Bildung als Katalysator für Wandel in Kirche und Gesellschaft
LWB bewilligt Stipendien für 100 Studierende und setzt damit sein Engagement für verantwortungsvolle Theologie, kritisches Denken und öffentliches Zeugnis fort.
Teilnehmenden diskutieren im Rahmen einer Schulung für Gendergerechtigkeit und Leitungsverantwortung in Malaysia im Juli 2025 miteinander. Foto: LWB/K. Kiilunen
LWB bewilligt neue Stipendien für 46 Theologie-Studierende und 54 Studierende in diakonischen Fächern
(LWI) – „Bildung ist ein Katalysator für positiven Wandel, der weit über den Unterricht selbst hinaus wirkt. Sie verwandelt nicht nur den einzelnen Menschen, sondern auch die Kirchen insgesamt und die Gesellschaften, in denen wir leben.“
Davon ist Pfarrerin Katariina Kiilunen überzeugt, die Programmreferentin für den Aufbau von Kapazitäten und die Entwicklung von Führungspersonen des Lutherischen Weltbundes (LWB), die auch die jährliche Vergabe der Stipendien an Theologie-Studierende und Studierende diakonischer Fächer verantwortet.
Bei einer Sitzung im vergangenen Dezember bewilligte der LWB-Stipendienausschuss neue Stipendien für 46 Theologie-Studierende aus 34 Mitgliedskirchen und für 54 Studierende verschiedener diakonischer Fächer aus 35 Mitgliedskirchen.
Das Stipendienprogramm des LWB unterstützt qualitativ hochwertige Bildung, die verantwortungsbewusste Theologie voranbringt, kritisches Denken fördert und das öffentliche Zeugnis der Kirchen in der Gesellschaft im Sinne einer Fürsprachearbeit für Gerechtigkeit und Frieden stärkt.
Pfarrerin Katariina KIILUNEN, LWB-Programmreferentin für den Aufbau von Kapazitäten und die Entwicklung von Führungspersonen
Durch das Stipendienprogramm des LWB, so Kiilunen, bekräftige die weltweite Kirchengemeinschaft „ihr langjähriges Engagement für qualitativ hochwertige Bildung, die verantwortungsbewusste Theologie voranbringt, kritisches Denken fördert und das öffentliche Zeugnis der Kirchen in der Gesellschaft im Sinne einer Fürsprachearbeit für Gerechtigkeit und Frieden stärkt“.
Seit den 1950er Jahren hat das LWB-Stipendienprogramm mehr als 4.000 Frauen und Männer in ihrer Ausbildung unterstützt. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt in einem strengen Verfahren, das eine möglichst ausgewogene Vertretung der verschiedenen Weltregionen gewährleisten soll. Mehr als die Hälfte der diesjährigen Stipendien wurden an Frauen vergeben, und die Mehrheit der erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber ist höchstens 30 Jahre alt.
In den letzten fünf Jahren hat der LWB im Rahmen des Stipendienprogramms verschiedene neue Plattformen und Möglichkeiten ins Leben gerufen. Sie bringen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus der gesamten Kirchengemeinschaft zusammen und schaffen Raum für gemeinsame Reflexion und den Austausch über Ideen. Neben der Entwicklung von Führungskompetenzen legt das Programm besonderes Gewicht auf den Aufbau und die Pflege von Netzwerken unter aktuellen und ehemaligen Studierenden.
Die Pflege dieser Kontakte eröffnet Stipendiatinnen und Stipendiaten auch neue Chancen, sich in das Leben der weltweiten Kirchengemeinschaft einzubringen und bei verschiedenen Aktivitäten und Veranstaltungen kompetent mitzuwirken.
Ausbildung von Führungskompetenzen bei Stipendiatinnen und Stipendiaten im Bereich Theologie
Vom 19. bis 24. April wird der LWB eine Schulungseinheit zum Thema Führungskompetenzen in Wittenberg, Deutschland, durchführen. Im Rahmen dieser Veranstaltung soll ein transformierendes Verständnis von Führungsverantwortung gefördert werden, das in verantwortungsbewusster Theologie gründet.
Die Teilnehmenden werden sich mit Konzepten und konkreten Beispielen kirchlichen Führungswirkens in ihren verschiedenen kultur- und generationenübergreifenden Kontexten beschäftigen. Sie werden kritisch darüber nachdenken, welche Art von Kirche und Welt sie durch ihre Theologie und ihren praktischen Einsatz mitgestalten wollen. Das Programm legt den Schwerpunkt auf werteorientiertes Führungswirken und zielt darauf ab, das Verständnis der Teilnehmenden von kirchlichem Führungswirken als Aufgabe mit sowohl geistlichen als auch organisatorischen Elementen zu stärken.
„Diese Schulung ist wichtig, um die ganzheitliche Bildung angehender Führungspersonen zu unterstützen. Sie soll ihnen helfen, die Kompetenzen und die Urteilskraft aufzubauen und weiterzuentwickeln, die sie benötigen, um ihren Kirchen glaubenstreu und kreativ zu dienen, gerade in diesen herausfordernden Zeiten“, erklärte Kiilunen.
Stärkung der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft
Der frisch gebackene Stipendiat P. J. Hanekom ist Mitglied der Nordöstlichen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Südafrika und Doktorand der Missionstheologie an der Stellenbosch University. Er dankte dem LWB dafür, dass dieser in angehende Forschende und Pfarrpersonen investiere und eine Vision gemeinsam getragener Verantwortung für die Mission der Kirche weltweit verkörpere.
„Ich habe vor, dieses Stipendium engagiert und gewissenhaft zu nutzen – nicht nur für meine eigene akademische Weiterentwicklung, sondern auch zur Stärkung der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft“, sagte er. „Ich hoffe, dass meine Forschung zu einer ganzheitlichen Reflexion über Mission beitragen wird, die theologisch fundiert, ökumenisch verantwortlich und praktisch anwendbar ist und das sowohl auf lokaler Ebene als auch in den vielen verschiedenen Kontexten der lutherischen Kirchengemeinschaft weltweit.“