Medizinische Behandlung in Ostjerusalem

 

Das vom Lutherischen Weltbund betriebene Auguste-Viktoria-Krankenhaus auf dem Jerusalemer Ölberg ist das einzige Krankenhaus, das moderne Krebs- oder Dialysetherapien für Menschen aus den palästinensischen Gebieten anbietet. Nach dem brutalen Terrorangriff der Hamas und der aktuellen Gewalteskalation in der Region sind viele Schwerkranke von Behandlungsmöglichkeiten abgeschnitten. Der LWB arbeitet daran, die Menschen bestmöglich zu versorgen.

Hochprofessionelle Arbeit

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich das Auguste-Viktoria-Krankenhaus in ein hochspezialisiertes Krebszentrum entwickelt, in dem Behandlungen angeboten werden, die für die rund fünf Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen sonst nirgends zugänglich sind. Auch für viele Dialysepatientinnen und -patienten ist das AVH eine lebenswichtige Anlaufstelle. ­

Doppelte Belastung für Schwerkranke

Angesichts der aktuellen Krise im Heiligen Land ist es noch einmal schwieriger geworden, Grenzübergänge zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten zu passieren. Deshalb mussten einige Patientinnen und Patienten in unmittelbarer Nähe des Auguste-Viktoria-Krankenhauses bleiben. Das Krankenhaus-Team hat die Menschen untergebracht, sorgt für ihre Verpflegung sowie den Transport zu den Behandlungen.

 

Die vierjährige Lana aus Gaza litt an einem Hirntumor. Ihre Mutter hat sie zur Behandlung ins Krankenhaus begleitet. © LWB/A. Hillert
Die vierjährige Lana aus Gaza litt an einem Hirntumor. Ihre Mutter hat sie zur Behandlung ins Krankenhaus begleitet. © LWB/A. Hillert

 

Doch zu der Sorge um die Genesung kommt bei vielen auch die Sorge um die Angehörigen. Mütter, die ein krankes Kind zur Behandlung begleitet haben, warten sehnlichst auf Nachrichten von zu Hause. Brustkrebspatientinnen ringen mit sich, ob sie ihre Behandlung fortsetzen oder versuchen sollen, zurück zu ihren Kindern zu kommen. Das Auguste-Viktoria-Krankenhaus steht Patientinnen und Patienten, aber auch Mitarbeitenden mit psychologischer Unterstützung zur Seite.

Hilfe für Menschen in Gaza

Die meisten Patientinnen und Patienten aus dem Gazastreifen können ihre Behandlungen im Auguste-Viktoria-Krankenhaus im Moment nicht wahrnehmen. Das ist insbesondere für Krebskranke fatal, denn der Behandlungserfolg hängt wesentlich vom Zeitpunkt der Diagnose und Beginn der Therapie ab. Der LWB arbeitet daran, auch diese Menschen zu erreichen.

Schon vor der gegenwärtigen Krise hat das Auguste-Viktoria-Krankenhaus mit dem Ahli-Arab-Krankenhaus in Gaza zusammengearbeitet und dort ein Diagnose-Zentrum betrieben. Bei den dortigen Explosionen wurde das Zentrum zerstört und muss nun wieder aufgebaut werden. Außerdem plant der LWB, das Ahli-Arab-Krankenhaus mit Krebsmedikamenten zu versorgen. So können Kranke direkt vor Ort behandelt werden.

 

Das Medikamentenlager im Auguste-Viktoria-Krankenhaus im Jahr 2020. © LWB/A. Hillert
Das Medikamentenlager im Auguste-Viktoria-Krankenhaus im Jahr 2020. © LWB/A. Hillert

 

Der LWB in Jerusalem

Der Lutherische Weltbund betreibt das Auguste-Viktoria-Krankenhaus seit 1950.Rund 7.000 Menschen, darunter viele Kinder, werden dort jährlich behandelt.  2021 wurden dort mehr als 12.400 Patientinnen und Patienten behandelt. Neben der medizinischen Versorgung leistet das hochqualifizierte Team auch menschlichen Beistand. Besonders bedürftige Familien erhalten praktische Unterstützung aus dem sogenannten „Poor Fund“, der komplett aus Spenden finanziert wird. Daraus können zum Beispiel Fahrten zu den Behandlungen bezahlt werden oder die Übernachtung einer Mutter, die ihr Kind ins Krankenhaus begleitet.

Der LWB betreibt in Beit Hanina und Ramallah außerdem zwei Ausbildungszentren, in denen junge Menschen an berufspraktischen Trainings teilnehmen können. Das Angebot reicht von Grafikdesign bis hin zu Automechanik und ermöglicht den Teilnehmenden, sich eine Lebensgrundlage aufzubauen.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende:

 

Finanzieren Sie Familien den Transport ins Krankenhaus.
Helfen Sie, dass Eltern kranker Kinder in der Nähe bleiben können.
Helfen Sie, Untersuchungen zu bezahlen, die vor Ort nicht möglich sind.