Junge Lutheraner stellen Gebetsbuch zum Thema Friedensstiftung vor

29 Sep 2026
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Junge Lutheranerinnen und Lutheraner am Ende des Trainings für Friedensbotschafterinnen und -botschafter 2024 in Phnom Penh, Kambodscha. Foto: LWB/Johanan Celine Valeriano

Junge Lutheranerinnen und Lutheraner am Ende des Trainings für Friedensbotschafterinnen und -botschafter 2024 in Phnom Penh, Kambodscha. Foto: LWB/Johanan Celine Valeriano

LWB-Botschafterinnen und Botschafter des Friedens stellen neuen Band mit Gebeten, Liturgien und Reflexionen vor 

(LWI) – „Friedensarbeit ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Generationen in der gesamten Kirchengemeinschaft“, erklärte Savanna Sullivan, Programmreferentin für Jugend beim Lutherischen Weltbund (LWB), bei der Vorstellung eines Buches mit Liturgien, Gebeten und theologischen Reflexionen, das die Teilnehmenden des LWB-Programms der Botschafterinnen und Botschafter des Friedens erstellt hatten.

Junge Erwachsene aus der weltweiten Kirchengemeinschaft gestalteten die Auftaktveranstaltung am 22. September, einen Tag nach dem Weltfriedenstag der Vereinten Nationen. Laut Sullivan haben mehr als 30 junge Frauen und Männer, die an einer jährlichen Schulung für Botschafterinnen und Botschafter des Friedens teilgenommen haben, die Publikation erstellt und illustriert.

Seit dem Start des Programms im Jahr 2017 in Jerusalem wurden fast 200 junge Menschen mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet, um vor Ort oder in ihrem Land zur Friedensstiftung beizutragen. Viele von ihnen haben inzwischen selbst Friedensveranstaltungen organisiert oder sind haben andere Mitglieder ihrer Kirchengemeinden und ihres weiteren Umfelds ausgebildet.

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Levi Joniel von der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria im Gespräch mit Angelica Oquendo (rechts) von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Kolumbiens bei der ersten Schulung für Botschafterinnen und Botschafter des Friedens im September 2017 in Jerusalem. Foto: LWB/Ben Gray

Levi Joniel von der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria im Gespräch mit Angelica Oquendo (rechts) von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Kolumbiens bei der ersten Schulung für Botschafterinnen und Botschafter des Friedens im September 2017 in Jerusalem. Foto: LWB/Ben Gray

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Teilnehmende der jüngsten Schulung für Botschafterinnen und Botschafter des Friedens in Soweto, Südafrika, Mai 2026. Foto: LWB/LUCSA – Concelia Boshielo

Teilnehmende der jüngsten Schulung für Botschafterinnen und Botschafter des Friedens in Soweto, Südafrika, Mai 2026. Foto: LWB/LUCSA – Concelia Boshielo

Levi Joniel, Dozent am Seminar der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria (LCCN), der an der ersten Schulung in Jerusalem teilgenommen hatte, sagte, Friedensförderung beginne mit Zuhören und Dialog. „Es beginnt damit, dass wir uns bewusst machen: Gott begleitet uns bei jedem Schritt. Er ruft uns auf, gemeinsam daran zu arbeiten, Gräben zu überwinden und Brücken zu bauen“, erklärte er.

Gemeinsam mit Luiz Seidel, dem Koordinator des Nationalen Jugendrats der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) und regionalen Jugendkoordinator des LWB, stellte Joniel eine Auswahl an Gebeten, Reflexionen und Liturgien vor, die die Autorinnen und Autoren für verschiedenste Anlässe wie Gottesdienste, Gruppentreffen und persönliche Andachten zusammengestellt haben. Der Direktor der LWB Abteilung für Theologie, Mission und Gerechtigkeit, Pfarrer Dr. Sivin Kit, der eine der ersten Schulungen für Botschafterinnen und Botschafter des Friedens in Estland geleitet hatte, hofft, dass die neue Publikation weite Verbreitung findet und in verschiedene Sprachen übersetzt wird, damit sie in vielen LWB-Mitgliedskirchen genutzt werden kann.

