Schulungen für Schulungspersonal stärken rechtebasierten Ansatz
Mit Schulungen für Schulungspersonal stärkt der LWB die Verankerung des rechtebasierten Ansatzes in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit der Länderprogramme des Weltdienstes.
Teilnehmende der Schulung für Schulungspersonal für die Länderprogramme des LWB-Weltdienstes in der Region Zentralafrika im September 2026 in Yaoundé, Kamerun. Foto: LWB Kamerun
Länderprogramme zur Förderung von Menschenrechten, Rechenschaftspflicht und Inklusion
(LWI) – Angesichts zunehmender Vertreibung, der Auswirkungen des Klimawandels, wachsender Ungerechtigkeit und immer stärker eingeschränkter zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume ist es entscheidend, marginalisierte Bevölkerungsgruppen zu befähigen, ihre Menschenrechte zu verteidigen und sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.
Auf der Grundlage der LWB-Strategie 2025–2031, die den rechtebasierten Ansatz (Rights-Based Approach, RBA) als Grundprinzip der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit festschreibt, hat der Lutherische Weltbund (LWB) eine Reihe von Schulungen für Schulungspersonal (Training of Trainers, ToT) in seinen Länderprogrammen der Weltdienstabteilung auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Kompetenzen der Mitarbeitenden zu stärken, damit sie Menschenrechte, Partizipation, Rechenschaftspflicht und Inklusion gezielt fördern können.
„Indem wir die Kompetenzen unserer Mitarbeitenden als Schulungspersonal stärken, stellen wir sicher, dass das entsprechende Fachwissen dauerhaft in den Länderprogrammen verankert bleibt“, erklärte Rebecca Duerst, LWB-Programmkoordinatorin für den rechtebasierten Ansatz. Die ausgebildeten Schulungsleitenden würden ihre Kolleginnen und Kollegen sowie Partnerorganisationen dabei unterstützen, rechtebasierte Grundsätze in die Projektplanung und -umsetzung, die Überwachung und die Advocacy-Arbeit zu integrieren, fügte sie hinzu.
Indem wir die Kompetenzen unserer Mitarbeitenden als Schulungspersonal stärken, stellen wir sicher, dass das entsprechende Fachwissen dauerhaft in den Länderprogrammen verankert bleibt.
Rebecca Duerst, LWB-Programmkoordinatorin für den rechtebasierten Ansatz
Die erste Schulung dieser Art fand im September in Yaoundé, Kamerun statt und brachte Teilnehmende aus den LWB-Länderprogrammen im Tschad, in Kamerun und in der Zentralafrikanischen Republik zusammen. Das Programm umfasste verschiedene didaktische Ansätze, darunter Module mit praktischen Übungen, Demonstrationen und Unterrichtseinheiten. Die Teilnehmenden machten während der gesamten Veranstaltung aktiv mit und bereiteten sich so auf ihre künftigen Aufgaben als Schulungsleitende vor.
Auf die Prioritäten der lokalen Bevölkerung eingehen
Mathieu Idjawo, Programmkoordinator des LWB in Kamerun, berichtete von seinen Erfahrungen und erklärte, der rechtebasierte Ansatz sei „äußerst relevant“, um marginalisierte Gruppen wie Frauen und Personen mit besonderen Bedürfnissen gezielt in den Mittelpunkt zu stellen. Zudem gewährleiste dieser Ansatz eine sinnvolle Beteiligung der Bevölkerung an Entscheidungsprozessen und stärke die Rechenschaftspflicht von Institutionen und anderen Verantwortlichen. „Für unsere Arbeit ist der rechtebasierte Ansatz besonders wertvoll, weil er sicherstellt, dass Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, zum Aufbau der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften und zur Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen die tatsächlichen Prioritäten der Bevölkerung berücksichtigen und gleichzeitig deren Rechte und Selbstbestimmung achten“, betonte er.
Für unsere Arbeit ist der rechtebasierte Ansatz besonders wertvoll, weil er sicherstellt, dass Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, zum Aufbau der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften und zur Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen die tatsächlichen Prioritäten der Bevölkerung berücksichtigen und gleichzeitig deren Rechte und Selbstbestimmung achten.
Mathieu Idjawo, LWB-Programmkoordinator in Kamerun
Für Mairama Godje Panaitao, Referentin für Planung, Monitoring, Evaluierung und Berichterstattung im LWB-Länderprogramm im Tschad, bot der Workshop die Gelegenheit, verschiedene Schulungsinstrumente kennenzulernen und darüber nachzudenken, wie sie andere dabei unterstützen kann, den rechtebasierten Ansatz in ihre tägliche Arbeit zu integrieren. „Die Schulung hat mir eine solide Grundlage vermittelt, um dieses Wissen an meine Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben. Auch die flexible Gestaltung der Module ist von Vorteil, da sich die Schulung so an die Rahmenbedingungen und Gegebenheiten des Länderprogramms anpassen lässt“, sagte sie.
Bertin Idi Djoubeissou, Projektkoordinator des LWB in Kamerun, hob hervor, dass praktische Beispiele, Bilder und zusätzliche erläuternde Fußnoten die Schulungsmodule leichter verständlich machten. „Durch die Schulung habe ich besser verstanden, in welchen Bereichen der rechtebasierte Ansatz zur Anwendung kommt und wie er sich von dem bedarfsorientierten Ansatz unterscheidet, den wir derzeit in unseren Projekten verfolgen“, ergänzte er.
Adama Nafissa, Referentin für Friedensarbeit, sozialen Zusammenhalt und Genderfragen im Länderprogramm Kamerun, fühlt sich nun besser darauf vorbereitet, ihre Kolleginnen und Kollegen sowie Partnerorganisationen zu unterstützen. „Ich habe konkrete Instrumente kennengelernt, mit denen ich Hindernisse beim Zugang zu Rechten erkennen, die Rechenschaftspflicht fördern und Schulungen entwickeln kann, die auf unseren jeweiligen Kontext zugeschnitten sind“, berichtete sie.
LWB-Programmkoordinatorin Rebecca Duerst (vordere Reihe, Dritte von rechts) mit Mitarbeitenden der Länderprogramme in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und dem Tschad bei der ersten Schulung in Yaoundé. Foto: LWB Kamerun
Mitarbeitende der LWB-Weltdienstprogramme bei einer Gruppenarbeit während der Schulung in Yaoundé, Kamerun. Foto: LWB Kamerun
Einige der neu ausgebildeten Mitarbeitenden, die künftig ähnliche Schulungen in ihren jeweiligen Länderprogrammen durchführen werden. Foto: LWB Kamerun
Die neu geschulten Mitarbeitenden werden künftig ähnliche Schulungen in ihren jeweiligen Länderprogrammen leiten. Weitere Schulungen für Schulungspersonal sind für die Mitarbeitenden der LWB-Weltdienstprogramme im Nahen Osten, in Asien, Europa, Ostafrika sowie Lateinamerika und der Karibik geplant.
Das Schulungsprogramm zum rechtebasierten Ansatz wurde 2025 entwickelt, um sicherzustellen, dass die Mitarbeitenden über die notwendigen Kompetenzen verfügen, diesen Ansatz als Grundprinzip ihrer Arbeit zu verankern. Damit trägt das Programm zur Verwirklichung der Vision des LWB bei, weltweit Gerechtigkeit zu fördern und die Menschenrechte zu schützen.