Wer flieht, packt keine Koffer

Wer flieht, packt keine Koffer!

Eine Aktion zur syrischen Flüchtlingskrise

Über 3 Millionen Menschen haben seit 2011 Syrien aus Angst um ihr Leben verlassen. Rund ein Fünftel von ihnen kam nach Jordanien. Sie kommen meist ohne Gepäck in der Fremde an, denn: Wer flieht, packt keine Koffer. Unter diesem Titel steht die Aktion des Lutherischen Weltbundes. 

Alles was wir besitzen, sind die Kleider, die wir bei unserer Flucht am Leib hatten", erzählt Mashur. "Ich habe nichts, was ich meinen Kindern geben kann, wenn es hier kalt wird." Der Zimmermann aus Syrien lebt mit seiner Familie im Flüchtlingslager Za'atri in Jordanien. Er floh aus Syrien, als das syrische Militär mit dem Tod bedroht. Nicht mal einen Koffer konnte er mehr packen: "Wir mussten alles zurücklassen, wir haben nichts mehr."

Dem Schicksal von Menschen wie Mashur nimmt sich der Lutherische Weltbund in Jordanien an. Alltagsgegenstände, die man normalerweise in den Koffer packen würde, fehlen den Flüchtlingen, z. B. Kleidung oder Lebensmittel. Aber auch Unterkunft, Heizung und Bildung ist Mangelware für Flüchtlinge. Mit diesen und andere Gegenstände und Angeboten versorgt der Lutherische Weltbund zehntausende Flüchtlinge in Jordanien. 

Die Aktion "Wer flieht, packt keine Koffer" ist für Kirchengemeinden entwickelt. Sie soll das Leid und die Not syrischer Flüchtlinge etwas fassbarer machen. Anhand von Gegenständen werden konkrete Themen der Hilfe erläutert. Essensgeschirr und Lebensmittelmarken erklären beispielweise die Nahrungssituation im Flüchtlingslager. Eine Mitmachaktion lädt dazu ein, sich in die Situation von Flüchtlingen zu versetzen und seine Solidarität auszudrücken. Zu der Aktion kann auch eine kleine Ausstellung von echten jordanischen Gegenständen ausgeliehen werden. 

Unterkunft

Wer keine Koffer packt, weiß auch nicht, wo er in Zukunft wohnen wird. Zelte sind daher die ersten Unterkünfte von Flüchtlingen in Jordanien. Sie sind zugig und bieten keinen Schutz vor niedrigen Temperaturen. Wenn es im Winter schneit, was in der jordanischen Wüste durchaus vorkommt, brechen sie unter der Last des Schnees zusammen oder sind undicht.

Der Lutherische Weltbund hilft Flüchtlingen, eine stabilere Unterkunft zu finden. Er stellt Container bereit oder gibt Flüchtlingen Renovierungszuschüsse, die in einem Stall oder auf einer Baustelle wohnen.

Heizung

Eine Heizung würde wohl niemand mit in einen Koffer packen, nicht nur wegen der Größe. Man weiß normalerweise, dass am Ziel für eine angenehme Temperatur gesorgt ist. In den Zelten, Containern oder notdürftigen Unterkünften in Jordanien ist das nicht so. Die  Flüchtlinge stellen schnell fest, dass es nachts kalt wird, im Winter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Der Lutherische Weltbund verteilt daher Heizstrahler, die mit Gas betrieben werden. Von Herbst bis Winter bilden sie das Zentrum der Familie - solange das Gas reicht. Mindestens zwei Füllungen benötigt eine Familie im Monat. Ein warmer Winter kostet so rund 150 €.

Lebensmittel

Reis, Linsen, Brot - die tägliche Nahrung in der Region. Die Flüchtlinge sind dafür auf die Hilfsorganisationen und das Welternährungsprogramm angewiesen. Es gibt genügend Lebensmittel in den Supermärkten. Daher werden Gutscheine ausgegeben, mit denen die Flüchtlinge dort Nahrungsmittel einkaufen können. Das ist logistisch einfacher und geht besser auf den Bedarf der Menschen ein.

Auch der Lutherische Weltbund unterstützt Flüchtlinge mit Coupons. Ab 2015 immer stärker, da die Möglichkeiten der Vereinten Nationen dafür zurückgehen. Nur 50 Cent kosten die Lebensmittel pro Tag für eine Person. 15 € sichern die Ernährung eines Flüchtlings im Monat.

Psychologische Betreuung

Aufbrechen im Dunkeln, Schüsse auf der Flucht und Ankommen in der Fremde - die psychologische Belastung für die Flüchtlinge ist nicht nur für Kinder extrem. Aber gerade die Kleinsten brauchen am meisten Aufmerksamkeit.

Der Lutherische Weltbund unterhält im Flüchtlingslager Za'atari daher eine "Friedensoase". Dort bietet er Jugendlichen Freizeitaktivitäten an, damit sie zumindest einen Teil des Tages Normalität und Abwechslung erleben. Immer mit dabei sind psychologisch geschulte Mitarbeitende. Sie helfen den Jugendlichen dabei, ihre Fluchterlebnisse zu verarbeiten

Schulbücher

Kinder freuen sich, wenn die Schule ausfällt.  Aber wer Monate oder gar Jahre aus der Schule raus ist, hat schlechte Aussichten auf einen Schulabschluss. Doch die Schulen in Jordanien sind voll.

Damit die syrischen Kinder auch in der Fremde weiter lernen können, erweitert der Lutherische Weltbund Schulen in Jordanien. Zusätzliche Klassenräume und erneuerte Sanitäreinrichtungen kommen auch den syrischen Schülern zugute.

Gastgeschenke

Wer länger zu Besuch kommt, bringt seinem Gastgeber ein Geschenk mit. Die syrischen Flüchtlinge sind nun schon über vier Jahre in Jordanien "zu Besuch".620 000 Syrer hat das Land aufgenommen, das entspricht rund zehn Prozent der jordanischen Bevölkerung. Das strapaziert auch das sehr gastfreundliche Jordanien.

Darum unterstützt der Lutherische Weltbund auch arme Jordanierinnen und Jordanier. Beispielsweise wird eine NGO unterstützt, die Frauen weiterbildet mit Handarbeits-, Koch- oder Computerkursen. Damit können sich die Frauen selbstständig machen oder bekommen besser einen Arbeitsplatz.

Flüchtlinge aus Mossul
Irak

Ahmad entkam den IS-Milizen. Er floh aus Mossul. Der Lutherische Weltbund hilft. Helfen auch Sie!

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Publikationsdatum dieser Seite: 20.09.2017 11:30