Ein Besuch im Herzen der Lutherischen Kirche Australiens
Ein Besuch von LWB-Generalsekretärin Anne Burghardt in Adelaide und Alice Springs stärkt die Beziehungen zur Lutherischen Kirche Australiens.
Besuch im Hidden Valley Community Center bei Alice Springs. Von links nach rechts: LCANZ-Bischof Paul Smith, LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Dr. Anne Burghardt und Regionalsekretärin Pfarrerin Dr. Rospita Siahaan, Ian McNamara (Tangentyere Council), Assistierender Bischof für das Northern Territory Stephen Radke, David Clucas (Tangentyere Council). Foto: LCA
LWB-Generalsekretärin Burghardt beendet sechstägigen Besuch voller Einblicke in die Arbeit der Kirche in Adelaide und Alice Springs
(LWI) – Treffen mit indigenen Gemeinschaften in Zentralaustralien, ein Sonntagsgottesdienst in einer ländlichen Gemeinde mit langer lutherischer Tradition, Begegnungen mit lutherischen Gläubigen aus verschiedenen Ländern und Kulturen, die Einweihung eines neuen Ausstellungszentrums, der Besuch einer kirchlichen Schule sowie Gespräche mit Verantwortlichen der Lutherischen Kirche von Australien und Neuseeland (LCANZ): Dies waren nur einige der Höhepunkte eines sechstägigen Australienbesuchs der Generalsekretärin des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfarrerin Dr. Anne Burghardt.
Die Reise vom 16. bis 21. September führte sie nach Adelaide, die Hauptstadt des Bundesstaates South Australia, wo die Kirche ihren Hauptsitz hat, sowie nach Alice Springs und Hermannsburg im Northern Territory, wo im Jahr 1877 die ersten lutherischen Missionskräfte eintrafen. Alice Springs liegt nahe dem geografischen Mittelpunkt des Landes. In der Stadt und der umliegenden Wüstenregion leben die Arrarnta, die seit mindestens 30.000 Jahren in diesem Gebiet beheimatet sind.
Zu Beginn ihres Besuchs in Alice Springs traf Burghardt Mitarbeitende des Yirara College, einem kirchlichen Internats, das Aborigines aus abgelegenen Gemeinschaften im Norden, Süden und Westen Australiens christliche Bildung bietet. Begleitet wurde sie von der LWB-Regionalsekretärin für Asien, Pfarrerin Dr. Rospita Siahaan, LCANZ-Bischof Paul Smith und dem Assistierenden Bischof für das Northern Territory, Stephen Radke. Mitglieder des lutherischen Pitjantjatjara-Chors hießen die Delegation herzlich willkommen und sangen Kirchenlieder in ihren Muttersprachen.
Bischof Paul Smith mit Pfarrerin Dr. Anne Burghardt und Pfarrerin Dr. Rospita Siahaan bei der Einweihung eines neuen Ausstellungsraums am Hauptsitz der LCA in Adelaide. Foto: LCA
Die LWB-Delegation erfährt mehr über die Geschichte, das Erbe, die Mission und die heutige kirchliche Arbeit der LCA. Foto: LCA
Am folgenden Tag besuchte die Delegation das Hidden Valley Town Camp, die größte von sieben indigenen Gemeinschaften, die vom Tangentyere Council verwaltet werden. Dieser bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen, unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, berufliche Qualifizierung und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Die Town Camps entstanden aus Lagerplätzen indigener Gruppen aus abgelegenen Regionen, die sich in Alice Springs und Umgebung aufhielten oder aus ihren angestammten Gebieten vertrieben worden waren. Die Gruppe besuchte auch Hermannsburg, eine ehemalige deutsche Missionsstation, und traf dort den indigenen Gemeindepfarrer Rodney Malbunka, um mehr über die Geschichte der Kirche in dieser Region zu erfahren.
