Schöpfungsfest, Einsatz für Frieden und gemeinsames Abendmahl

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, DNK/LWB-Vorsitzende, zusammen mit Papst Franziskus. Foto: Vatican Media

DNK/LWB-Vorsitzende zu Gesprächen in Rom - Begegnung mit dem Papst

Mit einem Gespräch mit Papst Franziskus endete heute die Begegnungsreise der Vorsitzenden des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) in Rom. Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, traf den Papst am Rande der Generalaudienz.

In einem kurzen Austausch dankte sie dem Heiligen Vater für seinen wichtigen und kontinuierlichen Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung. „Ich habe das auch deshalb angesprochen,“ so Kühnbaum-Schmidt, „weil ich die offizielle Aufnahme eines Festes der Schöpfung in den liturgischen Kalender aller christlichen Kirchen, wie es kürzlich bei einem ökumenischen Treffen in Assisi diskutiert wurde, für eine große Chance halte, die Theologie und Spiritualität der Schöpfung weiter zu vertiefen.“

Ebenso betonte die Vorsitzende in ihrem Austausch mit dem Papst die wichtige Aufgabe, die Christinnen und Christen weltweit in ihrem Engagement für den Frieden in der Welt und für die Unterstützung von Armen und Marginalisierten gemeinsam haben und wahrnehmen müssen.

Weiter ging sie auf die Frage des gemeinsamen Abendmahls ein: „Ich habe die Sehnsucht der Gläubigen nach sichtbaren Zeichen der Einheit betont.“ Bei allen ihren Gesprächen in Rom war es der Landesbischöfin wichtig hervorzuheben, „dass wir im Bemühen um weitere Verständigung nicht nachlassen dürfen, um die schmerzhafte Trennung am Tisch des Herrn zu überwinden.“ Es gelte, die gemeinsamen Anstrengungen zu intensivieren und insbesondere beim gemeinsamen Verständnis der sichtbaren Einheit der Kirche voranzukommen.

„Im Mittelpunkt der Begegnungen im Vatikan stand der intensive Austausch mit Kurt Kardinal Koch“, so Kühnbaum-Schmidt. „Die Begegnung mit Papst Franziskus war auf dem Hintergrund dieses Gespräches eine besondere Ehre und Freude. Ich habe sie auch verstanden als ein Zeichen der Wertschätzung für die ökumenischen Gespräche und Dialoge zwischen römisch-katholischer und lutherischer Kirche. Die Aufmerksamkeit und freundliche Zugewandtheit des Papstes haben mich berührt und bewegt. Und ich hoffe sehr, dass die ökumenischen Gespräche und Kontakte auf allen Ebenen zu einem immer besseren Verständnis füreinander und vertiefter Gemeinschaft in Christus führen.“

Vor der Begegnung mit Papst Franziskus fanden während der Reise bereits vertrauliche Gespräche mit Kurt Kardinal Koch, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, sowie mit Msgr. Armando Matteo und Msgr. John Joseph Kennedy, Mitarbeitende im Dikasterium für die Glaubenslehre, statt. Dabei ging es u. a. um das im Jahr 2030 bevorstehende 500. Jubiläum der Confessio Augustana, das Verständnis von Synodalität und der lutherisch-katholischen Beziehungen auf internationaler Ebene.

Während der Reise vom 15. bis 17. April 2024 traf die Vorsitzende auch die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI) sowie Studierende und Stipendiatinnen und Stipendiaten des DNK/LWB am Centro Melantone. Außerdem kam es zu einer Begegnung mit der Gemeinschaft Sant’Egidio.

Hintergrund

Die Begegnungsreise setzt eine Reihe ökumenischer Treffen fort und stärkt den engen Kontakt zwischen den deutschen lutherischen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche. Teilnehmende waren: Die Vorsitzende des DNK/LWB, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, der Geschäftsführer des DNK/LWB, OKR Norbert Denecke, sowie der Referent für Theologische und Ökumenische Grundsatzfragen des DNK/LWB, OKR Dr. Oliver Schuegraf.