HIV-Prävention, Geschlechtergerechtigkeit und Resilienz von jungen Menschen verbessern
Lutherische Kirche in Gambia schafft sichere Räume für junge Erwachsene, um offene Gespräche, Lernen und Reflexion zu ermöglichen.
Teilnehmende an einer nationalen Jugendveranstaltung der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Gambia. Foto: ELKG / Shaika Dumbuya
Gambische Kirche ermutigt junge Menschen, sich auf Wohlergehen, Würde und Zukunftschancen zu konzentrieren
(LWI) – Während sich die Evangelisch-Lutherische Kirche von Gambia (ELKG) auf die Vollmitgliedschaft im Lutherischen Weltbund (LWB) vorbereitet, hat sie der Zurüstung von jungen Menschen zu mehr Selbstbestimmung als ein zentrales Ziel bei der Förderung inklusiver Kirchenstrukturen und dem Einsatz für die Würde aller Menschen oberste Priorität gegeben.
Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit, Gruppenzwang, Drogen-, Alkohol und Medikamentenmissbrauch sowie Armut sind in dem Land auf dem Vormarsch. Bischof Samuel Simeon Thomas sagt dazu: „Die ELKG will sichere Räume schaffen und junge Menschen zu mehr Selbstbestimmung zurüsten, damit sie resiliente und aufgeklärte Botschafterinnen und Botschafter für einen positiven Wandel werden.“
Thomas verwies auch auf die Unterstützung des LWB für das Fortbildungsprogramm der Kirche zum Thema „Früchte der Hoffnung hervorbringen: HIV-Prävention, Geschlechtergerechtigkeit und Resilienz junger Menschen verbessern“. Es fördere das Wohlergehen, die Würde und die Zukunftsperspektiven der jungen Erwachsenen. „Es vermittelt jungen Erwachsenen Wissen und gibt ihnen Werkzeuge an die Hand, um gefährliche Situationen zu vermeiden, und fördert das Bewusstsein für Stigmatisierung und Unterstützung aus der Gemeinschaft heraus“, erklärte er. Investitionen in das Wohlergehen junger Menschen, betonte er, „sind letztlich eine Investition in Hoffnung, Menschenwürde und die Zukunft Gambias.“
Major Richard Correa, Leiter der Personalabteilung der ELKG, unterstrich die Notwendigkeit, Bildung und Präventionsarbeit auszubauen. „Junge Menschen verdienen mehr als Predigten; sie verdienen Schutz, Bildung, Unterstützung und Chancen“, sagte er und forderte mehr „sichere Räume, in denen junge Erwachsene offen über schwierige Themen sprechen können, mit denen sie in ihrem Leben konfrontiert sind; zum Beispiel HIV, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, psychisches Wohlergehen, Beziehungen, Arbeitslosigkeit und Lebensentscheidungen“.
Trotz der Fortschritte im Kampf der gambischen Regierung gegen HIV – die Prävalenz bei Erwachsenen im Alter von 15 bis 49 Jahren liegt bei 1,3 Prozent – hätten immer noch zu viele junge Menschen keinen Zugang zu vertrauenswürdigen Informationen, Präventionsangeboten und einem Umfeld, das sie unterstützt, um fundierte Entscheidungen treffen zu können, so Correa. HIV sei in dem Land mit 2,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern „immer noch eine große Herausforderung – nicht nur weil es ein Gesundheitsproblem ist, sondern auch weil es ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Problem und eine Frage der Gerechtigkeit und ist eng mit Armut, Geschlechterungleichheit, Gewalt, Stigmatisierung und eingeschränkten Chancen verbunden ist“, führte er aus.
Geschlechtergerechtigkeit verbessern
Priscilla Yagu Ciesay, leitende Fachberaterin eines Frauenverbands für die Zurüstung von Frauen und Opfern (WAVE-Gambia), betonte, dass Geschlechterungleichheit, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt sowie ungleiche Machtverhältnisse die Gesellschaft weiterhin auf allen Ebenen prägten.
„Ein offener Dialog über diese drängenden Themen ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere innerhalb der Kirche, weil dort viele Themen unter dem Deckmantel der Religionsausübung weiterhin verschleiert und nicht immer offen diskutiert werden“, sagte Ciesay.
Mit Blick auf das Schulungsprogramm erklärte ein Teilnehmer, er würde die Themen Gleichberechtigung, Respekt und die Bedeutung eines Kampfes gegen Diskriminierung und schädliche kulturelle Praktiken nun besser verstehen. „Ich habe viel über HIV-Prävention und den Abbau von Stigmata gelernt und weiß nun, wie wichtig es ist, Menschen, die mit HIV leben, mit Würde und Fürsorge zu begegnen. Insgesamt hat das Seminar mein Bewusstsein geschärft und mich zugerüstet, in meiner Gemeinde als Botschafter für positiven Wandel zu wirken“, erzählte er.
Die gambische Kirche befindet sich derzeit im Beitrittsprozess zum LWB. Der LWB-Rat hat ihren Antrag auf Mitgliedschaft in der weltweiten lutherischen Kirchengemeinschaft im Juni 2025 gebilligt. Es wird erwartet, dass die ELKG nach zwei Jahren Weggemeinschaft und der Teilnahme an den Aktivitäten, Programmen und Sitzungen des LWB schließlich als Vollmitglied aufgenommen wird.