„Dies ist nicht einfach nur ein weiteres Buch, das man sich ins Regal stellt“, bemerkte LCCN-Erzbischof Dr. Panti Filibus Musa, begeisterter Befürworter des Programms der Botschafterinnen und Botschafter des Friedens. Die Materialsammlung sei von jungen Menschen entwickelt worden, die heute sowohl in den Kirchen als auch in der Gesellschaft kritische Stimmen seien, sagte Musa. Er konnte selbst erleben, welches Potenzial in ihnen stecke. Da dieses Potenzial nicht immer genutzt werde, müsse den jungen Menschen mehr Raum gegeben werden. Er freue sich darauf, diese wertvolle Ressource in die tägliche Andacht einzubeziehen, so der ehemalige LWB-Präsident.

Andere dazu inspirieren, Frieden zu stiften

Auch Pfarrerin Selma Chen, Präsidentin der Lutherischen Kirche Taiwans (Republik China) lobte die Arbeit der jungen Botschafterinnen und Botschafter des Friedens. Sie könne es „kaum erwarten, diese Texte in unsere Kirchengemeinden zu bringen“. IECLB-Kirchenpräsident, Pfarrer Dr. Mauro Batista de Souza, bezeichnete das Projekt als „lebensspendend“. Er sagte, das Engagement junger Menschen in der Friedensförderung sei heute mehr denn je gefragt.

Im Gespräch darüber, was sie für dieses Projekt inspiriert hat, äußerten mehrere Mitwirkende die Hoffnung, dass die Publikation viele andere junge Menschen dazu begeistern wird, sich in den unterschiedlichsten Kontexten für Frieden einzusetzen. „Ich hoffe, dass sie beim Lesen dieser Überlegungen bestimmte Muster in ihrem eigenen Umfeld erkennen und so verhindern können, dass Spannungen zu Konflikten eskalieren“, sagte Bence Slezák von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn.

Seid eine Brücke, wo Trennung ist, eine Stimme, wo Sprachlosigkeit herrscht, und Hoffnung, wo Verzweiflung quält. 

Pfarrerin Dr. Anupama Hial, Programmreferentin für Globale Öffentliche Theologie beim LWB 

Rutendo Gora, die das Buchcover gestaltet hat, sagte, sie habe gelernt, dass „Kunst Menschen dazu einlädt, Teil einer Gemeinschaft zu sein und zu überlegen, wie sie zur Friedensarbeit beitragen können“. Die Teilnahme an dem Projekt, so Gora, „hat mir gezeigt, dass meine Kunst Teil der Friedensarbeit sein kann“. Andere forderte sie auf, „welche Gaben auch immer ihr habt“, einzubringen, um am Reich Gottes mitzuwirken.  

„Wir müssen nicht schon alle Antworten haben, bevor wir mit Friedensarbeit beginnen“, ergänzte Sara Lara-Gonzales von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Kolumbiens. Sie hatte einen Text zu Gender, Klimagerechtigkeit und Friedensförderung verfasst. „Friedensstiftung ist ein Weg, sie ist niemals abgeschlossen“, sagte sie und lud junge Menschen dazu ein, „offen für andere zu sein und den Heiligen Geist wirken zu lassen“. 

„Advocacy-Arbeit ist Gottesdienst, der in die Öffentlichkeit hineinwirkt“, sagte Pfarrerin Dr. Anupama Hial, Programmreferentin für Globale Öffentliche Theologie beim LWB. Sie dankte allen Botschafterinnen und Botschafter des Friedens für ihre Mitwirkung bei der Erstellung der neuen Publikation und schloss mit den Worten: „Die Welt braucht nicht mehr Christinnen und Christen, die über Frieden reden, sie braucht Menschen, die ihn leben und verkörpern. Eure Stimme, eure Kreativität und euer Glaube werden heute dringend gebraucht. Seid eine Brücke, wo Trennung ist, eine Stimme, wo Sprachlosigkeit herrscht, und Hoffnung, wo Verzweiflung quält.“ 

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