In Adelaide besuchte Burghardt zwei Gemeinden und nahm an Sonntagsgottesdiensten in der Stadt sowie in der nahegelegenen Ortschaft Nuriootpa im historischen Barossa-Tal teil, einer renommierten Weinbauregion, die von deutschen Lutheranerinnen und Lutheranern besiedelt wurde. Ihre erste Station war die St.-Petri-Kirche in Nuriootpa, wo sie sich mit Gemeindemitgliedern und deren Pfarrer Adrian Kitson traf. Die Gemeinde bietet eine Vielzahl von kirchlichen Aktivitäten, darunter zwei Frauengruppen, einen regionalen Männerkreis sowie Gruppen für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Außerdem gibt es ein regionales Zentrum mit Bildungsangeboten für Erwachsene in den Bereichen sakrale Kunst, lutherische Theologie, Nachfolge und Gemeinschaftspflege.
Burghardt und Siahaan trafen sich zudem online mit dem Generalkirchenrat der LCA und der Kommission für Theologie und zwischenkirchliche Beziehungen, um über die Arbeit und die Vision des LWB zu sprechen. Zu den Gesprächsthemen gehörte auch die Überlegung der australischen Kirche, von einer assoziierten zu einer Vollmitgliedschaft im LWB überzugehen. „Ich habe mich gefreut, mehr über den LWB berichten zu können, unter anderem über seine theologische Arbeit und darüber, wie wir uns darum bemühen, die sehr unterschiedlichen Mitgliedskirchen zu einer engeren Kirchengemeinschaft zusammenzuführen“, sagte Burghardt rückblickend. „Es war wunderbar, den Glauben und die Leidenschaft der Lutheranerinnen und Lutheraner in diesem Land mit ihrer großen ethnischen und kulturellen Vielfalt zu erleben und gemeinsam mit ihnen darüber nachzudenken, was dies für die Mission in Australien heute bedeutet“, fügte sie hinzu.
Die LWB-Delegation nimmt an einer Veranstaltung in der Zion Lutheran Church Glynde in einem Vorort von Adelaide teil. Foto: LCA
Auf dem Programm stand auch ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Arbeitsbereiche der LCA. Foto: LCA
Am Sonntagabend nahmen die Gäste an einer Veranstaltung in der Zion Lutheran Church Glynde in einem Vorort von Adelaide teil. Die Gemeinde bietet interkulturelle Seelsorge für Menschen an, die aus vielen verschiedenen Ländern in die Stadt eingewandert sind, darunter Korea, China und mehrere afrikanische Staaten. Außerdem trafen die Gäste frühere und derzeitige Verantwortliche der LCA am Hauptsitz der Kirche. Im Rahmen des Treffens wurde ein neuer Ausstellungsraum eingeweiht, der die Geschichte, das Erbe, die Mission und die heutige Arbeit der Kirche präsentiert.
Vor ihrer Abreise aus Adelaide traf sich Burghardt mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Arbeitsbereiche der Kirche, darunter das Australian Lutheran College als Bildungs- und Ausbildungseinrichtung, der Australian Lutheran World Service, die LCA International Mission, das Lutherische Archiv und die Finanzhilfeorganisation LLL Australia. Außerdem beriet sie sich online mit Mitgliedern des Bischofskollegiums.
Mit Blick auf die Bedeutung des Besuchs sagte Bischof Paul Smith, dieser habe „die engen Verbindungen deutlich gemacht, die unsere lutherischen Gemeinschaften in Australien und Neuseeland mit ihren lutherischen Schwestern und Brüdern sowohl in der Region als auch weltweit pflegen. Die zentrale Frage, über die wir nachgedacht haben, lautet: Wie können wir gemeinsam dem Herrn der Kirche am besten dienen, sowohl in unserer kirchlichen Arbeit als auch in unserem gemeinsamen Zeugnis für das Evangelium Jesu Christi?“
Die Lutherische Kirche Australiens, zu der auch die Lutherische Kirche von Neuseeland gehört, ist derzeit assoziiertes Mitglied des LWB. Sie hat rund 140.000 Mitglieder in Gemeinden in ganz Australien und Neuseeland und ist durch ihre zahlreichen Schulen, Kindertagesstätten und Altenpflegeeinrichtungen in der Gesellschaft stark präsent.