LWB begrüßt neues Oberhaupt der lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land

13 Jan 2026

Der Lutherische Weltbund begrüßt Bischof Dr. Imad Haddad als neues Oberhaupt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land.

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Pfr. Dr. Imad Haddad wird am 11. Januar 2026 in der Erlöserkirche in Jerusalem zum Bischof der ELKJHL geweiht. Foto: mit freundlicher Genehmigung der ELKJHL

Pfr. Dr. Imad Haddad wurde am 11. Januar 2026 in der Erlöserkirche in Jerusalem zum Bischof der ELKJHL geweiht. Foto: mit freundlicher Genehmigung der ELKJHL

Pfr. Dr. Imad Haddad zum Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land geweiht 

(LWI) – Sonntag, der 11. Januar 2026, war ein historischer Tag in der Erlöserkirche in der Jerusalemer Altstadt, dem Herzstück der Geburtsstätte des Christentums: Pfr. Dr. Imad Haddad wurde zum nächsten Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL) geweiht. 

Er ist der fünfte Bischof der ELKJHL und Nachfolger von Bischof Ibrahim Azar, der in der Ruhestand getreten ist. Die Kirche ist seit 1974 Mitglied im Lutherischen Weltbund (LWB) und erstreckt sich über die palästinensischen Gebiete und Jordanien, wo Haddad bisher als Gemeindepastor tätig war. 

An dem Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Jerusalemer Kirche nahmen Vertreterinnen und Vertreter von verschiedenen LWB-Mitgliedskirchen und -Partnern aus nah und fern teil, darunter eine LWB-Delegation unter Leitung von Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt und die Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, die auch Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitee des LWB und LWB-Vizepräsidentin für die Region Mittel- und Westeuropa ist. Viele weitere Menschen feierten und beteten mit den palästinensischen Christinnen und Christen vor Ort. 

Auch Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher anderer Kirchen und ökumenischer Partner nahmen an dem Gottesdienst in Jerusalem teil, dem begleitet von Trommeln und Musik von Pfadfinderinnen und Pfadfindern eine feierliche Prozession durch die Jerusalemer Altstadt vorausgegangen war.

„Sich auf die Gnade Gottes stützen“

In seiner ersten Predigt als ELKJHL-Bischof im Rahmen des Gottesdienstes in der Erlöserkirche unterstrich Haddad, dass die Gnade Gottes für ihn in der Übernahme des neuen Amtes von zentraler Bedeutung sei.

Ich stehe nicht aufgrund meiner eigenen Verdienste vor Ihnen, sondern durch die Gnade Gottes

Bischof Dr. Imad Haddad, Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land

„Ich stehe hier heute nicht aufgrund meiner eigenen Verdienste vor Ihnen, sondern durch die Gnade Gottes, der mich erlöst, berufen, befreit und gesandt hat“, erklärte Haddad. Und weiter betonte er: „Ohne Gott kann ich nichts tun, und ohne Wegweisung durch den Heiligen Geist kann keine unserer Bemühungen, keiner unserer Pläne und keine unserer Vorbereitungen – egal, ob sie schon niedergeschrieben sind oder noch erarbeitet werden – wirklich Erfolg haben.“ 

Er sprach über den Schmerz, den die Menschen in der gesamten Region und darüber hinaus derzeit durchleben.  

„Wir dürfen nicht die Augen verschließen vor der Ungerechtigkeit, unter der unser Land leidet, und wir dürfen auch nicht den Schmerz und das Leid vergessen, den und das all jene in sich tragen, die aufgrund der Grausamkeit der Menschen, aufgrund von Hass und von gegenseitiger Ablehnung gelitten haben und immer noch leiden“, erklärte Haddad. „Und trotzdem sind wir weiterhin überzeugt, dass wir gerade in dieser düsteren Zeit aufgerufen sind, in Gerechtigkeit und Heiligkeit zu leben“, betonte er. 

