steht.“

Edelvis Rodríguez von Diaconía Perú, Lutherische Kirche Perus, sprach über die konkreten Lebenserfahrungen in Lateinamerika: „Die Klimakrise ist für uns keine Bedrohung der Zukunft mehr. Sie ist längst Realität und hat Auswirkungen für Millionen von Menschen“, sagte sie. Zu den sichtbaren Folgen in ihrer Region zählte Rodríguez anhaltende Dürren, immer wieder auftretende Überschwemmungen, den Verlust von Artenvielfalt sowie die Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion und den Zugang zu Wasser.

Pfarrerin Karen Castillo, die Präsidentin der Augustinischen Lutherischen Kirche von Guatemala, sprach über die Rolle von Glaubensgemeinschaften und betonte den Zusammenhang mit dem Thema Menschenwürde. „Wenn wir über Klimagerechtigkeit sprechen, sprechen wir auch über Solidarität, Fürsorge und den Schutz der Menschenwürde“, sagte sie. Sie erinnerte die Teilnehmenden daran, dass die Folgen des Klimawandels vor allem Menschen in prekären Lebenslagen treffen würden, insbesondere indigene und bäuerliche Gemeinschaften. „Unser Glaube verpflichtet uns, Gottes Schöpfung zu bewahren und unsere Stimme zu erheben, wenn das Leben bedroht ist“, bekräftigte sie.

Die wichtige Rolle der Kirchen in Entscheidungsprozessen

Carine Wendland aus der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien thematisierte die mögliche Wirkung der Kampagne in der Öffentlichkeit. Sie erklärte, dass die Beteiligung der Kirchen an klimapolitischen Debatten unerlässlich sei, da die Entscheidungen, die heute getroffen werde, Auswirkungen für viele künftige Generationen haben würden. „Die Menschen verfügen über Wissen und Erfahrungen, die gehört werden müssen“, erklärte sie und hob insbesondere den Beitrag indigener Völker hervor. „Die Kirchen können helfen, diesen Stimmen Gehör zu verschaffen und eine breitere Teilhabe an Entscheidungsprozessen zu fördern“, führte sie aus.

Maro Micah Maua aus der Kenianischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sprach über die wichtige Zusammenarbeit der beiden LWB-Regionen. „Darin liegt Hoffnung“, unterstrich er. „Denn auch wenn wir auf unterschiedlichen Kontinenten leben, sind wir mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Die Menschen bei uns kennen die Folgen der Klimakrise, und sie wissen auch, wie wichtig Solidarität ist“, sagte er weiter.

Die Online-Veranstaltung am 6. Juni gab den Startschuss für die Kampagne im Vorfeld der COP31, der nächsten Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die vom 9. bis 20. November in der Türkei stattfinden wird.

Das erste Video der Kampagne ist ein Reise durch die Mangrovenwälder in El Salvador. Die Zuschauenden sollen die Vielfalt dieses Ökosystems erleben und gleichzeitig sehen, welchen Risiken sie aufgrund der Klimakrise und der Umweltzerstörung ausgesetzt ist.

Bischöfin Guadalupe Cortez de Huezo von der Salvadorianischen Lutherischen Kirche forderte, dass sich noch mehr Kirchen der Kampagne „Es ist höchste Zeit“ anschließen mögen. „Gottes Schöpfung wird zerstört und wir sehen und erleben das in unseren Gemeinwesen Tag für Tag ganz konkret. Deshalb sagen wir Mitglieder der Kirche aus unseren verschiedenen Lebenswirklichkeiten und Kontexten: Es ist wirklich höchste Zeit!“, unterstrich sie.

Alle Videos der Kampagne auf Spanisch und Englisch finden Sie über den Account des Forums für Klimagerechtigkeit in Lateinamerika und der Karibik bei Instagram und auf dessen YouTube-Kanal.

Image
Junge Erwachsene aus der Freiwilligengruppe „Unterstützter eines Erhalts des Biosphärenreservats Huascarán-Nationalpark“ nach Abschluss der Dreharbeiten für die Kampagne „Es ist höchste Zeit“ am Aussichtspunkt Rataquenua in Ancash, Peru. Foto: Diaconía Perú

Junge Erwachsene aus der Freiwilligengruppe „Unterstützter eines Erhalts des Biosphärenreservats Huascarán-Nationalpark“ nach Abschluss der Dreharbeiten für die Kampagne „Es ist höchste Zeit“ am Aussichtspunkt Rataquenua in Ancash, Peru. Foto: Diaconía Perú

Image
Ein Mädchen in der Region Ixcán im Nordwesten Guatemalas mit einem Teil der Kardamomernte ihrer Familie. Kardamom wird als „grünes Gold“ bezeichnet, da es die wichtigste Einkommensquelle für die Haushalte in der Region ist. Obwohl ein Teil davon vor Ort zu köstlichen Süßwaren, handwerklich hergestelltem Brot und aromatisiertem Kaffee verarbeitet wird, wird der überwiegende Teil in den Nahen Osten exportiert. Foto: ILAG

Ein Mädchen in der Region Ixcán im Nordwesten Guatemalas mit einem Teil der Kardamomernte ihrer Familie. Kardamom wird als „grünes Gold“ bezeichnet, da es die wichtigste Einkommensquelle für die Haushalte in der Region ist. Obwohl ein Teil davon vor Ort zu köstlichen Süßwaren, handwerklich hergestelltem Brot und aromatisiertem Kaffee verarbeitet wird, wird der überwiegende Teil in den Nahen Osten exportiert. Foto: ILAG

Image
In Gemeinden, in denen es keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt, ist der Fluss die einzige Möglichkeit, den täglichen Wasserbedarf zu decken. Daran etwas zu ändern, ist Teil der Arbeit der Augustinischen Lutherischen Kirche von Guatemala. Hier: Wasseraufbereitung in Playita Cerro Alto am Fluss Chixoy. Foto: ILAG

In Gemeinden, in denen es keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser gibt, ist der Fluss die einzige Möglichkeit, den täglichen Wasserbedarf zu decken. Daran etwas zu ändern, ist Teil der Arbeit der Augustinischen Lutherischen Kirche von Guatemala. Hier: Wasseraufbereitung in Playita Cerro Alto am Fluss Chixoy. Foto: ILAG

LWB/E. Albrecht
Thematiken:
Land:
Argentinien