„Der Herr ruft uns erneut auf und sagt: ‚Ich habe euch auserwählt und gerufen, um euch mit einer Botschaft von Erlösung, Frieden und Versöhnung in die Welt zu senden.‘ Die Kirche, die durch die Taufe mit Christus vereint ist, muss diese Worte wieder deutlicher vernehmen und danach leben... damit wir wirklich Menschen sind, die Barmherzigkeit lieben, wozu Gott uns aufgerufen hat“, unterstrich ELKJHL-Bischof Haddad. 

Aufgerufen „allen Widrigkeiten zum Trotz Hoffnung zu verbreiten“

LWB-Generalsekretärin Burghardt erinnerte an die Worte in Offenbarung 21,5 – „Siehe, ich mache alles neu!“ – und formulierte Worte des Zuspruchs und der Hoffnung für den neuen Bischof zu Beginn seiner neuen Aufgabe an der Spitze der Kirche, auch wenn er in dem lokalen Kontext, in dem die ELKJHL wirke, mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert sei.  

„Wir starten mit der Hoffnung in dieses neue Jahr, dass Gott in diesem Jahr alles neu machen möge – dass es mehr Gerechtigkeit, mehr Frieden und mehr Versöhnung in der Welt geben möge“, sagte sie.  

„Es ist keine leichte Zeit, um in der Kirche eine Führungsfunktion anzutreten. Es gibt immer noch zahlreiche Kriege und Konflikte und viel Leid in der Welt, auch in Ihrem eigenen Lebensumfeld. Polarisierung nimmt zu und Misstrauen und Unterdrückung gehören vielerorts zum Alltag. Sie und die anderen Pfarrpersonen in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land mussten in den letzten Jahren oft Hoffnung machen, wo jede Hoffnung vergeblich schien“, sagte Burghart weiter.

Bitte vergessen Sie vor allem eines nicht: Sie sind nicht allein.

LWB-Generalsekretärin, Pfarrerin Dr. Anne Burghardt

„Und gleichzeitig gibt es eine Redewendung“, so Burghardt, „dass es keinen besseren Zeitpunkt gibt, Kirche zu sein, als genau die Zeit, in der wir heute leben.“ 

„Sie, lieber Bischof Imad, und wir alle sind im Hier und Jetzt heute aufgerufen, dem Herrn und unseren Nächsten zu dienen; wir sind aufgerufen, allen Widrigkeiten zum Trotz Hoffnung zu verbreiten. Als christliche Gläubige finden wir den Mut und die Kraft, genau das in all der Finsternis zu tun, die uns umgibt, wenn wir unseren Blick auf Jesus Christus wenden“, erklärte Burghardt und unterstrich, wie wichtig es sei, dass die Mitgliedskirchen der weltweiten LWB-Gemeinschaft einander zur Seite stehen und für- und miteinander beten und teilhaben am Leben und den Geschichten der jeweils anderen.  

„Bitte vergessen Sie vor allem eines nicht: Sie sind nicht allein. Sie sind nicht allein in Ihrem Wirken, nicht allein in Ihrem Zeugnis, Sie müssen nicht allein auf sich gestellt Hoffnung verbreiten, wenn Hoffnung vergeblich scheint“, erinnerte Burghardt. „In der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft, der aktuell 154 Kirchen und fast 80 Millionen Menschen angehören, beten die Menschen für Sie, lieber Bischof Imad, und die ELKJHL und werden Sie und Ihre Kirche auch in Zukunft immer in ihre Gebete einschließen. Mögen Sie ein Teil von Gottes Plan sein, alles neu zu machen.“ 

Zur Feier des Tages überreichte Burghardt Bischof Haddad im Namen des gesamten LWB ein Geschenk: Eine Nachbildung des Lund-Kreuzes als Sinnbild für Einheit und Hoffnung.  

LWB/A. Hillert
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